Expertenbeitrag

 Robin Schwabe

Robin Schwabe

Solution Sales Manager, Dynabook Europe GmbH

Netzwerkrand Wie verändert Edge-Computing den Remote-Support?

Autor / Redakteur: Robin Schwabe / Sebastian Human

Das Thema Edge-Computing wird nicht nur in Deutschland bereits seit vielen Jahren heiß diskutiert. Da immer mehr Unternehmen auf IoT-Projekte setzen und ihre IT-Infrastruktur umstrukturieren, ist ein Durchbruch als Schlüsseltechnologie in greifbare Nähe gerückt.

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Neben klassischen Anwendungsszenarien der Datenverarbeitung ist auch das Aufgabengebiet des Remote-Support für den Einsatz von Edge-Computing prädestiniert.
Neben klassischen Anwendungsszenarien der Datenverarbeitung ist auch das Aufgabengebiet des Remote-Support für den Einsatz von Edge-Computing prädestiniert.
(Bild: Dynabook)

Die Covid-19-Pandemie hat im vergangenen Jahr in der Industrie vieles auf den Kopf gestellt. Insbesondere wurde deutlich, dass einige Unternehmen ihre Infrastruktur verändern müssen, um weiterhin zukunftsfähig aufgestellt zu sein.

Laut des Intelligent Edge Report geben ein Drittel der weltweit befragten IT-Entscheider an, ihre Systeme seien momentan mit der Verarbeitung der Daten überfordert. Denn die Datenmengen, die durch Unternehmen generiert werden, haben sich in den letzten Jahren vervielfacht. Jedoch ist es für Unternehmen essenziell, die anfallenden Daten richtig zu interpretieren und in ihre Geschäftsentscheidungen mit einzubeziehen. Das zeigt besonders der Blick auf die Zufriedenheit aktueller Anwender von Edge-Technologien: Ganze 96 Prozent der IT-Verantwortlichen sagen, dass ihr Unternehmen von den neuen Daten und Informationen profitiert und einen geschäftlichen Nutzen damit erzielt.

Die Anwendungsmöglichkeiten und Einsatzszenarien von Edge-Computing sind sehr vielfältig und viele Unternehmen, insbesondere im industriellen Umfeld, intensivieren momentan ihre Arbeit an IoT-Projekten. Fabriken werden automatisiert, Fahrzeuge fahren bald autonom, aber auch Bereiche wie Wartung und Remote-Support verändern sich.

Edge-Computing: Flexibel, kosteneffizient und dezentral

In IoT-Umgebungen entstehen durch eine Vielzahl an vernetzten Geräten und Sensoren riesige Datenmengen. Edge-Computing verarbeitet diese Daten direkt vor Ort und sie müssen nicht über das Netzwerk übertragen werden.

Die Datenverarbeitung findet somit nicht zentral statt, sondern rückt näher an die Endgeräte heran. Das verringert die Latenzzeiten, was besonders für zeitkritische Daten wichtig ist.

Auch beim Remote-Support ist die Reaktionsgeschwindigkeit entscheidend – beispielsweise bei einem Serverausfall oder einem Maschinendefekt. Schnelles Handeln verhindert in diesen Fällen maßgeblich größere Schäden und finanzielle Einbußen.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es sinnvoll, für die Bereiche Wartung und Service auf Edge-Computing zu setzen. Besonders im Zusammenspiel mit Wearables, wie Datenbrillen, entsteht hier ein Mehrwert. So muss ein Unternehmen nicht an jedem Standort geschultes Fachpersonal haben, sondern kann dies durch eine zentrale Stelle managen. Experten bekommen das Sichtfeld des Mitarbeiters eingeblendet und unterstützen aus der Ferne.

Auch lassen sich auf windows-basierten Lösungen, beispielsweise entsprechenden Mini-PCs, unternehmensspezifische Software und Applikationen nutzen. Das macht es Unternehmen einfach, Edge-Computing in bestehende Infrastrukturen und Prozesse zu integrieren.

Schwache Leitungen sind kein Hindernis

Ein weiterer spannender Aspekt, der vom Edge-Computing profitiert und stärkere Beachtung finden sollte, ist die Datenverarbeitung an Standorten mit keiner oder langsamer Netzwerkanbindung - wie beispielsweise in Kellern, Maschinenräumen oder auch bei Windkraftanlagen. Eine unmittelbare Übertragung von Daten erweist sich aufgrund der niedrigen Übertragungsgeschwindigkeiten als wenig praktikabel. Hier kommen Edge-Geräte ins Spiel, die Daten direkt am Ort der Entstehung sammeln und verarbeiten. Dadurch reduzieren sich die Datenmengen, bevor sie in das lokale Netzwerk gelangen. Die Weiterleitung der Daten erfolgt an einem zentralen Terminal, welcher idealerweise an ein Highspeed-Netz angeschlossen ist. Empfehlenswerte Edge-Geräte lassen sich beispielsweise direkt über WLAN oder per LAN mit dem Netzwerk verbinden. Das ermöglicht die reibungslose Synchronisierung mit den Servern – egal ob Unternehmensnetzwerk oder Cloud.

Kommt jetzt der Durchbruch?

Mit der Einführung von 5G steht ein neuer Mobilfunkstandard bereit, der durch hohe Verbindungsgeschwindigkeiten und flexible Einsatzmöglichkeiten gekennzeichnet ist. Das neue Hochgeschwindigkeitsnetz bildet die Grundlage für den großflächigen Einsatz von Edge-Computing-Lösungen. Die Fernwartung und der Remote-Support werden sich dadurch in den nächsten Jahren definitiv verändern. Aber auch das Beispiel der offline Datenverarbeitung zeigt, wie groß der Nutzen auch heutzutage schon ist. Falls Unternehmen das Thema noch nicht auf der Agenda hatten, sollten sie spätestens dieses Jahr darüber nachdenken.

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