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Führungskreis Industrie 4.0

ZVEI-Konferenz stellt neue Entwicklungen und Projekte zu Industrie 4.0 vor

| Autor/ Redakteur: Sariana Kunze / Sariana Kunze

Bei der Industrie-4.0-Konferenz des ZVEI-Führungskreises Industrie 4.0 Mitte Dezember zeigten verschiedene Referenten die neuesten Entwicklungen und Projekte des Kreise zu Industrie 4.0 auf. Hierbei hatten kleine und mittelständische Unternehmen die Möglichkeit sich über die Kriterien für Industrie-4.0-Produkte zu informieren sowie über die Inhalte und die Ausgestaltung der Verwaltungsschale.

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Prof. Dieter Wegener, Sprecher ZVEI-Führungskreis 4.0, berichtete den 110 Teilnehmern der Industrie 4.0-Konferenz in Frankfurt den aktuellen Stand der Entwicklungen zu Industrie 4.0.
Prof. Dieter Wegener, Sprecher ZVEI-Führungskreis 4.0, berichtete den 110 Teilnehmern der Industrie 4.0-Konferenz in Frankfurt den aktuellen Stand der Entwicklungen zu Industrie 4.0.
( Bild: Sariana Kunze/elektrotechnik )

Über die vernetzte Produktion der Zukunft, also Industrie 4.0, wird viel diskutiert. Doch wird Industrie 4.0 oft völlig unterschiedlich definiert und trägt so zu viel Verwirrung bei. Der ZVEI-Führungskreis Industrie 4.0 wollte mit seiner Industrie-4.0-Konferenz Licht ins Dunkel bringen und seine erarbeiteten allgemeinen und herstellerunabhängigen Kriterien für Industrie-4.0-Produkte seinen Mitgliedern vorstellen. Bereits 88 Institute und Unternehmen sowie 140 Mitglieder seien laut Prof. Wegener, Sprecher Führungskreis Industrie 4.0, im Kreis aktiv. Mitte Dezember fand eine weitere Industrie-4.0-Konferenz mit 110 Teilnehmern in Frankfurt statt. Dabei durften auch erstmals Anwender teilnehmen und sich über den Stand der Entwicklungen informieren. Wegener stellt gleich zu Beginn der Veranstaltung klar: „Wir müssen es schaffen den Office-Floor mit dem Shop-Floor zu verbinden. Die Verwaltungsschale wird hierbei die "Andock-Komponente" sein. Hierfür haben wir das Projekt openAAS ins Leben gerufen.“

Verwaltungsschale gemeinsam gestalten

Prof. Ulrich Epple von der RWTH Aachen und Sprecher des Projektes openAAS (Asset Administration Shell open Source) machte deutlich, dass es bis zur Umsetzung einer gemeinsam gestalteten Verwaltungsschale noch viel Klärungsbedarf gebe. Bis jetzt habe man aber folgendes erarbeitet: Jede Organisationseinheit besitzt für jedes ihrer Assets eine eigene Verwaltungsschale. Ein Organisationseinheit soll dabei alleiniger Besitzer der eigenen Verwaltungsschale sein. Laut Epple kann die Verwaltungsschale nicht ausgetauscht werden, sie bleibt im Besitz des Herstellers. „Nur mit einer vertraglichen Vereinbarung können Informationen und Daten zwischen Hersteller und Betreiber ausgetauscht werden“, erklärt Epple. Bei intelligenten Geräten wachsen die Verwaltungsaufgaben, jedoch dürfen keine operativen Führungsaufgaben (Regel- und Steuerungstechnik) in einer Verwaltungsschale abgelegt werden. Eine I4.0-Verwaltungsschale ist damit nach ZVEI-Führungskreis Definition eine Anwendung im Netz ihrer Organisationseinheit, sie ist im vollständigen Besitz ihrer Organisationseinheit, sie unterliegt der Security- und QoS-Poliy der Organisationseinheit, ist durch ein System gesichert und durchgängig verfügbar sowie eine Allokation im Netz und Realisierung ist vollständig virtualisiert.

Ziel von openAAS:

  • Entwicklung des generischen Verwaltungsschalentemplates,
  • Implementierung einer Open Source Lösung gemeinsam mit den beteiligten Kreisen,
  • Erprobung und Verifikation des Verwaltungsschalenmodells am Beispiel der Plattform-Szenarien,
  • Verbreitung und Erläuterung der dem Verwaltungsschalenmodell zugrunde liegenden Konzepte.

Verwaltungsschale kann kein digitaler Zwilling sein

„Die Verwaltungsschale ist nicht der digitale Zwilling und enthält diesen auch nicht. Beim Zwilling handelt es sich um eine Simulation“, stellt Epple klar. Für ihn beginnt die Verwaltungsschale im virtuellen I.4.0-Netzwerk und nicht im Gerät. Hierbei sieht Epple momentan noch ein Problem bei den HMIs (Human-Machine-Interfaces).

Parship im Führungskreis Industrie 4.0

Dr. Dominik Rohrmus stellte ein weitere Projekt des Führungskreises vor: „LNI 4.0 (Labs Network Industrie 4.0) ist wie Parship für die Industrie. Wir sehen uns als Katalysator zwischen Theorie und Praxis für die I4.0-Anforderungen von KMUs.“ In über 40 Testzentren deutschlandweit können kleine und mittlere Unternehmen neue Technologien risikofrei testen und die Potenziale ihrer Geschäftsszenarien prüfen. LNI 4.0 hilft den Unternehmen dabei den passenden Forschungspartner für ihr Projekt zu finden.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal elektrotechnik erschienen.

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