Suchen

"Future of Work"-Studie

Wie Gesundheits-Apps den Arbeitsalltag gestalten könnten

| Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

Der Leistungsdruck auf Arbeitnehmer wird durch die technologischen Veränderungen im Arbeitsmarkt immer größer. Um nicht den Anschluss zu verlieren und weiter effizient arbeiten zu können, rät eine aktuelle Studie der Personalberatung Michael Page zu „Biohacking“.

Firmen zum Thema

Laut der Personalberatung Michael Page ist Selbstoptimierung im Job ausschlaggebend, um konzentriert und effizient arbeiten zu können.
Laut der Personalberatung Michael Page ist Selbstoptimierung im Job ausschlaggebend, um konzentriert und effizient arbeiten zu können.
( Bild: Pexels / CC0 )

Von der Umstellung der Ernährung, über die Nutzung intelligenter Implantate und Komponenten, welche die Gedächtnisleistung verbessern, bis hin zur Überwachung körperlicher Fitness via Gesundheits-Apps und Wearables – Arten und Definitionen von Biohacking, was so viel heißt wie Selbstoptimierung, gibt es viele. Im Grunde geht es jedoch immer darum, den eigenen Körper und dessen Biologie so gut zu kennen, um an der richtigen Stelle aktiv eingreifen und damit ein gewünschtes Ziel erreichen zu können – zum Beispiel die Konzentrationsfähigkeit oder Gedächtnisleistung zu erhöhen.

Hiermit hat sich auch die „Future of Work“-Trendstudie der Personalberatung Michael Page beschäftigt. Diese zeigt, dass insbesondere im Arbeitsleben eine solche Selbstoptimierung Mitarbeiter in Zukunft dazu befähigen kann, Aufgaben leichter, schneller und effizienter auszuführen.

Wearable-Technologien ermöglichen personalisierte Arbeitsbedingungen

Vor allem in Wearable-Technologien, wie Fitness Tracker und Gesundheits-Apps, steckt laut Studie großes Zukunftspotenzial. Diese erfassen die Vitalwerte des Körpers und können dazu genutzt werden, die Gewohnheiten und das Wohlbefinden von Mitarbeitern im Blick zu behalten. Mittels biometrischer Daten, die über Wearables oder Implantate gesammelt werden, könnten Arbeitgeber in Zukunft maßgeschneiderte Arbeitsbedingungen für jeden einzelnen Mitarbeiter schaffen und so die allgemeine Leistungsfähigkeit und Produktivität im Unternehmen fördern.

Solche Maßnahmen sollten allerdings nicht leichtfertig umgesetzt werden, warnt Dennis Hoffmeister, Executive Director bei Michael Page: „Mit Blick auf die zukünftige Arbeitswelt, stehen Unternehmen zunehmend in der Pflicht, sensible persönliche Daten angemessen gegen Missbrauch zu schützen.“ Die höchste Priorität von Unternehmen müsse es demnach sein, erfasste Daten gewissenhaft und zum Vorteil von Arbeitnehmern einzusetzen, denn nur dann profitiere letztendlich auch das Unternehmen langfristig davon.

Belohnung für Erholung

Was in Deutschland noch undenkbar ist, ist in den USA schon in vollem Gange: Die amerikanische Versicherungsgesellschaft Aetna belohnt ihre Mitarbeiter mit kleinen Barprämien, wenn sie die ganze Nacht durchschlafen. Die freiwilligen Teilnehmer nutzen dafür ein Wearable-Gerät, das sich mit der Wellness-Plattform des Unternehmens synchronisiert und das Schlafverhalten aufzeichnet. Im Jahr 2016 sollen fast 20.000 Mitarbeiter des Unternehmens an dem Experiment teilgenommen haben.

Amerika ist uns hier schon einen Schritt voraus: Dort gibt es bereits Biohacking-Technologien und Implantate, die es ermöglichen, die eigene Gesundheit durchgängig zu überwachen. Ursprünglich für die Gesundheitsbranche entwickelt, werden solche Technologien aller Wahrscheinlichkeit nach in naher Zukunft auch für den breiten Markt zugänglich sein.

Zwar kommt Biohacking laut der Studie in der heutigen Arbeitswelt noch selten zur Anwendung, internationale Beispiele verdeutlichen allerdings, was grundsätzlich schon heute möglich ist. Das in Wisconsin ansässige Unternehmen Three Square Market etwa hat damit begonnen, sein Personal versuchsweise mit Mikrochips auszustatten. Die in die Hand implantierten Chips haben die Größe eines Reiskorns. Die Mitarbeiter nutzen die Mikrochips, um Sicherheitstüren zu öffnen, sich in Computer einzuloggen oder um Speisen und Getränke zu kaufen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45398508)