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Künstliche Intelligenz

Wie KI und Industrie 4.0 die Mitarbeiter unterstützen

| Redakteur: Hendrik Härter

Die Digitalisierung der Arbeitswelt ruft mitunter auch Ängste hervor, gerade wenn es um KI und Industrie 4.0 geht. Dabei sollen sie vor allem die Mitarbeiter unterstützen.

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Frank Siewert ist im Vorstand des IT-Konzerns Comarch und begleitet Digitalisierungsprojekte bei Kunden aus Fertigung und Handel.
Frank Siewert ist im Vorstand des IT-Konzerns Comarch und begleitet Digitalisierungsprojekte bei Kunden aus Fertigung und Handel.
( Bild: Comarch )

Mit der Künstlichen Intelligenz (KI) wird es Computern ermöglicht, menschliche Intelligenz zu simulieren und Logik, Entscheidungsbäume, Wenn-Regeln und maschinelles Lernen zu nutzen. Davon wollte auch das Unternehmen Oriflame aus der Kosmetikbranche profitieren. Der Fokus lag auf Segmentierung von Big Data.

Sich selbst anpassende Segmentierungsergebnisse lassen sich dazu verwenden, um neue Produktkategorien nicht nur vorherzusagen, sondern auch zu planen. Wie bei jedem Projekt, wenn es um digitale Transformation geht, sind ein gutes Change Management und umfassende Mitarbeiterschulungen ein wesentlicher Baustein zum Gelingen. Gerade bei einem in den Medien präsenten Thema wie KI ist das wichtig: Wenn die Mitarbeiter nicht vollständig verstehen, was im System passiert oder sogar fälschlicherweise befürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, ist Kommunikation das A und O, so das Beratungsunternehmen IDC, welche das Oriflame-Projekt nach erfolgreichem Start unter die Lupe genommen hatte.

Neben diesem gelungenen Digitalisierungs-Management sieht IDC unter anderem in der Datenqualität sowie der passgenauen Einführung weitere Erfolgsfaktoren, die über das Gelingen eines KI-Projektes entscheiden. Da KI und maschinelles Lernen derzeit angesagt sind, sind Organisationen oftmals einen gewissen Druck ausgesetzt, Künstliche Intelligenz auch einsetzen zu müssen. Allerdings sollte die geschäftliche Notwendigkeit im Vordergrund stehen und davon ausgehend sollten die Unternehmen prüfen, welche Daten verfügbar sind und ob KI den Mitarbeitern bei der täglichen Arbeit helfen kann.

Ähnlich ist die Situation bei Industrie 4.0. Das Thema steht wie kein zweites für Digitalisierung und weckt immer wieder Assoziationen wie Jobverlust und menschenleere Produktionshallen. Auch bei der digitalisierten Fertigung sind diese Ängste im besten Fall unbegründet: Industrie 4.0 unterstützt die Mitarbeiter, wenn diese konzipiert und implementiert wird. Das Beispiel des Schweizer Mittelständler Abnox zeigt, wie die Fertigung digitalisiert werden muss, damit alle zufrieden sind. Abnox ist ein Hersteller, der seine Produkte aus der Dosier-, Schmier- und Spanntechnik weltweit verkauft; mit dem Gütesiegel „Made in Switzerland“ muss das Unternehmen effizient und konkurrenzfähig produzieren und gleichzeitig hohe Qualität liefern.

Schließlich wurde im Jahr 2017 Industrie 4.0 eingeführt. Abnox legt Wert darauf, den Mitarbeitern die Wahl zu lassen, in welcher Reihenfolge sie sich der Aufgaben annehmen, die erledigt werden müssen. Auch musste es möglich sein, jederzeit die aktuelle Tätigkeit zu pausieren. Für die Menschen und damit den Mitarbeitern bei ihrer Arbeit ist es wichtig, einen flexiblen Entscheidungsspielraum zu lassen, um damit eine Akzeptanz für das Thema Digitalisierung zu schaffen.

Wo es um Qualitätssteigerung geht, werden durch die Digitalisierung der Montageplätze bestehende Lücken, durch die sich früher Fehler einschleichen konnten, heute konsequent geschlossen. Jedem Mitarbeiter wird stets visuell dargestellt, wie das aktuelle Werkstück zu bearbeiten ist. Damit sinkt die Fehlerrate und gerade neue Mitarbeiter können ihre persönliche Lernkurve optimieren.

Dank des Einsatzes von Werkzeugen aus dem Umfeld von IoT konnte die Produktion von Abnox in der Schweiz gesichert werden. Nur hoch effiziente Prozesse ermöglichen es heute Unternehmen, in europäischen Hochlohnländern einen Produktionsstandort aufrecht zu erhalten. Damit nicht genug: Mithilfe der Digitalisierung sind sogar neue Arbeitsplätze entstanden, die es sonst nicht in der Schweiz geben würde. Andererseits kann man durch die Produktion in der Schweiz den europäischen Markt schnell bedienen. Beide Projekte zeigen eine Win-Win-Situation sowohl für die Unternehmer als auch für die Mitarbeiter.

Dieser Beitrag ist ursprünglich bei unserem Partnerportal Elektronik Praxis erschienen.

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