Expertenbeitrag

 Stefan  Müller

Stefan Müller

Director Big Data Analytics, it-novum

Trend-Dossier 2021 Wertvolle Daten kommen nicht nur aus dem Sensor

Autor / Redakteur: Stefan Müller / Lea Täufer

Der wichtigste IoT-Trend 2021? Die Analyse der Daten aus Sensoren, Geoapps und Videos. Welche Technologien und Methoden ansonsten noch wichtig werden und welche Rolle dabei die Corona-Krise spielt, erklärt Datenexperte Stefan Müller.

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Die Entwicklung des Internet of Things ist und bleibt unaufhaltsam. Welche Trends stehen im Jahr 2021 an?
Die Entwicklung des Internet of Things ist und bleibt unaufhaltsam. Welche Trends stehen im Jahr 2021 an?
(Bild: pixabay)

Das Internet of Things bildet für immer mehr Prozesse und Applikationen die Grundlage. Die Analyse der Daten aus diesen Systemen, ob aus Sensoren, Geoanwendungen oder Videoquellen, wird zu den wichtigsten IoT-Trends 2021 zählen. Dazu gehört auch ihre Kombination mit Technologien, deren Einsatz sich durch die gegenwärtige Krise stark beschleunigen wird.

Sensoren etablieren sich

Die meisten Unternehmen haben mittlerweile verstanden, dass Sensoren dabei helfen können, das Business smart zu machen. Im vergangenen Jahr stand deshalb die Ausstattung von Produktionsstraßen und Gebäuden, aber auch ganzen Städten auf der Liste von IT-Abteilungen. Das Thema bleibt 2021 wichtig, denn Echtzeitinformationen aus Sensoren werden eine wichtige Rolle dabei spielen, die Nutzung bestehender Infrastrukturen zu optimieren. Außerdem kann das Erlebnis von Kunden und Bürgern verbessert und die erzeugten Daten im Rahmen neuer Geschäftsmodelle monetarisiert werden.

Die Corona-Krise als Innovationstreiber

Einen unerwarteten Schub bekamen IoT-Initiativen durch die Corona-Krise. Diese Herausforderung, die uns auch noch 2021 begleiten wird, machte in diesem Jahr zahlreiche innovative Lösungen erforderlich. So setzten Unternehmen in den letzten zwölf Monaten so viel wie nie zuvor auf Technologien, mit denen Menschenansammlungen erkannt und Abstandsregeln gewahrt werden können. Für nächstes Jahr erwarte ich, dass das große Potenzial von Sensoren noch weiter ausgeschöpft wird, zum Beispiel für die Überwachung von Hygieneregeln (gründliches Händewaschen, Maskentragen). Denn angesichts drohender Milliardenverluste haben viele Unternehmen erkannt, dass das IoT hilft, den operativen Betrieb auch in Krisenzeiten aufrecht zu erhalten.

Mehr Wissen durch mehr Daten

Egal, ob Sensordaten für die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen im Kontext Corona genutzt werden oder für Anwendungsfälle wie Predictive Maintenance oder Asset Monitoring, eine Dimension wird für IoT-Anwendungen immer wichtiger: der Kontext! Reicht es für eine erste Projektpilotierung oft noch aus, die Sensorik anzubinden und die Werte zu visualisieren, müssen in weiteren Ausbaustufen die Daten mit weiteren Unternehmensdaten verknüpft werden.

Sind beispielsweise Sensordaten von den Maschinen aus der Produktion von Interesse, werden schnell auch weitere Daten aus dem ERP-System für ganzheitliche Betrachtungen notwendig. Je mehr Daten für die Analyse zur Verfügung stehen, desto umfangreichere Erkenntnisse können generiert werden. Die Schaffung von offenen IoT-Plattformen mit flexiblen Schnittstellen ist deshalb ein weiterer wichtiger Trend für 2021.

Video als meist unterschätzte IoT-Datenquelle

Die Nutzung von Bewegtbild und die Auswertung von Video-Streams ist nichts Neues, wird aber 2021 weiter Fahrt aufnehmen. Denn mittlerweile haben viele Unternehmen und öffentliche Einrichtungen erkannt, dass die dazu notwendige Infrastruktur bereits vorhanden ist: Kameras sind an den meisten neuralgischen Punkten installiert, den Engpass stellte bislang nur der Mensch dar, weil er nur einen Bruchteil der verfügbaren Information verarbeiten kann. Hier werden zukünftig die richtigen Technologien helfen, Mehrwert aus bereits verfügbaren Daten zu generieren und diese Informationen operativ und strategisch nutzbar zu machen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig und reichen vom Zählen von Menschen und Verkehr über das Erkennen von Objekten bis hin zu branchenspezifischen Fällen, zum Beispiel in Produktionsstraßen. Da hier auch personenbezogene Daten betroffen sind, werden nächstes Jahr nicht nur die Technologien, sondern auch die Beantwortung von Datenschutzfragen ein zentrales Thema sein.

Das perfekte Paar: Geo- und IoT-Daten

Ein weiterer Trend wird die integrierte Nutzung von Geodaten sein. In Kombination mit Echtzeitinformationen aus Sensoren liefern Geoapplikationen einen umfangreichen Überblick über einzelne Objekte und Orte und über den Zusammenhang. Auf diesem Fundament lassen sich Smart City-Anwendungen umsetzen. Die datengetriebene Optimierung der Nutzung urbaner Infrastruktur, die Erhöhung der öffentlichen Sicherheit und eine stärkere Beachtung von Umweltbelangen stehen auf der Agenda vieler Länder und Kommunen. Die Kombination von Daten für einen schnellen Überblick kann die handelnden Akteure bei der Beantwortung folgender Fragen unterstützen:

  • Was passiert wo in diesem Moment?
  • Warum passieren Dinge überhaupt an bestimmten Orten?

Neuer alter Trend: Open Source

Ein wesentlicher Teil moderner IoT-Applikationen besteht in einem leistungsfähigen Datenmanagement und einer dazu passenden Plattform. Einige der wichtigsten Innovationen im Bereich der wertstiftenden Nutzung von Unternehmensdaten kommen seit Jahren aus dem Open-Source-Bereich.

Dieser Trend lässt sich auch für IoT-Plattformen beobachten. So lassen sich für alle zentralen Komponenten des Managements von IoT-Daten leistungsstarke Open-Source-Lösungen finden. Quelloffene Software überzeugt im Kontext des Internet of Things besonders durch hohe Flexibilität und Innovation und wird deshalb 2021 eine wichtige Rolle bei der Implementierung geeigneter IoT-Plattformen spielen.

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