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Digitale Neuausrichtung

Wo bleiben die neuen Industrie-4.0-Geschäftsmodelle?

| Autor/ Redakteur: Jean-Michel Cagin, Michael Mansard* / Marlene Mahlo

Die Etablierung neuer Geschäftsmodelle kann im Zusammenhang mit Industrie 4.0 oft als Chance begriffen werden. Die Wirklichkeit sieht häufig anders aus: Häufig verwenden Unternehmen die neuen Technologien lediglich für eine Effizienzsteigerung oder die Kostenreduktion.

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Einer der wichtigen Aspekte bei der Transformation zu neuen Geschäftsmodellen der Subscription Economy ist die Anpassung der betriebswirtschaftlichen Systeme der produzierenden Unternehmen.
Einer der wichtigen Aspekte bei der Transformation zu neuen Geschäftsmodellen der Subscription Economy ist die Anpassung der betriebswirtschaftlichen Systeme der produzierenden Unternehmen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die größte Chance in diesem Zusammenhang ist eine Verschiebung weg von Einmalgeschäften hin zu mehr Kundenbindung und sogenannten Recurring Modellen. Kurzum, es gilt die alten Modelle zu überarbeiten und neue Umsätze zu generieren. Neue Geschäftsmodelle transformieren viele Bereiche seit einigen Jahren dramatisch. Unter dem Begriff Subscription Economy werden alle Geschäftsmodelle subsummiert, bei denen die Monetarisierung über digitale Zusatz-Services, flexible Abonnement-Modelle oder Pay per Use erfolgt. Neben neuen Umsatzmöglichkeiten bieten sich dadurch auch weitere Vorteile: Die Anbieter solcher Modelle können die Nutzung ihrer Produkte durch den Anwender viel genauer analysieren und so exakt an die Kundenbedürfnisse anpassen. Damit wird eine echte Kundenorientierung möglich, die bisher oft nur Wunschdenken war. Software-as-a-Service- und Medienanbieter wie Microsoft und Netflix machen es vor.

Doch wie gelingt diese Transformation für Anbieter klassischer Industrieprodukte – also physischer Güter? Apple kann hier als gutes Beispiel dienen. Vom ursprünglichen Anbieter von Hardware – vom ersten Mac bis zum iPhone – hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren mehr und mehr auf digitale Zusatzdienste fokussiert. Neben Hardware und Content-Services hat das Unternehmen den Datenschutz für seine Kunden als dritte Säule seines Geschäftsmodells eingeführt. Die neuesten Ankündigungen zeigen, wie wichtig neue Geschäftsmodelle für Apple inzwischen sind. Wie die Zukunft für eine andere klassisch geprägte Branche – die Automobilindustrie – aussehen kann, zeigen die Aussagen von Wirtschaftsminister Peter Altmaier, nach denen in der Zukunft gut die Hälfte des Werts eines Automobils auf digitale Tools und Services entfallen werden. Die Subscription Economy kann also auch für die Unternehmen der Automatisierungsbranche neue Möglichkeiten eröffnen, zumindest als Ergänzung des bisherigen Geschäftsmodells. So soll beispielsweise der Markt für Predictive Maintenance bis 2022 auf bis zu 11 Mrd. US$ pro Jahr wachsen.