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Expertenbeitrag

BSc. MA. Markus Rumpf

BSc. MA. Markus Rumpf

Innovation & Business Development Manager

NFC: Near-Field-Communication als eine technologische Säule des "Internet der Dinge"

Wegweiser durch den Technologiedschungel: NFC

| Autor/ Redakteur: BSc. MA. Markus Rumpf / Redaktion IoT

Tagtäglich sind wir mit smarten, intelligenten Produkten und Gegenständen konfrontiert, die sich über unterschiedliche drahtlose Kommunikationstechnologien untereinander und mit ihrer Umwelt austauschen, teilweise selbstständig Muster erkennen und für uns sogar schon Entscheidungen treffen. Wir befinden uns mitten im Zeitalter der Digitalisierung und damit dem Internet der Dinge.

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IoT-Technologien: NFC
IoT-Technologien: NFC
(IoT-Technologien und ihre optimalen Einsatgebiete ( gemeinfrei / Pixabay))

Im vorangegangenen Teil dieser Reihe wurden Charakteristika, Einsatzgebiete sowie Vor- und Nachteile des industriellen Kommunikationsurgesteins, der RFID Technologie, vorgestellt.
Verglichen mit dem starken Industriefokus des ersten Artikels, behandeln wir in diesem Abschnitt eine Kommunikationstechnologien mit Konsumentenbezug: NFC. Near-Field-Communcation ist wie RFID ein wesentlicher Treiber des Internet der Dinge und liese sich im Idealfall sogar gezielt mit UHF RFID kombinieren. Wie dieser Hybrid aussieht und welche Chancen sich dabei ergeben, erfahren Sie etwas später.

Teil 2: Near Field Communication (NFC)

Durch die Ausstattung von EC-Karten und Smartphones hat NFC mittlerweile den Massenmarkt erreicht. Doch was steckt dahinter? Near Field Communication, kurz NFC, ist eine drahtlose Übertragungstechnologie, die wie der Name es vermuten lässt, zum sicheren Datenaustausch mit nur wenigen Zentimetern Abstand dient. NFC basiert dabei auf der RFID-Technik, unterscheidet sich abgesehen von der geringeren Reichweite aber vor allem darin, dass immer nur zwei Kommunikationsteilnehmer miteinander verbunden sind. Gerade bei UHF RFID reden wir im Vergleich dazu von hunderten parallelen "Verbindungen".

Ähnlich wie bei RFID wird aber auch bei NFC zwischen einem aktiven und passiven Modus unterschieden. Im passiven Modus erzeugt ein aktives Gerät, sagen wir ein Bezahlterminal an der Supermarkt Kasse, ein elektromagnetisches Feld und an die Stelle des zweiten Geräts tritt ein Datenträger wie beispielsweise eine EC-Karte. Das Terminal liest die Informationen der EC-Karte aus und bucht einen Geldbetrag von der Karte ab. Im aktiven Modus erzeugen beide Geräte ein elektromagnetisches Feld. Anders als beim passiven Modus ist hier ein wechselseitiger Datenaustausch zwischen den Geräten möglich, sprich es können beide Parteien Informationen senden und empfangen. Zu Unrecht wird NFC oft nur auf ersteres, sprich auf das mobile Bezahlen reduziert, allerdings ergeben sich auch abseits davon Anwendungsgebiete. So eröffnen sich für Hersteller unterschiedlichster Branchen mit NFC-getaggten Produkten neue Interaktionsmöglichkeiten mit ihren Kunden. Vom Markenschutz, der Diebstahlsicherung, dem Self-Checkout im Retail über den gezielten Qualitätsnachweis bis hin zum Beschwerdemanagement sind die Möglichkeiten unbegrenzt. Darüber hinaus könnten Mitarbeiter in der Logistik ihre Smartphones als Lesegeräte nutzen, anstatt auf teure Infrastruktur zurückzugreifen. Aus ökonomischer Sicht ist durch die weite Verbreitung von NFC-Lesegeräten in Form von Smartphones ein verhältnismäßig geringes Investment, abhängig von der Anzahl der NFC-Tags nötig. Pauschal bewegen sich die Kosten für den Tag mittlerweile im Cent-Bereich, wobei im Handel andere Tags zum Einsatz kommen als in raueren Umgebungen. Ein spannendes Thema in diesem Zusammenhang stellen die seit diesem Jahr erhältlichen Hybrid-Transponder bestehend aus einer UHF-RFID und NFC Antenne dar, die sich einen Chip und infolgedessen eine eindeutige Identifizierungsnummer teilen. 7iD Technologies erprobt derzeit verschiedene Lösungen in Form von Pilotprojekten, bei denen die erzeugten Produkte über die gesamte Wertschöpfungskette per Ultrahochfrequenz RFID Technologie identifiziert und prozessgesteuert werden und dem Konsumenten bzw. Lagermitarbeitern darüber hinaus interaktive und individuelle Interaktionsmöglichkeiten mit den Produkten auf die Nahdistanz angeboten werden. 

In den nächsten Teilen dieser Reihe werden weitere Kommunikationstechnologien mit stärkerem Konsumentenfokus Bluetooth und WIFI sowie IoT Softwareplattformen als Dreh- und Innovationstreiber des "Internet of Things" vorgestellt und genauer beleuchtet. Softwareplattformen wie jene von 7iD, werden in Zukunft eine immer größere Bedeutung zukommen, da sie den Einstieg in die Technologie erleichtern, System-Komplexität reduzieren und Zeit und Nerven vor, während und nach bei der Umsetzung sparen.

 

Über den Autor

BSc. MA. Markus Rumpf

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Innovation & Business Development Manager