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Forschungsprojekt „Cloud und Crowd“

Wie die Wertschöpfungssysteme der Zukunft funktionieren

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Die neuen Wertschöpfungssysteme Internet of Things, neue Plattformstrategien, Crowdsourcing, Industrie 4.0, Big Data und Mobile sind erst auf der Grundlage der Cloud möglich. Wie genau sie zusammenspielen, will ein Forschungsprojekts beantworten.

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( Bild: gemeinfrei / Pixabay / CC0 )

„Die Cloud ist mehr als eine bloße IT-Lösung“, erklärt PD Dr. Andreas Boes. „Sie verwandelt die Welt der digitalen Daten in einen offenen sozialen Handlungsraum. Dies ermöglicht fluide und offene Wertschöpfungssysteme und schafft das Fundament für Plattformstrategien und das Prinzip der Crowd.“ Dr. Boes koordiniert das seitens des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „Herausforderung Cloud und Crowd“, das in in Kooperation mit Vorreiterunternehmen der Digitalisierung die neuen cloud-basierten Geschäftsmodelle und Wertschöpfungssysteme sowie Crowdsourcing als neues Organisationskonzept von Arbeit analysiert. Dabei wird nicht nur nach den Potenzialen von Cloud- und Crowd-Konzepten gefragt, sondern auch nach den Möglichkeiten der nachhaltigen Gestaltung der Wertschöpfungssysteme der Zukunft.

Unter Federführung des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung München (ISF) nehmen die Verbundpartner aus Forschung, Gewerkschaften und der Beratungsbranche „Cloud und Crowd“ aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick. Im Fokus stehen dabei die Konzepte und Strategien von Vorreiterunternehmen, die Crowdsourcing-Plattformen in ihrer Funktion als Intermediäre und die „Soloselbstständigen“, die in der Cloud ihre Leistungen anbieten.

Verschiedene Blickwinkel

Das Teilprojekt des ISF widmet sich den Strategien führender Unternehmen aus der ITK-, der Automobil- und der Elektrotechnikbranche und ihren neuen cloud-basierten Geschäftsmodellen, Wertschöpfungssystemen und Organisationskonzepten von Arbeit. Mit den Crowdsourcing-Plattformen, die als innovative Dienstleistungssysteme der Zukunft zwischen Unternehmen und Crowdsourcees vermitteln, befasst sich das Fachgebiet Wirtschaftsinformatik der Universität Kassel. Dabei sollen die Plattformen nicht nur isoliert aus einer rein technischen Sicht, sondern ihre spezifische Rolle in einem komplexen Dienstleistungssystem untersucht werden, betont der Fachgebietsleiter Prof. Dr. Jan Marco Leimeister. Ziel sei es, auf der Grundlage konkreter Praxisbeispiele nachhaltige Lösungen für Crowdsourcing-Projekte zu entwickeln.

Die berufliche Selbstständigkeit steht im Mittelpunkt des von Prof. Dr. Hans Pongratz verantworteten und am Lehr- und Forschungsbereich für Qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) angesiedelten Teilprojekts. Unter anderem fragt der Experte danach, welche Menschen mit welchen Erwerbsstrategien in Cloud und Crowd aktiv sind.

Innovative, agile Software-Methoden für die Arbeit in cloud-basierten Wertschöpfungssystemen nimmt das Beratungs- und Lösungshaus Andrena Objects AG in den Blick. Und die Gewerkschaften IG Metall und Ver.di setzen sich mit den Herausforderungen auseinander, welche Cloud- und Crowd-Konzepte für die Beschäftigten, Interessenvertretungen und Mitbestimmung mit sich bringen. Ziel der beiden Teilprojekte ist es, die betriebliche Praxis zu analysieren, Handlungsfelder zu identifizieren und auf dieser Grundlage Zukunftsszenarien für gute Arbeit im digitalen Zeitalter zu entwickeln.

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Wirtschaft soll profitieren

Die Erkenntnisse aus den sechs Teilprojekten sollen zu einem ganzheitlichen Bild zusammengeführt werden und der Wirtschaft in Form von Referenzmodellen und Handlungsempfehlungen für eine breite Anwendung zur Verfügung stehen. Mit dem Projekt „Herausforderung Cloud und Crowd“ sei ein hochkarätiger Verbund entstanden zur Erforschung eines der spannendsten Themen, die derzeit im Zuge der Digitalisierung diskutiert würden, betont ISF-Vorstandsmitglied Boes. Erste Ergebnisse wollen die Projektpartner Anfang 2017 im Rahmen einer Transferkonferenz präsentieren und zur Diskussion stellen.

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