Lizenzmanagement

Wie das Internet der Dinge aus Produkten Services macht

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Konstante Nachfrage nach neuem Nutzen

Dieser Trend prägt bereits die Fertigungsindustrie. Laut einer Umfrage von Flexera Software verfolgen immer mehr Hersteller dieses neue Modell: 30 Prozent der Hersteller entwickeln heute bereits Geräte für das Internet der Dinge.

In den nächsten zwei Jahren wird die Zahl um weitere 34 Prozent wachsen. 79 Prozent der Gerätehersteller planen oder realisieren bereits eine Fernüberwachung und -wartung ihrer Produkte und Services. 60 Prozent nutzen Software-Monetarisierungsysteme zur Erwirtschaftung von Einnahmen aus softwarefähigen Geräten.

Die entscheidende Herausforderung liegt für herkömmliche Gerätehersteller darin, ihre Produkte nicht mehr als starre Objekte mit unveränderlichen Merkmalen und Funktionen zu betrachten. Sie sollten sich wie Serviceanbieter verhalten, die ständig einen neuen Nutzwert für ihre bestehenden Kunden schaffen und sich so an die veränderten Anforderungen anpassen.

Voraussetzung dafür ist ein klares Verständnis darüber, welches Potenzial in Software steckt, welche Rolle die Software bei der Transformation von Hardwareobjekten in Lösungen spielt und wie wichtig Software-Monetarisierung ist, um solchen Mehrwert in tatsächlichen Gewinn zu verwandeln.

Neben der Monetarisierung neuer Software sehen Unternehmen noch weiteren neuen Aufgaben entgegen. Wer sein Geschäftsmodell von einem rein physischen auf ein ganz oder teilweise digitales umstellt, muss sich zwangsläufig auch mit Updates, Patches und dem Schutz der Software befassen.

Dazu muss klar sein, welcher Kunde welche Version nutzt und welche Berechtigungen ihm zur Verfügung stehen. Nur so kann er individuell über neue Funktionen informiert und automatisch mit Updates für sein Gerät versorgt werden. Die Supply Chain endet also nicht mehr beim Verkauf des Produkts, sondern zieht sich durch den kompletten Produkt-Lebenszyklus.

Wer darf was? Berechtigungsmanagement und Lizenzierung

Softwarelizenzierung und Berechtigungsmanagement steuern hier den produktiven Produkteinsatz, ermöglichen Upsell-Gelegenheiten und schützen das geistige Eigentum des Herstellers vor Piraterie und Hacker-Angriffen. In diesem Modell ist das Produkt der Lieferkette kein physisches Produkt mehr, sondern eine Serie von Nutzungs- und Zugangsrechten (oder auch Berechtigungen), die über die Zeit aktiviert, aktualisiert und erneuert werden. Diese Rechte steuern, auf welche Funktionalität des Geräts bei Kauf und Aktivierung zugegriffen werden kann.

Was für Software-Hersteller also schon jeher Teil des täglichen Geschäfts ist, wird für Hardwarehersteller immer mehr zur Realität. Die Implementierung einer digitalen Geschäftsstrategie entwickelt sich im Zeitalter des Internets der Dinge für Gerätehersteller zum entscheidenden Erfolgsfaktor – egal ob es sich um Autohersteller, Maschinenbauer oder Entwickler in der Medizintechnik handelt.

* Vincent Smyth ist Senior Vice President EMEA bei Flexera Software und verantwortet die Bereiche Umsatzwachstum, Marktanteile und Kundenzufriedenheit.

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