Blockchain-Technologien

Wien soll Blockchain-Welthauptstadt werden

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die Welthauptstadt des Walzers soll jetzt auch zur Welthauptstadt der Blockchain-Technologie werden.
Die Welthauptstadt des Walzers soll jetzt auch zur Welthauptstadt der Blockchain-Technologie werden. (Bild: Pixabay / CC0)

In Wien entsteht das weltweit größte Blockchain-Kompetenzzentrum. Mit dem COMET Zentrum (K1) Austrian Blockchain Center (ABC) sollen die interdisziplinären Kompetenzen im Bereich der Grundlagen und der Anwendung von Blockchain-Technologien nun an einer Adresse gebündelt werden.

Österreich zählt zu jenen Ländern, in denen bereits sehr frühzeitig Blockchain-Know-how aufgebaut wurde. Am COMET Zentrum (K1) Austrian Blockchain Center (ABC) sind 21 wissenschaftliche Einrichtungen, 54 Unternehmen und 17 assoziierte Mitwirkende beteiligt, darunter 16 internationale Einrichtungen bzw. Unternehmen. Die Forschungsschwerpunkte des Zentrums reichen von Industrie 4.0 (Internet of Things) über den Finanz-, Energie- und Logistikbereich bis hin zu Anwendungen im öffentlichen Bereich und in der Verwaltung. Ziel des COMET Zentrum (K1) Austrian Blockchain Center (ABC) ist die wissenschaftlich fundierte (Weiter-)Entwicklung von Anwendungen, die auf Blockchain-Technologien beruhen.

ABC baut auf interdisziplinären Ansatz

„Die umfassende Untersuchung und Nutzung der Blockchain-Technologie kann nur durch einen interdisziplinären Ansatz gelingen. Daher arbeiten am ABC Partner aus vielen unterschiedlichen Disziplinen zusammen. Das Zentrum ist für Österreich eine große Chance, um auf diesem zukunftsträchtigen Gebiet den Anschluss an die Hightech-Giganten in den USA und Asien nicht zu verlieren. Auch die Förderung sogenannter ‚Hidden Champions‘ - das sind der Öffentlichkeit kaum bekannte, inhabergeführte Weltmarktführer - ist uns ein Anliegen“, sagt der wissenschaftliche Leiter und Koordinator des Zentrums, Alfred Taudes, der an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) auch das Forschungsinstitut für Kryptoökonomie leitet.

Viele Blockchain-basierte Anwendungen und Geschäftsmodelle sind durch die Zusammenarbeit etablierter Akteurinnen und Akteure, innovativer Start-ups und führender Forschungs- und Entwicklungsinstitutionen bereits entstanden. Die Einrichtung des COMET-Zentrums werde zu einer deutlichen Intensivierung dieser Aktivitäten führen und als Schlüssel zur Schaffung neuer Arbeitsplätze dazu beitragen, Österreich als eines der innovativsten Länder Europas zu etablieren, ist manh überzeugt.

COMET Zentrum (K1) Austrian Blockchain Center erforscht fünf Bereiche

Das Austrian Blockchain Center wird mit den bereits bestehenden COMET-Zentren CDP, SBA Research sowie internationalen Blockchain-Initiativen eng zusammenarbeiten. Die vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsthemen des Zentrums werden in fünf Bereichen („Cryptography, Technology & Security“ (Koordination SBA Research), „Cryptoeconomic Modelling & Blockchain Applications for Business“ (Koordination), „Emerging Industries & Blockchains in Manufacturing“ (Koordination FH St. Pölten), „Data Science Methods for Blockchain Analytics & PredictWU Wienions“ (Koordination AIT und RIAT) und „Legal and Political Implications“ (Koordination WU Wien)) gebündelt und beschäftigen sich u.a. mit wirtschaftlichen, technologischen, anwendungsbezogenen sowie politischen und rechtlichen Fragestellungen.

Als Beispiel kann die Verbesserung der Kundenidentifikation und damit der diesbezüglichen Compliance von Banken und Versicherungen genannt werden, die bislang mit der wiederholten Vorlage derselben Dokumente, langen Bearbeitungszeiten, hohen Kosten etc. verbunden ist. Dazu verweisen Einträge in der Blockchain auf bereits überprüfte Daten der Kundenidentifikation, welche Finanzdienstleister ohne weiteren Überprüfungsaufwand immer wieder verwenden können, wobei datenschutzrechtliche Implikationen zu klären sind.

Der Einsatz von Blockchains in der Buchführung und Prüfung von Unternehmen, die Etablierung betrugsresistenter Steuererhebungsverfahren, die Gestaltung und Adaptierung von Compliance-Systemen sowie die unternehmensübergreifende Verwaltung von Messdaten oder die Mensch-Maschine-Interaktion sowie die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation in der Industrie 4.0 werden als weitere vielversprechende Beispiele genannt, die starke Wachstumsimpulse erwarten lassen.

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