Studie

Zaghafte Umsetzung: IT-Automatisierung in der Smart Factory

| Autor / Redakteur: Carsten Sander / Redaktion IoT

Industriebetriebe lassen zu viele Automatisierungspotenziale ungenutzt.
Industriebetriebe lassen zu viele Automatisierungspotenziale ungenutzt. (Nexinto)

Ziel vieler Digitalisierungsprojekte in der Industrie ist nicht nur die Entwicklung neuer Produkte, sondern vor allem IT-Prozesse durch eine höhere Automatisierung zu verbessern. Doch von diesem Wunschbild ist das Gros der Unternehmen noch weit entfernt.

Führende Industrie- und Automotive-Konzerne arbeiten fieberhaft an neuen Automatisierungstechnologien. Ihr Ziel: die nächste Generation ihrer digitalen Dienste noch effizienter, intelligenter und kundenfreundlicher gestalten. Mit einem hohen Automationsgrad verbinden Unternehmen demnach nicht nur die Möglichkeit, Ressourcen einzusparen, sondern vor allem diese zugunsten neuer Geschäftsmodelle und innovativer Produkte umzuschichten. Die Automatisierung der IT zählt heute zu einem der wichtigsten Handlungsfelder deutscher Unternehmen. Denn noch passiert zu viel in „Handarbeit“, was innovative Infrastruktur-Konzepte und Software-Lösungen etwa beim Patching, Kapazitätsmanagement oder Skalierung bereits autonom ausführen könnten.

Die Studie „Cloud Automation Excellence“ von Hewlett Packard Enterprise und Nexinto, die Crisp Research durchgeführt hat, zeigt: lediglich 6,4 Prozent aller Unternehmen ist vollständig oder hochgradig automatisiert. Ein wenig besser sieht es beim alleinigen Blick auf die metallverarbeitende Industrie- und Automobilbranche aus. Hier liegt der Anteil mit rund 11 Prozent über dem Durchschnitt aller Branchen. Dennoch bedeutet dies im Umkehrschluss: Bei 89 Prozent ist auch hier noch deutlich Luft nach oben.

Hürden liegen nicht nur in der Technik

Obwohl Digitalisierung höchste Aufmerksamkeit in allen Unternehmensbereichen hat, ist sie kein Selbstläufer bei der Automatisierung. Zu den fünf wesentlichen Hürden gehören neben fehlenden Budgets (36,8 Prozent) unter anderem eine fehlende Transparenz in der IT-Landschaft (32,3 Prozent). Direkt dahinter stehen starre Organisationsstrukturen (27,7 Prozent) und mangelnde Erfahrung sowie Fertigkeiten (27,1). Zusätzlich müssen sich Unternehmen mit den Altsystemen in ihrer IT-Landschaft (26,5 Prozent) abmühen. Dies sind nur einige Bereiche, bei denen dringender Nachholbedarf besteht. Denn die Automatisierung der IT und der damit verbundenen Betriebsprozess spielt als Enabler digitaler Produkte sowie neuer Entwicklungs- und Innovationsmethoden heute und zukünftig eine elementare Rolle.

Dafür müssen Unternehmen zum einen den viel beschworenen Cultural Change zu einem agilen Mindset in Angriff nehmen und zum anderen ihre IT-Landschaft an die neuen Herausforderungen anpassen. Dazu gehört wesentlich die Cloud als Enabler-Techologie. Hier lohnt sich auch die Zusammenarbeit mit Managed-Services-Anbietern, die ihre Dienste bereits auf Automatisierung getrimmt haben und über Plattformen quasi auf Knopfruck bereitstellen. Damit erhalten Unternehmen einerseits eine gute technologische Basis und überbrücken andererseits das „Skill-Gap“ durch fehlende Fachkräfte.

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