Die Qual der Wahl

Wie man die passende IoT-Plattform findet

| Autor / Redakteur: Laurenz Kirchner / Jürgen Schreier

IoT-Plattformen sind das Rückgrat kalierbarer IoT-Anwendungen und -Services. Sie ermöglichen kleinen und mittelständischen Industrieunternehmen, solche Anwendungen und Services zu entwickeln und anzubieten.
IoT-Plattformen sind das Rückgrat kalierbarer IoT-Anwendungen und -Services. Sie ermöglichen kleinen und mittelständischen Industrieunternehmen, solche Anwendungen und Services zu entwickeln und anzubieten. (Bild: Pixabay / CC0)

Die Vernetzung diverser Geräte stellt immer mehr Unternehmen vor die Herausforderung, die richtige IoT-Plattform auszuwählen. In wenigen – aber zielgerichteten – Schritten ist es möglich, die Anforderungen an eine IoT-Lösung zu definieren und so ein passendes Produkt zu finden.

IoT-Plattformen sind das Rückgrat von skalierbaren IoT-Anwendungen und -Services. Sie versetzen auch kleine und mittelständische Industrieunternehmen in die Lage, solche Anwendungen und Services zu entwickeln und anzubieten. Bei der Auswahl einer IoT-Plattform stehen Unternehmen allerdings vor drei wesentlichen Herausforderungen:

  • 1) Unternehmen können heute für die Umsetzung von IoT-Anwendungen und -Services aus einer unüberschaubaren Vielzahl von IoT-Plattformen wählen;
  • 2) Bei der Auswahl einer IoT-Plattform geht es um nichts weniger als um die hochstrategische Entscheidung zur eigenen Wertschöpfungstiefe – „Make or Buy“;
  • 3) Die Auswahl einer IoT-Plattform ist kompliziert und komplex, und keine der sich am Markt befindlichen IoT-Plattformen ist „perfekt“.

Während der Begriff IoT-Plattform vor einigen Jahren nur ein Schlagwort war, müssen sich Unternehmen heutzutage zwischen mehr als 450 realen IoT-Plattformen entscheiden. Es ist zu erwarten, dass diese Zahl weiter ansteigen wird, denn zahlreiche weitere Anbieter versuchen, aus unterschiedlichen Ausgangspositionen heraus an diesem wachsenden Markt zu partizipieren. Hierzu gehören IT-basierte „Hyperscaler“ ebenso wie industriebranchenspezifische Anbieter, Startups und TelCos. Für das Jahr 2021 wird der Umsatz mit IoT-Plattformen auf 1700 Millionen US-Dollar geschätzt (Quelle: IoT Analytics 2016). Gleichzeitig deuten die Ergebnisse einer laufenden mm1-Studie zum Thema darauf hin, dass kaum ein Anwenderunternehmen den Überblick über auch nur einen kleinen Bruchteil des Marktangebotes hat.

Hochstrategische Entscheidung zur eigenen Wertschöpfungstiefe

Diese Ausgangssituation ist kritisch vor dem Hintergrund, dass es bei der Auswahl einer IoT-Plattform um nichts weniger als um die hochstrategische Entscheidung zur eigenen Wertschöpfungstiefe – „Make or Buy“ - geht. Um ein vernetztes Produktangebot wie beispielsweise den vielzitierten vernetzten Kühlschrank anbieten zu können, müssen entscheidende Aufgaben auf jeder Ebene des IoT-Stacks durchgeführt werden: Dinge & Device Management, Konnektivität & Kommunikation, Daten, Informationen, und Use Cases.

IoT-Plattformen versprechen, verschiedene Aufgaben auf verschiedenen dieser Ebenen zu übernehmen und weitgehend zu automatisieren. Insofern geht die Entscheidung für eine bestimmte IoT-Plattform einher mit der Entscheidung für eine bestimmte eigene Wertschöpfungstiefe, oder, mit anderen Worten, für „Make or Buy“ auf den verschiedenen Ebenen des IoT-Stacks. Vorreiterunternehmen wie Caterpillar und Sennheiser gehen noch weiter und sehen IoT-Plattformen auch in Zusammenhang mit der Entscheidung über die Wertschöpfungsbreite, insbesondere bei einer Servitisierungsstrategie.

Vier von zehn Unternehmen setzen auf IoT-Plattformen

Bitkom-Umfrage

Vier von zehn Unternehmen setzen auf IoT-Plattformen

25.06.18 - IoT-Plattformen sind für die Industrie 4.0 von zentraler Bedeutung. Wie eine aktuelle Umfrage von Bitkom nun zeigt, nutzen 43 Prozent der deutschen Industrieunternehmen bereits heute IoT-Plattformen. Im Gespräch ist das Thema immerhin bei acht von zehn befragten Unternehmen. lesen

Die, wie beschrieben strategisch hochrelevante, Auswahl einer IoT-Plattform ist kompliziert und komplex. Denn die Unterschiede bei den angebotenen IoT-Plattformen sind vielfältig, beispielsweise in der technischen Ausrichtung, den angebotenen Funktionen, den unterstützten Technologien, der Skalierbarkeit und der Preisgestaltung. Erschwerend kommt hinzu, dass die Marketingmaterialien der Anbieter dem Entwicklungsstand der Plattformen oft weit voraus sind. Und so kommt es, dass viele Unternehmen mitten in der Plattform-Implementierung feststellen, dass für ihr Vorhaben zentrale Technologien nicht ausreichend unterstützt werden, die Plattformkosten explodieren oder sie wettbewerbskritische Daten leichtfertig an einen Plattformanbieter weitergegeben haben.

Eine solche Fehlentscheidung hat schon viele Projekte scheitern lassen und macht einen aufwändigen Plattformwechsel erforderlich – Mehrkosten in sechs- bis siebenstelliger Höhe und monatelange Verzögerungen der „Time to market” sind die Folge. In der Praxis hat sich daher eine sorgfältige Plattformevaluation auf Basis von 60 bis 80 kritischen Parametern und einer systematischen individuellen Anforderungsanalyse bewährt, die mit erfahrenen, unabhängigen Experten durchgeführt werden sollte.

Mit der mm1 Methode und Toolset zur richtigen IoT-Plattform

Die strategische Entscheidungsreichweite, unterschiedliche Einsatzszenarien und deren spezifische Anforderungen, erfordern ein individuelles Vorgehen bei der Auswahl der passenden IoT-Plattform. mm1 schlägt hierzu eine Vorgehensweise in drei Schritten vor, die sich durch die Einbettung der Auswahlentscheidung in die gesamte IoT-Strategie, sowie durch die Mitarbeit aller Funktionen auszeichnet.

  • Im ersten Schritt wird dabei das Zielbild für den IoT-Marktangang festgelegt. Dabei geht es um die funktionsübergreifende (Produktmanagement, Finance, IT, CDO, …) Erarbeitung einer Use Case Roadmap und Festlegung der angedachten Fertigungstiefe. Darauf aufbauend werden Kriterien für die Plattformauswahl festgelegt (funktional, kommerziell, operativ).
  • In Schritt zwei wird die Plattform-Vorauswahl getroffen (Longlist>Shortlist); sodann werden Auswahlkriterien gewichtet, wiederum funktionsübergreifend, und IoT-Lösungsszenarien erstellt.
  • Letztere werden in Schritt drei für jede infrage kommende Plattform konkretisiert (Kosten, Feature-Abdeckung usw.). Schließlich erfolgt die finale, funktionsübergreifende Bewertung der Plattformen aus der Shortlist entlang der zuvor erarbeiteten Auswahlkriterien.

Die gesamte Vorgehensweise wird durch ein integriertes Toolset unterstützt. Damit können Unternehmen in wenigen zielgerichteten Schritten Ihre Anforderungen an eine IoT-Lösung formulieren und ein passendes Produkt auswählen.

Fazit: Individuelles Vorgehen bei der Auswahl ist ein Muss

Bei der Auswahl einer IoT-Plattform stehen Unternehmen vor drei wesentlichen Herausforderungen: Erstens, sie können heute für die Umsetzung von IoT-Anwendungen und -Services aus einer unüberschaubaren Vielzahl von über 450 IoT-Plattformen wählen. Zweitens, bei der Auswahl einer IoT-Plattform geht es um nichts weniger als um die hochstrategische Entscheidung zur eigenen Wertschöpfungstiefe – „Make or Buy“. Drittens, die Auswahl einer IoT-Plattform ist kompliziert und komplex, und keine der sich am Markt befindlichen IoT-Plattform ist „perfekt“. Die strategische Entscheidungsreichweite, unterschiedliche Einsatzszenarien und deren spezifische Anforderungen erfordern ein individuelles Vorgehen bei der Auswahl der passenden IoT-Plattform.

Über mm1

Die mm1 Consulting & Management PartG sieht sich als Unternehmensberatung für Connected Business. Mit rund hundert Beratern unterstützt mm1 große Unternehmen bei der digitalen Transformation und gestaltet Produkte und Prozesse für eine zunehmend vernetzte Welt. Das Beratungsangebot reicht von der Entwicklung von Connected-Business-Strategien und -Geschäftsmodellen bis zur Sicherstellung der effizienten operativen Umsetzung. Renommierte Unternehmen aus den Branchen Telekommunikation, Medien, Unterhaltungselektronik, Finanzdienstleistung und Automobilbau zählen zum Kundenkreis von mm1. Das Unternehmen wurde 1997 gegründet und hat seinen Firmensitz in Stuttgart.

Die Methode von mm1 führt in drei Schritten zur richtigen IoT-Plattform. Diese Schritte zeichnen sich durch die Einbettung der Auswahlentscheidung in die gesamte IoT-Strategie, sowie durch die Mitarbeit aller Funktionen, aus. Die gesamte Vorgehensweise wird durch ein integriertes Toolset unterstützt. Damit können Unternehmen in wenigen zielgerichteten Schritten Ihre Anforderungen an eine IoT-Lösung formulieren und ein passendes Produkt auswählen.

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