Internet der Dinge Wenn, dann smart: Vernetzte Ladesäulen für Elektrofahrzeuge

Redakteur: Jürgen Schreier

Bei einer vernetzten oder „smarten” Ladelösung werden Ladesäulen für E-Autos mit einem zentralen Netzwerk verbunden. Das bietet Vorteile: Ladestationen lassen sich fernüberwachen, Gebühren diverser Nutzergruppen flexibel anpassen und zusätzliche Ladestationen ohne Erweiterung des Netzanschlusses installieren.

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Vernetzte Ladelösungen minimieren den internen Aufwand und reduzieren die Energiekosten.
Vernetzte Ladelösungen minimieren den internen Aufwand und reduzieren die Energiekosten.
(Bild: ChargePoint)

Nicht vernetzte oder „dumme“ Ladegeräte sind auf den ersten Blick eine günstige Option. Müssen sie aber später durch vernetzte Ladesäulen ersetzt werden, weil Betreiber und Fahrer zusätzliche Funktionen wünschen, kosten sie auf lange Sicht deutlich mehr. Relevant ist das etwa für Unternehmen, die mehr Stationen ohne Erweiterung des Netzanschlusses installieren möchten, für Einzelhandelsgeschäfte, die Gebühren erheben wollen, oder für Immobilienunternehmen, die den Energieverbrauch der Mieter nach Nutzung aufteilen möchten. Sven Meder, Vertriebsleiter bei ChargePoint, Betreiber eines Ladenetzwerk für Elektrofahrzeuge, nennt fünf Gründe, warum vernetzte Ladelösungen für Unternehmen die bessere Wahl sind.

Sven Meder ist Vertriebsleiter bei ChargePoint.
Sven Meder ist Vertriebsleiter bei ChargePoint.
(Bild: ChargePoint)

1. Gebühren für das Aufladen von E-Fahrzeugen können erhoben und jederzeit angepasst werden.

Vernetzte Ladestationen ermöglichen es, Gebühren für das Aufladen an Ladestationen zu berechnen und diese im Laufe der Zeit anzupassen. Gebührenfreies Laden lockt nachweislich mehr Nutzer an, während das Erheben einer kleinen Gebühr die eigenen Stromkosten decken kann. Es kann auch erst nach ein oder zwei Stunden eine Gebühr erhoben werden, damit E-Fahrer ihr Fahrzeug entfernen, sobald es vollständig aufgeladen ist. Der richtige Preis hängt vom Standort ab. Ein einfach zu bedienender Preis-Assistent hilft dabei, die angemessenen Gebühren festzulegen, sei es für Arbeitsplätze, Wohnungen, Restaurants, Hotels, Einkaufszentren oder Unternehmen. Mit nicht vernetzten Ladestationen können Gebühren nicht automatisiert erhoben werden.

2. Unternehmen können definieren, wer an den Stationen wann aufladen darf.

Durch ein intelligentes Ladenetzwerk kann der Zugriff auf Ladestationen gezielt auf bestimmte Nutzergruppen von E-Fahrern eingeschränkt werden oder verschiedenen Gruppen die Aufladung nur zu bestimmten Uhrzeiten gestattet werden. So können Ladesäulen beispielsweise während der Arbeitszeit nur von Mitarbeitern und erst nach Feierabend von der Öffentlichkeit genutzt werden. Bei nicht vernetzten Stationen müssen manuelle Wege der Zugriffskontrolle implementiert werden, die inflexibel und mit hohem internen Verwaltungsaufwand verbunden sind. Vernetzte Ladestationen stattdessen bringen durch die Kombination von Automatisierung und Services eine hohe Zeitersparnis mit sich und setzen Ressourcen frei, die Unternehmen an anderen Stellen für ihr Kerngeschäft einsetzen können.

3. Die Verfügbarkeit der Ladestationen kann auf einen Blick überprüft werden.

Ein Dashboard zeigt auf dem Smartphone oder Desktop, ob alle Ladestationen verfügbar sind und wie viele Fahrzeuge zu jeder Tages- und Nachtzeit an den Stationen aufladen. Anhand intelligenter Lösungen können Support-Techniker zudem die Überwachung und Fehlerbehebung aus der Ferne durchführen und die Stationen dauerhaft funktionstüchtig halten. Nicht vernetzte Stationen erfordern einen (teuren) persönlichen Besuch vor Ort, um Probleme festzustellen und zu beheben.

4. Wichtige Nutzungsdaten können erhoben und ausgewertet werden.

Einer der wichtigsten Vorteile des intelligenten Ladenetzwerks ist die Möglichkeit, Nutzungsdaten zu sammeln und zu analysieren. So kann beispielsweise einfach erkannt werden, wie häufig die Ladestation am Tag genutzt wird und wie hoch die Auslastung der Ladestation ist. Wer nutzt die Stationen und wann? Welche Autos fahren die Nutzer? Wie viel Energie wird zum Laden verwendet? So werden wichtige Kennzahlen ermittelt, die zeigen wie gut die Investition genutzt wird. Beispielsweise konnten Kunden des Ladeninfrastruktur-Anbieters ChargePoint die Nutzungshäufigkeit ihrer Ladestationen für Mitarbeiter von einen auf durchschnittlich 2,5 Ladevorgänge pro Tag erhöhen. Diese Informationen lassen sich von nicht vernetzten Stationen nur schwer oder gar nicht erfassen. Durch das Ladenetzwerk bekommen Unternehmen wiederum Zugriff auf ein Online-Dashboard, mit dem sie den ROI jederzeit einsehen und den Bedarf an weiteren Ladestationen einschätzen können.

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5. Der Energieverbrauch kann überwacht und gegebenenfalls eingeschränkt werden.

Für ein Unternehmen müssen Energiekosten kein Hindernis für die Installation von Ladestationen sein, solange sie sich für eine vernetzte Lösung entscheiden. Der Energieverbrauch und dessen Kosten lassen sich in Echtzeit überwachen und limitieren, etwa indem eine Verbrauchsobergrenze festlegt wird. Außerdem können so weitere Stationen für mehr Autos installiert werden als in der Nennleistung angegeben. Vernetzte Lösungen liefern zudem Berichte zum Energieverbrauch, zu eingesparten Kosten und Treibhausgasemissionen – manuelle Berichterstattung entfällt.

Fazit: Vernetzte Ladelösungen minimieren den internen Aufwand, reduzieren Energiekosten und stellen sicher, dass die Investition maximal genutzt wird. Und darüber hinaus tragen sie zu einem positiven Ladeerlebnis für die Fahrer bei.

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