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Studie zum Smartphone-Nutzungsverhalten Whatsapp, Gaming, Datenschutz: Ein Portrait des deutschen Smartphone-Nutzers 2019

| Autor / Redakteur: Linda Bergmann / Sebastian Human

Das Smartphone ist längst treuer Begleiter unseres Alltags geworden. Eine jährliche Studie fragt nach Nutzungsverhalten, Kommunikations-Technologien und -Services sowie Datenschutz. Hier sind die Ergebnisse.

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Smartphones sind unser täglicher Begleiter. Sie können den Alltag erleichtern, aber auch Stressfaktor und Zeitfresser sein.
Smartphones sind unser täglicher Begleiter. Sie können den Alltag erleichtern, aber auch Stressfaktor und Zeitfresser sein.
(Bild: Omar Prestwich / Unsplash)

Jährlich veröffentlich das Dienstleistungsunternehmen Deloitte eine Studie, um das Nutzungsverhalten von Usern mobiler Geräte in Deutschland zu definieren. Für die aktuelle Ausgabe des Mobile Consumer Survey wurden zweitausend Menschen im Alter zwischen 18 und 75 Jahren zu ihren Nutzungsgewohnheiten befragt. In einigen Bereichen gab es Trendverschiebungen, vieles hat sich jedoch im Vergleich zum letzten Jahr wenig verändert.

Status Quo: Der deutsche Markt ist gesättigt

Betrachtet man die letzten drei Jahre, so sind keine nennenswerten Sprünge in Bezug auf die Verkaufszahlen von mobilen Endgeräten zu verzeichnen. So besitzen 89 Prozent der Befragten ein Smartphone, 76 Prozent einen Laptop, gefolgt von Tablet (57 Prozent) und E-Reader (mit 37 Prozent). Selbst in der Altersgruppe 65+ ist das Smartphone flächendeckend angekommen, 80 Prozent besitzen ein solches Gerät. Der deutsche Verbraucher ist technisch also gut ausgestattet.

Nicht nur ins Smartphone selbst investieren die Nutzer, sondern auch in entsprechendes Zubehör. Laut den Ergebnissen von Deloitte beträgt der Gesamtwert des in Deutschland genutzten Smartphone-Zubehörs sechs Milliarden Euro. Gewisse Zubehör-Typen gelten heute mittlerweile als Standard.

78 Prozent der Nutzer besitzen eine Hülle für ihr Smartphone. Neben Speicherkarten (66 Prozent) und Powerbanks (53 Prozent) ist vor allem Audio-Zubehör beliebt. Gerade bei Lautsprechern und Kopfhörern besteht eine höhere Bereitschaft mehr Geld für hochwertige Markenprodukte auszugeben. Die Investition und flächendeckende Anwendung von Zubehör kann als Indiz für den exponierten Stellenwert des Smartphones in unserem Alltag gewertet werden.

5G vor allem bei Jüngeren von Interesse

In der Industrie mit offenen Armen erwartet, stehen viele Verbraucher dem neuen Mobilfunkstandard 5G noch skeptisch gegenüber, die Zahl der 5G-Interessierten variiert jedoch stark nach Altersgruppe. Lediglich die jungen Heavy-User unter 25 Jahren stufen 5G als „wichtig“ oder „sehr wichtig“ ein (67 Prozent). Beim altersübergreifenden Durchschnitt ist es weniger als die Hälfte mit 45 Prozent. Einigkeit besteht allerdings in der Kostenfrage, 52 Prozent der Befragten sind nicht bereit, mehr Geld für den schnelleren Standard auszugeben.

Nicht nur in den in jüngeren Altersgruppen ist das Smartphone Begleiter im Alltag. Die User sind daran gewöhnt, schnell und unkompliziert von unterwegs aus zu kommunizieren. Dabei verwenden 82 Prozent der Befragten Mobile Instant Messaging (MIM), allen voran die Dienste des Facebook-Konzerns. Whatsapp nutzen 79 Prozent mindestens einmal täglich. Mit 68 Prozent scheint lediglich die E-Mail eine Alternative für die Messenger-Dienste zu sein. Einen neuen Tiefpunkt erreicht der Short Message Service (SMS) mit 34 Prozent.

Sprachassistenten und Mobile Gaming weiterhin auf dem Vormarsch

Eine Verdopplung des Nutzeranteils, nämlich von 16 auf 30 Prozent, konnten die Sprachassistenten verzeichnen und das über alle Altersgruppen hinweg. Die Technologie wird dabei zunehmend für Einkäufe (+6 Prozent) oder zur Smart-Home-Steuerung (+4 Prozent) verwendet. Seltener als im Vorjahresvergleich werden die Assistenten für einfache Anfragen oder zum bloßen Zeitvertreib eingesetzt.

In Sachen Zeitvertreib gewinnt Mobile Gaming zunehmend an Bedeutung. Mehr als die Hälfte der deutschen Mobilfunknutzer (51 Prozent) gaben 2019 an, am Smartphone zu spielen. Online-Spiele werden in Entspannungsphasen (60 Prozent), beim Fernsehen nebenher (28 Prozent) oder während des Pendelns (26 Prozent) gespielt. Einfache Games mit schnellen Erfolgserlebnissen sind aktuell am populärsten.

Ambivalentes Verhältnis zum Thema Datenschutz

Ein ambivalentes Bild ergibt sich bei der Auswertung in Sachen Datenschutz. Hier gehen 79 Prozent der User davon aus, dass Online-Unternehmen ihre persönlichen Daten verwenden, 69 Prozent meinen sogar, ihre Daten würden auch an Dritte weitergegeben. An diesem (Miss-)Vertrauensverhältnis konnte auch die DSGVO nicht viel ändern. Ein gewisser Fatalismus lässt sich beobachten, wenn es um die Zustimmung von AGBs geht. Lediglich 11 Prozent der Befragten gaben an, AGBs zu lesen, bevor sie diese bestätigten.

Ebenfalls stärker ins Bewusstsein rückt das eigene Konsumverhalten der Smartphone-User. 38 Prozent und damit fünf Prozent mehr als im Vorjahr stuften ihren Smartphone-Gebrauch als zu hoch ein. Das gilt vor allem die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen mit 63 Prozent. Die Folgen: 35 Prozent fühlen sich bei anderen Tätigkeiten abgelenkt, 29 Prozent schlafen später ein als geplant und 10 Prozent klagen über physische Schmerzen, wie beispielsweise Kopfweh.

Fazit

Das Smartphone ist Teil des Alltags geworden und bringt neben Vorteilen auch Nachteile mit sich. Es kann vielseitiger Helfer, aber auch Stressfaktor sein. Die Nutzung des Smartphones stößt aktuell an ihre Grenzen, daran können auch neue Dienste wenig ändern. Zudem wird das eigene Konsumverhalten von immer mehr Usern kritisch reflektiert. Heute geht es mehr darum, das Gerät, welches an unsere individuellen Bedürfnisse angepasst ist, weiterhin zu optimieren.

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