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Umgebungsintelligenz Wenn der Spiegel den Terminkalender kennt

| Redakteur: Katharina Juschkat

Der Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie der Universität Bielefeld entwickelt einen intelligenten Eingangsbereich. Einen mitdenkender Spiegel und eine intelligente Tür haben jetzt Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung am 30. Mai 2016 begutachtet.

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Kogni-Home-Bewohner sehen im intelligenten Spiegel nicht nur ihr Spiegelbild, sondern auch Informationen zum Wetter und zu ihrem Terminkalender, wie hier Entwickler Alexander Neumann.
Kogni-Home-Bewohner sehen im intelligenten Spiegel nicht nur ihr Spiegelbild, sondern auch Informationen zum Wetter und zu ihrem Terminkalender, wie hier Entwickler Alexander Neumann.
(Bild: Universität Bielefeld)

„Spieglein, Spieglein an der Wand…” Der Spiegel der Zukunft kann Fragen beantworten, beim Zähneputzen helfen oder auf anstehende Termine hinweisen. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung entwickelt der Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (Citec) der Universität Bielefeld im Innovationscluster Kogni-Home zusammen mit 13 regionalen Partnern einen intelligenten Eingangsbereich mit mitdenkendem Spiegel und intelligenter Tür. Zur Projekthalbzeit haben Vertreter des Bundesministeriums am 30. Mai 2016 Citec und das PIKSL-Labor der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel besucht, um sich die Entwicklungen demonstrieren zu lassen.

„Spiegel sind in unserem Alltag eine gewohnte Nebensache, die wir tagtäglich eher unbewusst benutzen. Daher ist es bei der Entwicklung eines intelligenten Spiegels wichtig, dass er ohne Aufwand verwendet werden kann. Der Spiegel lässt sich intuitiv über Gesten bedienen und fügt sich in den Alltag ein“, sagt Dr. Thomas Hermann. Er leitet die Forschungsgruppe Ambient Intelligence, der Umgebungsintelligenz, am Citec und entwickelt den Eingangsbereich mit.

Der Spiegel soll vor allem alltagstauglich sein

„Der Spiegel muss im Mittelpunkt stehen, die Funktionen müssen sich darum gruppieren.“ Etwa der integrierte Terminkalender oder das Messen von Puls oder Atemfrequenz. Beides wird der Spiegel künftig messen, indem er die Änderung der Gesichtsfarbe erfasst. „Auch wenn der Nutzer schon beim Zähneputzen wissen will, wie das Wetter wird oder ob die Bahn pünktlich kommt, kann der Spiegel der Zukunft solche Fragen beantworten“, sagt Hermann.

Zudem sollen sich Bewohner das Anprobieren von verschiedenen Kleidungsstücken sparen und sich trotzdem im Spiegel mit unterschiedlicher Kleidung anschauen können. Die Wissenschaftler planen, dass die Technik direkt zeigen kann, wie unterschiedliche Hosen oder Pullover am Spiegelbild aussehen würden. Durch die verbauten Kameras kann der Spiegel bereits eine Farbkorrektur des digitalen Spiegelbildes vornehmen, wodurch Menschen mit Farbsehschwäche die verschiedenen Nuancen ihrer Kleidung besser wahrnehmen können.

Der Prototyp des Spiegels besteht aus einer Spiegelscheibe, hinter der sich ein Flachbildschirm versteckt. Geplant sind zwei Spiegelarten: einer für das Badezimmer und einer für die Garderobe. Der Spiegel kann einerseits wie ein gewöhnlicher Spiegel genutzt werden, durch Kameras aber auch andere Ansichten zeigen, wie den Rücken oder Hinterkopf. Der intelligente Spiegel soll mit Menschen und auch mit anderen Geräten der mitdenkenden Wohnung vernetzt sein. So wird der Garderobenspiegel direkt mit der Ankleide und der intelligenten Eingangstür verbunden.

Das Familienunternehmen Hettich entwickelt mit Citec im Projekt Kogni-Home intelligente Technik für Möbel. Die Firma im ostwestfälischen Kirchlengern ist maßgeblich am Bau der Ankleide beteiligt, die mit dem intelligenten Spiegel zusammenarbeiten wird und zum Beispiel die richtige Jacke heraushängen soll.

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