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Leitfaden: Rechtliche Aspekte von Industrie 4.0 Wie schütze ich meine digitalisierte Fabrik?

| Redakteur: Simone Käfer

Die vernetzte Produktion wirft zahlreiche juristische Fragen auf. Laut einer Studie sind diese sogar eines der Hauptprobleme bei der Umsetzung. Ein Leitfaden von Bitkom gibt Antworten und Handlungsempfehlungen.

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Die Rechtsprechung hinkt hinterher: Es gibt noch keine Gesetze und noch keine ersten rechtlichen Vorkommnisse eine digitalisierte Fabrik betreffend. Aber Ratschläge gibt es, wie zum Beispiel von Bitkom.
Die Rechtsprechung hinkt hinterher: Es gibt noch keine Gesetze und noch keine ersten rechtlichen Vorkommnisse eine digitalisierte Fabrik betreffend. Aber Ratschläge gibt es, wie zum Beispiel von Bitkom.
(Bild: CC0 Public Domain/geralt, pixabay)

Die Sorge vor Gesetzesverstößen und Klagen ist eines der größten Hemmnisse bei der Verbreitung von Industrie 4.0. Das zeigt eine repräsentative Befragung von mehr als 500 Industrieunternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Demnach sagen 40 Prozent der Befragten*, dass ein fehlender Rechtsrahmen den Einsatz von Industrie-4.0-Techniken in ihrem Unternehmen hemmt. Ein Leitfaden den Bitkom soll hier Abhilfe schaffen. Dabei kommt dem Umgang mit den Daten, die in der vernetzten Produktion anfallen, besonderes Augenmerk zu:

  • Für welche Zwecke dürfen Produkt- und Produktionsdaten von wem und unter welchen Bedingungen genutzt werden?
  • Welche Datenschutzbestimmungen müssen im Umgang mit personenbezogenen Daten beachtet werden?
  • Welche Pflichten hat der Betreiber einer vernetzten Anlage in puncto IT-Sicherheit?
  • Wer haftet im Falle einer Cyberattacke?

Diese und weitere Fragen werden in dem Leitfaden Rechtliche Aspekte von Industrie 4.0 behandelt.

Ausgleich zwischen den Interessen muss geregelt werden

Industrie 4.0 ist auch in der Rechtsprechung noch Neuland. „Die größte Herausforderung aus juristischer Sicht besteht darin, einen Ausgleich zwischen den Interessen verschiedener Parteien zu finden“, sagt Thomas Kriesel, Bereichsleiter Unternehmensrecht beim Bitkom. So habe zum Beispiel ein Produzent großes Interesse an den Daten, die ein Produkt nach Auslieferung sendet, da diese zur Verbesserung der Qualität beitragen können. Hier müssten aber auch datenschutzrechtliche Bestimmungen beachtet werden. „Wir zeigen anhand konkreter Anwendungsszenarien, welche Gesetze in der vernetzten Industrie zu beachten sind, und geben konkrete Praxishinweise.“

Der Leitfaden wendet sich an Entscheidungsträger der Industrie und von IT-Unternehmen. Er ist kostenlos unter Rechtliche Aspekte von Industrie 4.0 verfügbar. Die Publikation ist eine Vorabfassung einer für Herbst 2016 geplanten umfangreicheren Veröffentlichung. In der Endfassung werden weitere Rechtsgebiete behandelt und die Darstellung der juristischen Zusammenhänge vertieft.

Zur Rolle der IT und der Verbreitung von Industrie 4.0

Im PDF-Dokument Industrie 4.0 – die neue Rolle der IT werden Chancen für Unternehmen der Digitalwirtschaft beschrieben. So können Firmen aus diesem Bereich beispielsweise neue Anwendungsfelder für ihre Produkte erschließen oder ihren Kunden neue Geschäftsmodelle aufzeigen.

Eine empirische Analyse von Anwendungsbeispielen bietet der Leitfaden: Industrie 4.0 – Status und Perspektiven. Dabei geht es vor allem um die Frage, welche Industrie-4.0-Anwendungen bereits am stärksten verbreitet sind. Hierzu wurde das Marktpotenzial von Anwendungsfällen aus zwei öffentlich verfügbaren Quellen nach Branchen und Anwendungsszenarien von Experten untersucht.

* Für den Leitfaden Rechtliche Aspekte von Industrie 4.0 befragte Bitkom Research 559 Produktionsleiter, Vorstände und Geschäftsführer von Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern. Die Fragestellung lautete: Welche Hemmnisse sehen Sie beim Einsatz von Industrie 4.0 in Ihrem Unternehmen?

Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Schwesterportal www.maschinenmarkt.de

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