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Data Analytics Wenn der Brexit zum Lebenslauf gehört

| Autor / Redakteur: Nadine Pichelot* / Sebastian Human

Großbritanniens EU-Austritt läutete für viele Firmen eine Zeit der wirtschaftlichen Unsicherheit ein. Connected Planning unterstützt Unternehmen dabei, schneller auf unvorhersehbare Marktveränderungen reagieren und ihre Kapitalinvestitionen besser planen beziehungsweise einsetzen zu können.

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Ereignisse wie der Brexit können für international agierende Unternehmen zur schwer planbaren Herausforderung werden.
Ereignisse wie der Brexit können für international agierende Unternehmen zur schwer planbaren Herausforderung werden.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Der Brexit sorgt für Unsicherheit in Großbritannien – in Deutschland hingegen herrscht, von den aktuell noch nicht abschätzbaren Auswirkungen des Corona-Virus auf die Weltwirtschaft abgesehen, wirtschaftlicher Optimismus. Anfang des Jahres erst kürte der Bloomberg Innovation Index Deutschland zur innovativsten Nation. Länder wie Südkorea und China folgen auf den weiteren Plätzen. Aber auch innovative Unternehmen sollten ihre wirtschaftliche Strategie bestmöglich planen: Connected-Planning-Lösungen unterstützen hierbei und helfen Unternehmen, ihre Kapitalinvestitionen besser zu planen und einzusetzen.

Der Sieg von Boris Johnson bei den Parlamentswahlen zementierte das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union. Ein solch politisches Ausscheiden wird gemeinhin verstanden. Der wirtschaftliche Ausstieg aus dem Binnenmarkt muss jedoch erst noch verhandelt werden - und diese werden sicherlich sowohl komplex als auch kompliziert. Auf beiden Seiten herrscht Unsicherheit. Unternehmen mit Sitz in Großbritannien spielen verschiedene Szenarien durch, um die kurzfristigen Auswirkungen des Brexit auszugleichen oder gar potenzielle Vorteile der neuen wirtschaftlichen Situation zu erschließen.

Der Brexit zeigt in bestimmten Bereichen aber auch bereits positive Auswirkungen. Dies betrifft zum Beispiel die Beschäftigtenzahlen. Eine Schlagwortsuche im amerikanischen Netzwerk LinkedIn zeigt, dass bereits mehr als 13.000 Menschen in Europa ihre derzeitige Arbeitssituation mit dem Wort Brexit verknüpfen. Die Tatsache, dass der Begriff bereits ein fester Bestandteil des Lebenslaufs geworden ist, erstaunt. Wird die Suche um das Wort „Planung“ erweitert, lassen sich weitere Rückschlüsse über den Status von Unternehmen und Mitarbeitern ziehen, denn mehr als 5.300 Personen betonen, momentan für die Zeit nach dem Brexit zu planen.

Interdisziplinäre Teams

Die zu bewältigende Aufgabe ist komplex und erfordert den Einsatz interdisziplinärer Teams. Diese müssen in der Lage sein, die vorhandenen Silos aufzubrechen. Denn nur so lassen sich letztlich gute Entscheidungen treffen. Der Kampf um die besten Talente innerhalb Londons unterstreicht, was auf dem Spiel steht. Finanzinstitute sollten hierbei nicht nur den Umzug einiger Spezialisten oder High Performer nach Frankfurt, Paris oder Amsterdam planen. Sie müssen auch den Umzug der Familien im Auge habe. Dazu gehören, entsprechende Wohnung, Bildungseinrichtungen für die Kinder und vielleicht sogar die neuen Jobs der Partner – ein extrem aufwändiger planerischer und logistischer Prozess, der schnell und flexibel abgewickelt werden muss.

Wir sprechen also von einer Reihe von Teams, die Finanzinformationen und Daten virtuell im Blick behalten – egal, ob über Tablets, Smartphones oder sonstige Displays. Für die industrielle Produktion und den Vertrieb sind die Herausforderungen noch einmal komplexer. Hier geht es um physische Vermögenswerte: Produktionsstraßen, Maschinen, Roboter und sonstige Ausrüstung gehören ebenso dazu wie die Rohstoffversorgung, Transport und Logistik. Letztendlich werden diese Entscheidungen einen Einfluss auf die Rentabilität des investierten Kapitals haben. Die optimale Nutzung der Produktionskapazitäten wird somit entscheidend sein.

Entscheidungsprozesse sind immer das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen des Unternehmens: Produktion, Vertrieb, Personalwesen, Logistik, Marketing – sie alle müssen berücksichtigt werden. Denn auch die geringste Änderung einer Variablen in einem Bereich wirkt sich direkt auf die anderen aus. Zwar ist dies in Organisationen allgemein bekannt, es lässt sich jedoch oft nicht kontrollieren. Der Grund: Viele Unternehmen verfügen nicht über die richtigen Planungswerkzeuge, um diesen Entwicklungen aktiv entgegen zu wirken.

In der Regel sind Informationssysteme als Silos aufgebaut, jede Abteilung verfügt über ihre eigenen Silos. Besonders kritisch: Es besteht keine Möglichkeit, die Silos miteinander zu verknüpfen oder dass sich Teams austauschen und zusammenarbeiten. Häufig ist die Tabellenkalkulation das einzige Werkzeug, das den Teams zur Planung zur Verfügung steht. Die Anwendung schränkt wiederum aufgrund von mangelhaften Skalierungs- und Partizipationsmöglichkeiten ein. Der segmentierte Charakter dieser Werkzeuge ermöglicht es Unternehmen außerdem nicht, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren und informierte Entscheidungen zu treffen.

Hier kommt Connected Planning ins Spiel. Diese Methode bringt Menschen, Daten und Planungen zusammen. Unternehmen können so unter allen Marktbedingungen besser prognostizieren, planen und damit sichere Entscheidungen treffen.

Berücksichtigung multipler Variablen

Änderungen von Rohstoffpreisen- oder Währungsschwankungen wirken sich unmittelbar auf die Kosten der gesamten Lieferkette sowie auf den Produktionsstandort aus. Um unkalkulierbare Situationen zu vermeiden, muss man sich auch den unvorhergesehenen Fragen stellen: Muss ein Unternehmen wirklich in Großbritannien produzieren? Oder sollte die Organisation die Produkte in anderen Ländern herstellen? Wie soll der Vertrieb organisiert werden, um einen möglichen Umsatzrückgang in einer Region auszugleichen?

Mit einem Connected-Planning-Ansatz sind Abteilungen wie Unternehmen in der Lage, auch auf komplexe Variablen im Handumdrehen zu reagieren. So sind Führungskräfte bestens vorbereitet, Volatilität in Werte umzuwandeln. Gleichzeitig lässt sich so das gesamte Geschäft optimieren: Produktivität und Agilität werden erhöht, auf Markt-Störungen kann schneller reagiert werden.

Fazit

Der Vorteil von Connected Planning besteht schließlich darin, Wachstumschancen besser zu nutzen. Während der IFO-Geschäftsklimaindex aktuell aufgrund guter Stimmung in den deutschen Chefetagen positiv ins neue Jahr gestartet ist, hat dies auch Auswirkungen auf die Handelspartner Deutschlands. Dieser vom Institut für Wirtschaftsforschung monatlich berechnete Index gibt eine Einschätzung des Geschäftsklimas der kommenden Monate. Im Bereich der Exporte verbesserte sich die Stimmung bereits im Dezember 2019 bereits deutlich von minus 1,6 auf plus 2,6 Punkte. Zudem erreichte die Beschäftigung in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit 45,3 Millionen Erwerbstätigen im Jahr 2019 einen Rekordwert.

Im Allgemeinen wirken sich gute Wirtschaftsprognosen für Deutschland auch positiv auf die Handelspartner aus – und dazu gehört natürlich auch Großbritannien. Der aktuelle IFO-Index ist ein führender Indikator einer prognostizierten wirtschaftlichen Verbesserung. Die Situation kann sich im Zuge des Brexit natürlich jederzeit verändern. Es wäre allerdings schade, wenn Unternehmen die sich bietenden Vorteile nicht erkennen und folglich auch nicht ausschöpfen könnten.

* Nadine Pichelot arbeitet als Vice President Finance bei Anaplan.

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