Suchen

IDC-Prognose

Wearables überschreiten 2020 deutlich die 200-Millionen-Grenze

| Redakteur: Franz Graser

111 Millionen Smartwatches, 60 Millionen Fitnessarmbänder: Vernetzte Elektronik am Handgelenk macht den Löwenanteil der sogenannten Wearables aus, die im Jahr 2020 verkauft werden. IDC prognostiziert, dass im Jahr 2020 weltweit 213,6 Millionen Geräte ausgeliefert werden.

Firmen zum Thema

(Bild: gemeinfrei / CC0)

Für das laufende Jahr 2016 erwartet IDC weltweit 101,9 Millionen verkaufte Wearables. Etwa die Hälfte davon entfallen auf Fitnessarmbänder, 41 Prozent sind Smartwatches. Alle anderen Gruppen wie etwa Datenbrillen oder intelligente Textilien fallen noch kaum ins Gewicht. IDC rechnet mit einem jährlichen Durchschnittswachstum von 20 Prozent.

Die Analysten sind sich dabei sicher, dass der Wearables-Markt eine andere Entwicklung nehmen wird wie das Smartphone-Segment: „Anders als das Smartphone, das mehrere Technologien in einem Gerät konsolidiert hat, ist der Wearable-Markt eine Ansammlung unterschiedlicher Geräte“, sagt Jitesh Ubrani, Senior Research Analyst bei IDC gegenüber der taiwanischen Zeitung DigiTimes: „Smartwatches und Armbänder werden immer populär sein, aber der Markt wird ganz klar von weiteren Formfaktoren profitieren, so etwa Kleidung und Brillen. Daraus entstehen neue Anwendungen und Fähigkeiten.“

Analyst Ubrani ist davon überzeugt, dass Datenbrillen vor allem im Unternehmensumfeld zum Einsatz kommen, etwa bei Tätigkeiten bei der Montage oder in der Wartung. Intelligente Kleidung dagegen verortet der Marktforscher primär im Consumer-Umfeld.

Für die Weiterentwicklung im Wearable-Markt spielt insbesondere die Verbindung zu Mobilfunknetzen eine zentrale Rolle. „Die Mobilfunk-Anbindung befreit den Wearables-Markt davon, an ein Smartphone gebunden zu sein“, erläutert Ramon Llamas, Research Director für tragbare Elektronik bei dem Marktforschungshaus: „Der unmittelbar einleuchtende Anwendungsfall ist es, Anrufe tätigen zu können, aber es geht noch weiter. Wenn ein Wearable selbst mit dem Mobilfunknetz verbunden ist, kann es Daten übertragen und empfangen, etwa die Zeit und den Aufenthaltsort oder andere Informationen über den Benutzer und seine Umgebung.“

Der Fortschritt im Wearables-Bereich eröffnet Entwicklern gute Aussichten, ergänzt Analyst Llamas. „Die Anwender möchten mehr sehen als nur ihre Gesundheits- und Fitnessdaten. Nachrichten, Wetter, soziale Medien und auch Applikationen aus dem Internet der Dinge haben in Zukunft Platz auf einem Wearable. Und wenn die Anbindung an die Mobilfunknetze erst einmal realisiert ist, dann müssen die Benutzer auch nicht mehr das Smartphone hervorziehen, um an die neuesten Informationen zu kommen. Sie müssen lediglich auf ihr Wearable schauen.“

Neben den Hauptgruppen (Smartwatches, Fitnessbänder, Datenbrillen und intelligente Kleidung) wird es laut IDC zwar weitere Typen geben, so etwa ansteckbare Geräte, Headsets, Helme und Ähnliches. Diese werden jedoch eher Nischenmärkte adressieren, so die Analysten.

Dieser Beitrag erschien zunächst auf unserem Partnerportal Elektronik-Praxis

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44118510)