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Datenbrillen, Drohnen und Co.

Wie wird die Digitalisierung die Logistik verändern?

| Redakteur: Georgina Bott

Werden die aufwändige Inventur im Lager und der Lkw, der die Bestellung zum Händler bringt, schon bald zum Auslaufmodell? Bereits in zehn Jahren wird sich die Logistik nach Ansicht einer großen Mehrheit der Unternehmen völlig verändern.

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Die aufwändige Inventur im Lager, der Gabelstapler, der Paletten hin und her fährt, und der Lkw, der die Bestellung zum Händler bringt, könnten durch die Digitalisierung der Logistik schon bald Auslaufmodelle sein.
Die aufwändige Inventur im Lager, der Gabelstapler, der Paletten hin und her fährt, und der Lkw, der die Bestellung zum Händler bringt, könnten durch die Digitalisierung der Logistik schon bald Auslaufmodelle sein.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Obwohl drei von vier Unternehmen die Digitalisierung der Logistik als Herausforderung sehen, erwartet die große Mehrheit der Unternehmen den Einsatz von Datenbrillen, Drohnen, autonomen Fahrzeugen und AI. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 508 Unternehmen mit Logistikprozessen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Drei Viertel (75 Prozent) dieser Unternehmen erwarten, dass Datenbrillen weit verbreitet sein werden und die Beschäftigten in der Logistik unterstützen, etwa mit eingeblendeten Zusatzinformationen. Zwei Drittel (65 Prozent) glauben, dass selbstlernende Systeme viele Aufgaben in der Logistik übernehmen werden, etwa die Planung der besten Route oder das Auslösen von Bestellvorgängen. Sechs von Zehn (58 Prozent) rechnen damit, dass autonome Drohnen die Inventur des Lagerbestands durchführen werden. Auch heute nutzen bereits acht von zehn Unternehmen spezielle digitale Lösungen für den Warentransport.

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Ähnlich viele (57 Prozent) gehen davon aus, dass die Waren mit autonomen Fahrzeugen transportiert werden, Vier von Zehn (42 Prozent) sind der Meinung, dass Drohnen und Lieferroboter die Produkte sogar bis zum Kunden bringen.

„Die Logistik ist bereits heute einer der digitalsten Unternehmensbereiche“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Aber mit Drohnen, autonomen Systemen und Artificial Intelligence steht der Logistik nicht nur eine Optimierung von Geschäftsprozessen bevor, sondern eine echte Revolution.“

Digitalisierung als Chance

Drei Viertel der Unternehmen (74 Prozent) sehen aktuell die Digitalisierung als große Herausforderung für die Logistik. Nur hohe Treibstoff- und Energiepreise werden häufiger genannt (85 Prozent). Andere Themen wie die Rekrutierung von qualifizierten Mitarbeitern (70 Prozent), hohe Mautgebühren (69 Prozent) oder die Personalkosten (59 Prozent) werden deutlich seltener erwähnt. Dabei sehen die Unternehmen die Digitalisierung als solche als Herausforderung, nicht die Kosten der Digitalisierung – diese werden nur von 15 Prozent der Unternehmen genannt.

Rohleder: „Die Unternehmen scheuen nicht vor Investitionen in die Digitalisierung zurück, aber ihnen fehlt offensichtlich das Know-how, um die Digitale Transformation aktiv gestalten zu können.“

Dabei sieht die große Mehrheit der Unternehmen eine Vielzahl von Vorteilen durch digitale Technologien in der Logistik. Jeweils Neun von Zehn erwarten eine langfristige Senkung der Kosten (89 Prozent) und eine Beschleunigung des Transports (86 Prozent). Rund drei Viertel (72 Prozent) erwarten weniger Fehler in der Transportkette und 58 Prozent einen umweltschonenderen Transport. Die Digitalisierung insgesamt sehen 88 Prozent als Chance, nur 11 Prozent als Risiko.

Bereits heute digitale Technologien im Einsatz

Eine große Mehrheit der Unternehmen setzt bereits heute digitale Technologien in der Logistik ein. 84 Prozent der Befragten nutzen spezielle Lösungen, 6 Prozent planen konkret den Einsatz und weitere 6 Prozent können es sich vorstellen. Besonders häufig kommen fahrerlose Staplersysteme zum Einsatz (19 Prozent) beziehungsweise sind in Planung (26 Prozent). Ebenfalls weit verbreitet sind smarte Container (Einsatz: 20 Prozent, Planung: 15 Prozent) beziehungsweise Lagerroboter (Einsatz: 16 Prozent, Planung: 9 Prozent). Datenbrillen für die Mitarbeiter nutzen 8 Prozent der Unternehmen, 14 Prozent planen den Einsatz. Intelligente Handschuhe zur Unterstützung der Mitarbeiter kommen dagegen bislang nicht zum Einsatz, nur 3 Prozent der Unternehmen bereiten die Nutzung vor. Dagegen haben 9 Prozent der Unternehmen zumindest einzelne 3D-Drucker im Einsatz, weitere 5 Prozent planen dies.

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