Ozapft is!

(Wiesn-)Bier-Logistik aus der Cloud

| Redakteur: Jürgen Schreier

Jedes Jahr fließen über sieben Millionen Liter Bier durch die Kehlen der Oktoberfestbesucher.
Jedes Jahr fließen über sieben Millionen Liter Bier durch die Kehlen der Oktoberfestbesucher. (Bild: Pixabay)

In Echtzeit logistische Prozesse steuern und kontrollieren: Der digitale Leitstand in der Distribution macht das möglich. Auch der Brauwirtschaft kann eine digitalisierte Lieferkette Wettbewerbsvorteile verschaffen - keineswegs nur zur Wiesn-Zeit.

Heute ist es wieder so weit: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter eröffnet um 12.00 Uhr das Oktoberfest 2017. Mit Bierpreisen um die elf Euro pro Maß ist der Wiesn-Besuch zugegebenermaßen eine ganz schön teure Gaudi - mal abgesehen von den Hendln, Haxn und Brezn, die zusätzlich in den Mägen der hungrigen Oktoberfest-Besucher landen. Trotz saftiger Preise wird der Gerstensaft auch beim Oktoberfest 2017 wieder in Strömen fließen: Jedes Jahr sind es über sieben Millionen Liter.

Und: Der Nachschub scheint zu funktionieren. Denn "kein Bier", das gab (und gibt?) es vielleicht auf Hawaii, nicht aber auf der Wiesn - selbst wenn die Traditionsbrauereien Augustiner und Tegernseer Mitte August - und damit ausgerechnet in der durstigen Jahreszeit - Lieferengpässe melden mussten. Der Grund: Ein Mangel an bauchigen Euroflaschen, an denen einige Brauereien in und um München unverdrossen festhalten, während die Brauwirtschaft im Rest der Republik inzwischen auf die reichlich verfügbaren NRW-Flaschen setzt . Doch keine Panik! Auf dem Oktoberfest kommt der "Stoff" aus dem Fass (vom Weißbier einmal angesehen). Und so ist davon auszugehen, dass Brauer und Getränkezulieferer auch in diesem Jahr in Sachen Wiesn-Bier-Logistik wieder "ordentlich" performen werden.

Die Brauereilandschaft bietet noch Vernetzungspotenzial

Doch wie sieht es bei den "Biermanufakturen" hinter den Kulissen aus? Wie steuern diese ihre komplexen logistischen Prozesse? Gibt es sie schon, die "Brauerei 4.0" mit voll digitalisiertem Lieferkettenmanagement? Die Antwort fällt ein wenig ernüchternd aus. Ja, Computer, die gibt's natürlich; auch Systeme, mit denen automatisierte Qualitätskontrollen im Getränketank durchgeführt werden. Und moderne Abfüllanlagen, wie sie Marktführer Krones unlängst auf der Fachmesse drinktec 2017 präsentierte, sind selbstverständlich topfit für die digitale Welt.

Von einer durchgehend vernetzten IT-Infrastruktur in der "Welt des Bieres" könne aber bis dato keine Rede sein, zeigt man sich bei dem IT-Dienstleister EURO-LOG überzeugt. Dabei ist die Cloud, die Software-as-a-Service (SaaS) bereitstellt und die Abläufe in der Logistik digitalisiert und optimiert, dank des SCM-Spezialisten aus Hallbergmoos längst Realität. Die Getränkeindustrie, so EURO-LOG, könne von der Digitalisierung ihrer Prozesse nur profitieren, da ihre bisherigen Services längst kein Alleinstellungsmerkmal mehr seien. Folglich müssten sie den digitalen Wandel konsequent in Angriff nehmen.

Und wie sieht dieser digitale Wandel aus, wie funktioniert eine solche, digitalisierte Supply Chain für Bier oder andere Getränke? Im Mittelpunkt steht der digitale Leitstand für logistische Prozesse in der Distribution, der es ermöglicht, alle Partner entlang der Transportkette in Echtzeit zu verknüpfen, eine transparente Lieferkette zur besseren Zusammenarbeit zu schaffen und den Verantwortlichen maximale Steuerung zu bieten. Die optimierte Lieferkette hilft den Brauereien, ihren Kundenservice zu verbessern, Kosten zu reduzieren, um so konkurrenzfähig zu bleiben.

Der Leitstand - Basis der digitalen Supply Chain

Grundlage für den digitalen Logistikleitstand ist die „Kommunikationsplattform“, die als zentrale Datendrehscheibe die SAP-/ERP-Systeme mit den jeweiligen Logistikdienstleistern und Kunden verbindet. Alle Daten, die zwischen den Getränkeproduzenten, Logistikdienstleistern und Kunden ausgetauscht werden, laufen über diese Plattform. Da der Leitstand die gesamte Transportkette – von der Bestellung bis zur Auslieferung – in Echtzeit visualisiert, können die Brauer auf prozesskritische Abläufe schnell reagieren und ihre Dienstleister sowie Kunden umfassend steuern.

Die Bier-Supply-Chain voll im Griff mit dem Logistikleitstand in der Cloud - und das nicht nur zur Wiesn-Zeit!
Die Bier-Supply-Chain voll im Griff mit dem Logistikleitstand in der Cloud - und das nicht nur zur Wiesn-Zeit! (Bild: EURO-LOG)

Die ausgetauschten Daten – nämlich Transportaufträge, Statusinformationen, Ablieferbelege und Alerts – werden zusätzlich in der zentralen Datenbank in der Cloud gespeichert und stehen über ein entsprechendes Berechtigungskonzept der Zentrale (z.B. der zentralen Logistik), dem Logistikdienstleister oder dem Kunden zur Verfügung. Mit dem umfangreichen Rechtesystem lässt sich exakt steuern, welcher Anwender welche Module nutzen und welche Informationen der jeweilige Anwender sehen darf.

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