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Corona-Virus Wer schützt die mittelständische Zulieferindustrie?

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Das Corona-Virus zwingt auch die Automobilbranche in die Knie. VW, BMW, Daimler und andere Automobilhersteller haben europaweit seit Ende letzter Woche ihre Werke geschlossen. Die Folgen für die Zulieferkette ist noch nicht absehbar. Die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie findet klare Worte.

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Die Wirtschaft leidet weltweit unter den Folgen des Coronavirus – schnell und unkompliziert zugängliche Rettungsschirme können helfen, sind aber nur ein Anfang.
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(Bild: gemeinfrei / Unsplash )

Ein radikaler Abriss der Lieferketten darf nicht stattfinden, so die Forderung der ArGeZ, der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie. Seit Ende letzter Woche haben Automobilhersteller wie VW, BMW und Daimler europaweit Werksschließungen verkündet. Die Bundesregierung habe zwar Überbrückungskredite über KfW-Programme für die Industrie angekündigt, die seien jedoch laut ArGeZ nicht für jeden erreichbar.

„In der Stunde der Not gilt es, zusammenzustehen!“, so Christian Vietmeyer, Sprecher der ArGeZ. Die ArGeZ, ein Bündnis der Zulieferunternehmen Deutschlands und ihrer Wirtschaftsverbände, setzt sich seit Jahren für eine faire Partnerschaft zwischen Automobilindustrie und ihren Zulieferern ein.

Wiederhochfahren der Produktion erst Anfang Mai

Die Werksschließungen von VW, BMW, Daimler und anderen Automobilherstellern seien angesichts der dramatischen Pandemie nachvollziehbar. Ein radikaler Abriss der Lieferketten dürfe nicht stattfinden. „Konkret heißt das“, so Vietmeyer, „dass wir von den Abnehmern in der Wertschöpfungskette erwarten, dass diese die Waren noch bis mindestens 27.3.2020 annehmen, denn nur dann gelingt ein abgestimmter und gemeinsamer Neustart der Produktion – auch in der Zulieferkette.“

In der Stunde der Not gilt es, zusammenzustehen!

Christian Vietmeyer, Sprecher der ArGeZ

Die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie geht davon aus, dass sich durch Lieferverzögerungen ein Wiederhochfahren der Produktion bis Anfang Mai ziehen kann, da Waren, die noch in China sind, in den europäischen Häfen kaum vorher angekommen sein werden. Daher rechnet die ArGeZ mit einer notwendigen Produktionsunterbrechung bis zum 20.04.2020. Sie erwartet von den Automobilherstellern eine klare Kommunikation zum Produktionsstopp und zur weiteren Planung.

Liquiditätsengpässe bei Zulieferunternehmen

Die zu erwartende mehrwöchige Produktionsunterbrechung wird bei einem Großteil der Zulieferunternehmen zu Liquiditätsengpässen führen. Laut ArGeZ sind die derzeit von der Bundesregierung über die KfW zugesagten Kreditprogramme noch nicht ausreichend. Für viele Unternehmen sind Kredite keine Perspektive, insbesondere mit Blick auf die Zeit nach der Krise brauchen sie jetzt vielmehr deutliche Unterstützungen des Eigenkapitals.

So appelliert die ArGeZ: Die Bundesregierung muss dazu bereit sein, auch Zulieferbetrieben Zuschüsse zu gewähren. Zudem müssen die Regeln der EZB und der BAFIN an die besonderen Gegebenheiten zeitlich befristet angepasst werden, so dass die Banken nicht die üblichen Sicherheiten hinterlegen müssen. Ansonsten werden nicht alle Unternehmen von ihren Hausbanken einen Kredit erhalten.

Auf virtuellen Wegen gegen die Corona-Krise

Angesichts der jüngsten Entwicklungen rund um das Coronavirus werden reihenweise Veranstaltungen abgesagt oder verschoben. Digitalen Plattformen, die diese Entwicklung kompensieren können, kann die Zukunft gehören. Die Vogel Communications Group präsentiert mit „Industrial Generation Network“ eine Lösung für Professionals in der Industrie. Die Plattform ermöglicht als digitale Ergänzung eine umfassende Vernetzung: Digitale Begegnung und Kontaktanbahnung sowie Produktpräsentation und thematischer Austausch stehen im Zentrum. Tools wie Terminvereinbarung und Videokonferenzen ermöglichen es Professionals, sich zu vernetzen, Termine zu vereinbaren und nah an der jeweiligen Branche zu recherchieren. Damit ersetzt die Plattform die aktuell stark eingeschränkte Face-to-Face-Kommunikation vor allem auf Messen.

Wie kann die Plattform mir helfen?

Ausweitung von Kurzarbeit auf 24 Monate

Bereits seit etwa einem Jahr befindet sich die Industrie in einer Rezessionsphase, die zu Kurzarbeit geführt hat. In der gegebenen Situation ist eine sofortige Ausweitung der Dauer von Kurzarbeit auf 24 Monate dringend erforderlich.

Neben einer Vereinfachung der Kurzarbeiterregelungen fordert die ArGeZ auch kurzfristige Arbeitszeitflexibilisierungen für die betroffenen Unternehmen. Ein erhöhter Infektionsschutz mit Mindestabstandsregelungen und Umstellungen in den Fertigungsprozessen erfordern eine kurzzeitige Flexibilisierung der Arbeitszeitbegrenzungen. Hier sei eine pragmatische Handhabung durch die jeweiligen Bezirksregierungen unverzichtbar.

Ebenso entscheidend sei der Erhalt der Bewegungsfreiheiten für Unternehmen und Mitarbeiter. Einschränkungen, wie z.B. Ausgangssperren, dürften nur mit Augenmaß und unter Erreichbarkeit der Unternehmen erlassen werden.

Transkontinentale Logistik muss möglich bleiben

Gleiches gelte für den freien Warenverkehr. Die Just-In-Time-Produktion setzt funktionierende Transportströme innerhalb Europas voraus. Aber auch transkontinentale Logistik müsse möglich bleiben. Logistische Unterbrechungen in der Lieferkette – z.B. von Vorlieferanten nach Deutschland – müssen auf ein Minimum beschränkt werden. Ein disruptiver Stopp mit nachfolgendem Wiederanlauf würde zu langfristigen Stillständen in der deutschen Zulieferindustrie führen. Rohstoffe und Güter sind nach jetzigem Erkenntnisstand kein Überträger des Corona-Virus.

„Der aktuelle Shutdown der Automobilindustrie bedroht die deutsche Zulieferindustrie und ihre Beschäftigten in ihrer Existenz. Deshalb sind jetzt passgenaue Finanzierungshilfen und hoch flexible Regelungen im Arbeitsrecht dringend notwendig ebenso wie der partnerschaftliche Umgang in der Zulieferkette“, so Vietmeyer.

Wer ist die ArGeZ?

Die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) ist eine Interessengemeinschaft, die rund 9000 – vornehmlich mittelständisch geprägte – Zulieferunternehmen mit rund einer Million Beschäftigte und einem Umsatzvolumen von 218 Milliarden Euro vertritt. Sie wird getragen von sieben Wirtschaftsverbänden:

  • Wirtschaftsvereinigung Metalle e.V.
  • Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie e.V.
  • Gesamtverband der Aluminiumindustrie e.V.
  • Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V.
  • Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. (GKV)
  • WSM Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V.
  • Industrieverband Veredlung-Garne-Gewebe- Technische Textilien

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal konstruktionspraxis erschienen.

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