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Smarte Zahlungsmittel Wissenschaftler aus Lemgo arbeiten am intelligenten Geldschein

Redakteur: Franz Graser

Mit der smarten Banknote wagen die Forscherinnen und Forscher der Hochschule Ostwestfalen-Lippe den Innovationssprung. Sie wollen Geldscheine kreieren, die über aufgedruckte dynamische Steuerelemente ein eigenes digitales Produktgedächtnis erzeugen können.

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Die Projektpartner des Forschungsvorhabens „smartBN“ beim Auftaktmeeting im Lemgoer Forschungs- und Entwicklungszentrum CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT): (v.l.n.r.) Emmanuel Thony (KBA-NotaSys), Prof. Michael Hübner (Ruhr-Universität Bochum), Mark Funk (inIT), Dr. Helene Dörksen (inIT), Matthias Scharf (ILT.NRW), Prof. Volker Lohweg (inIT), Dr. Alexander Knobloch (Diebold Nixdorf AG), Johannes Schaede (KBA-NotaSys), Prof. Hans-Jürgen Danneel (ILT.NRW).
Die Projektpartner des Forschungsvorhabens „smartBN“ beim Auftaktmeeting im Lemgoer Forschungs- und Entwicklungszentrum CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT): (v.l.n.r.) Emmanuel Thony (KBA-NotaSys), Prof. Michael Hübner (Ruhr-Universität Bochum), Mark Funk (inIT), Dr. Helene Dörksen (inIT), Matthias Scharf (ILT.NRW), Prof. Volker Lohweg (inIT), Dr. Alexander Knobloch (Diebold Nixdorf AG), Johannes Schaede (KBA-NotaSys), Prof. Hans-Jürgen Danneel (ILT.NRW).
(Bild: Centrum Industrial IT (CIIT))

Der Trend zur Digitalisierung des Alltags nimmt stetig zu. Die beliebteste Bezahlmethode bleibt jedoch das Bargeld, das als besonders zuverlässig, anonym und authentisch gilt und daher weltweit akzeptiert und verbreitet ist. Doch werden wir auch zukünftig noch mit Bargeld bezahlen?

Industrielle Informationstechniken und Sicherheitsaspekte bekommen eine zunehmende Bedeutung im Kontext der „digitalen Transformation“, die auch bei der Herstellung von Banknoten nicht Halt macht. Im Forschungsvorhaben „smartBN“, dessen Name für „Intelligenter Schutz im Zahlungsverkehr durch smarte Banknoten“ steht, wollen die Projektpartner eine vollkommen neuartige Banknote entwickeln, die später den weltweiten Zahlungsprozess revolutionieren könnte.

Industrie 4.0 steht Pate

„Wir wollen eine intelligente Banknote realisieren, die angelehnt an Industrie 4.0-Konzepte mit der Umgebung an Bezahlterminals kommunizieren kann und dabei trotzdem anonym und sicher bleibt“, beschreibt Professor Volker Lohweg, Projektleiter und Vorstand am inIT (Institut für industrielle Informationstechnik), das Forschungsziel. Erreicht werden soll dies über den Einsatz neuer Materialien bei der Banknotenherstellung sowie neuartiger Algorithmen, die diese Banknoten mit einer (teil)aktiven lokalen Intelligenz ausstatten.

„Chemische Substanzen werden so auf die Banknote aufgebracht, die optisch veränderbar sind und wie ein Speicher verwendet werden können“, erläutert Professor Hans-Jürgen Danneel vom ILT.NRW (Institut für Lebensmitteltechnologie). So kann die Banknote Informationen aufnehmen und abgeben.

„Dieser Ansatz geht in eine vollkommen andere Denkrichtung als bisher“, so Lohweg. Konsumenten und Automaten könnten die Banknote dann direkt zur Bestätigung der Echtheit nutzen. Auch bei anderen Wertpapieren wie Schecks, Tickets, Coupons oder bei Verpackungen könnte die zu erforschende Systematik später angewandt werden.

In Kooperation mit dem ILT.NRW werden Industrie 4.0-Konzepte mit dem Know-how aus dem Life-Science-Bereich zusammengeführt. Mit den Industriepartnern Koenig & Bauer (KBA) und Diebold Nixdorf sollen Hard- und Soft-Sensoriken und Aktivierungssysteme realisiert werden.

„Die Institute erforschen gemeinsam vollkommen neuartige biosensorische und photonische Verfahren. Auch neue optische Detektoren sollen realisiert werden. Wir sind zuversichtlich, dass die smarte Banknote sich im Zahlungsverkehr der Zukunft durchsetzen wird“, meint Lohweg, der auch auf die enge Zusammenarbeit mit Professor Michael Hübner vom Lehrstuhl für eingebettete Systeme der Informationstechnik der Ruhr-Universität Bochum setzt.

Längere Lebensdauer für die Geldscheine

Die jährlichen Bereitstellungskosten für den Banknotenumlauf, von der Produktion bis zur Vernichtung, betragen allein in Europa rund 90 Milliarden Euro. „Ein Innovationssprung in dieser Prozesskette wäre die Realisierung einer smarten Banknote, die sicherer wäre und die Lebensdauer einer Banknote verlängert. Alternative eMoney-Zahlsysteme können bislang Bargeldeigenschaften nicht ersetzen“, erklärt Lohweg. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) empfehle die Verwendung von Bargeld – obwohl seine Abschaffung immer wieder diskutiert wird.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal ELEKTRONIKPRAXIS.

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