Expertenbeitrag

 Christian Lutz

Christian Lutz

Mitgründer und President of the Board, crate.io

IoT aktiv nutzen Wieso Unternehmen eine aktive Daten-Strategie brauchen

Von Christian Lutz

Das IoT ist längst keine Randerscheinung mehr, sondern in der Mehrzahl der Unternehmen präsent. Nun ist es allerdings wichtig, sich nicht auf der Implementierung auszuruhen. Wieso eine aktive Strategie zur sinnvollen Datennutzung jetzt entscheidend ist.

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Bis 2025 soll es weltweit rund 75 Milliarden internetfähige Geräte geben, die gigantische Datenmengen sammeln. Ohne die richtige KI und Echtzeitanalysen lässt sich daraus aber kein Mehrwert generieren.
Bis 2025 soll es weltweit rund 75 Milliarden internetfähige Geräte geben, die gigantische Datenmengen sammeln. Ohne die richtige KI und Echtzeitanalysen lässt sich daraus aber kein Mehrwert generieren.
(Bild: gemeinfrei // Unsplash)

Ein großer Teil der Öffentlichkeit denkt beim Begriff künstliche Intelligenz (KI) sofort an Pods in Zimmerecken, die darauf warten, dass sie mit einem 'Hallo', 'Hey' oder 'Alexa!' aktiviert werden. Ein solches Szenario ist ein Paradebeispiel für eine breite Palette von Anwendungsfällen. Das Spektrum reicht von einem virtuellen Assistenten, der das Licht im Esszimmer einschaltet, bis hin zur Verarbeitung und Analyse von Datenpunkten. Doch während KI dem Privatanwender lediglich bei der Erledigung kleinerer Aufgaben im Haushalt hilft, avanciert sie in Unternehmen als Teil des intelligenten Internets der Dinge (IoT) schnell zu einem festen Bestandteil des Technologie-Stacks.

So investieren immer mehr Unternehmen in das IoT. Eine Studie von IDG Research Services und TÜV Süd von 2020 zeigt, dass 51 Prozent der in der DACH-Region befragten Unternehmen bereits IoT-Projekte umsetzte. Dies entspricht einer Steigerung von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei die Zahl der IoT-Projekte ebenfalls zunahm, angetrieben von den großen Unternehmen. Die Befragten versprechen sich vor allem eine höhere Produktivität, effektive Kostensenkung und steigende Umsätze.

Fast zwei Drittel (65 %) der Unternehmen in der DACH-Region greifen auf einen externen Partner zurück, um ihre IoT-Herausforderungen zu bewältigen. So wurden seit Anfang des Jahrtausends mehrere Startups gegründet, die Unternehmen mit verwertbaren Daten versorgen, um deren IoT-Zukunft zu gestalten. Ein Beispiel dafür ist die Möglichkeit, auch nach der Pandemie zu erkennen, unter welchen Bedingungen die Mitarbeiter am produktivsten arbeiten, um auf der Basis von Daten beispielsweise hybride Arbeitsmethoden zu entwickeln.

Die Kontrolle über die Dinge übernehmen

Die erforderlichen Datenpunkte werden als Knotenpunkte im IoT beschrieben. Unternehmen müssen daher damit beginnen, jede Internetverbindung als einen Punkt zu betrachten, von dem aus Daten abgerufen und analysiert werden können. Einfache Sensoren, Kameras und Mikrofone in Besprechungsräumen können beispielsweise intelligent genug sein, um Daten zur Analyse und Verbesserung zu nutzen.

Wie eine im August veröffentlichte Studie von Cision zeigt, soll der weltweite Markt für KI im IoT bis 2026 ein Volumen von 21,7 Milliarden US-Dollar erreichen, was die Chancen für Unternehmen verdeutlicht. Ein Markt dieser Größe wird zwangsläufig von Dienstleistern dominiert, die mit dem überzeugenden Argument ‘sie brauchen nicht in Ihr eigenes Unternehmen zu investieren. Wir machen das für Sie‘ antreten. Jedoch werden langfristig die Unternehmen erfolgreich sein, die sich der Herausforderung stellen und mit diesen Anbietern zusammenarbeiten. Durch die Entwicklung von Strategien rund um vernetzte Geräte und die erfassten Daten können Unternehmen neue Entscheidungen oder Empfehlungen auf Basis der neu gewonnenen Informationen treffen.

Die bevorstehende IoT-Revolution

Das IoT kann für viele Unternehmensleiter auch ein abschreckendes Konzept sein. Das Schlagwort, das Visionen von Roboter-Baristas und -Drohnen, die Pakete ausliefern, hervorruft, ist so ein Aspekt. Klar ist, dass jedes vernetzte Gerät Daten sammelt, die für verschiedene Zwecke genutzt werden können. Die Daten, die heute bereits aus Straßenleuchten gewonnen werden können, können in der Smart City anzeigen, wann die Straßen am stärksten befahren sind, welche Parkplätze frei sind, wie das Wetter ist und welche Wege Fußgänger in bestimmten Gegenden nehmen.

Diese Art der Datenerfassung werden sich künftig immer mehr Unternehmen zunutze machen. Laut Statista werden bis zum Jahr 2025 weltweit mehr als 75 Milliarden internetfähige Geräte installiert sein, von denen jedes einzelne Gerät Daten in einem noch nie dagewesenen Ausmaß erfasst. In den letzten zehn Jahren war bereits zu beobachten, wie Daten zur Vorhersage steigender Temperaturen oder zur Manipulation von Wahlen und öffentlichen Abstimmungen genutzt werden können. Aber unabhängig von der Anwendung gilt: Ohne die richtige KI und Echtzeitanalyse lassen sich Daten nicht vollständig nutzen.

Unternehmen brauchen globale Data-Hub-Strategien

Im nächsten Jahrzehnt wird es eine Explosion von neuen IoT-Anwendungsfällen geben. Die nächste Generation von Programmierern wird dann diese von den IoT-Geräten gelieferte Informationen verstehen, nutzen und analysieren können. Unternehmen werden neue globale Data-Hub-Strategien speziell für Sensordaten und andere automatisch generierte Maschinendaten entwickeln müssen.

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Die Einführung von 5G – mit höheren Geschwindigkeiten, niedrigeren Latenzzeiten und einer ausgereiften Netzwerkstruktur – hat ebenfalls zu einer Zunahme von Geräten am Netzwerk-Edge geführt. Diese Edge Geräte können grundlegende Analysen durchführen und dadurch sofortige Erkenntnisse bereitstellen, was ebenfalls eine Verlagerung von der Cloud zum Edge verursacht.

In einem so riesigen Markt wird es viele Bereiche geben, auf die sich Anbieter spezialisieren können. Auf dem Unternehmensmarkt beispielsweise wimmelt es bereits von Analyseanbietern, die Unternehmen Daten zur Verfügung stellen, auf die sie sich bei der Planung künftiger Zweigstellen stützen können. Es gibt jedoch immer Lücken in unterversorgten Märkten.

Die Datenrevolution hat gerade erst begonnen

Tatsache ist, dass die Datenrevolution gerade erst begonnen hat und die damit verbundenen Chancen erst am Anfang stehen. Dadurch entsteht ein völlig neuer Markt, von dem innovative Unternehmen profitieren können. Die Unternehmen, die daran teilhaben wollen, müssen jetzt damit beginnen, den Wandel anzunehmen. Im Gegenzug werden sie neue Möglichkeiten und eine neue Wachstumsphase erleben.

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