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Industrie 4.0

Wearables für die Industrie

| Redakteur: Beate Christmann

Welche interaktiven Technologien am Arbeitsplatz der Zukunft vorzufinden sein könnten und somit Industrie 4.0 ermöglichen, demonstrieren Fraunhofer-Forscher im Rahmen einer Roadshow: Zwischen dem 3. und 30. November 2016 machen die Smart-Glasses-Experience-Days Halt in 14 verschiedenen Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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Digitaler Durchblick: Interaktive, blickgesteuerte Datenbrille mit vollfarbigen OLED-Mikrodisplays im industriellen Einsatz.
Digitaler Durchblick: Interaktive, blickgesteuerte Datenbrille mit vollfarbigen OLED-Mikrodisplays im industriellen Einsatz.
(Bild: Fraunhofer-FEP)

Wearables, kleine, am Körper tragbare Computersysteme, durchdringen langsam aber sicher unseren Alltag. Egal, ob Fitness-Tracker oder Smart Watch – immer häufiger werden wir von kleinen Geräten begleitet, die Daten aufzeichnen und ständig mit uns kommunizieren. Lange schon sind Forscher davon überzeugt, dass auch die produzierende Industrie von den interaktiven Technologien profitieren könnte. So arbeitet auch das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP in Dresden seit Jahren an der Entwicklung diverser OLED-Mikrodisplays, die auf organischen Halbleitern basieren.

Auf dem vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und dessen Spin-off Oculavis aus Aachen organisierten Smart-Glasses-Experience-Days bietet sich interessierten Unternehmen nun die Gelegenheit, sich in der Nähe ihrer eigenen Standorte über die interaktiven Technologien zu informieren: Die neuesten Endgeräte, wie die Holo-Lens von Microsoft oder die Google-Glass, aber auch einen Demonstrator der nächsten Generation von Datenbrillen vom Fraunhofer-FEP sowie entsprechende Anwendungen können die Teilnehmer selbst ausprobieren.

OLED-Mikrodisplay mit Sensorfunktion

Die im Technologiedemonstrator des Fraunhofer-FEP verwendeten OLED-Mikrodisplays haben ganz spezielle Eigenschaften: Durch die Integration einer Bildsensorfunktion direkt im Mikrodisplay lässt sich unter anderem die Augenbewegung in Datenbrillen aufnehmen und zur Steuerung von Displayinhalten nutzen. Mit den am Fraunhofer-FEP entwickelten sogenannten bi-direktionalen OLED-Mikrodisplays lassen sich auf einzigartige Weise die Funktionalitäten eines Wearable-Displays mit einer hands-free Augensteuerung für die Nutzung unter anderem in Augmented-Reality-Anwendungen verbinden.

Diese Datenbrille entstand im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt „Fair“, das dieses Jahr erfolgreich abgeschlossen wurde. Ziel war es, Datenbrillen für die Mensch-Maschine-Interaktion zu entwickeln, deren Steuerung – basierend auf visuellen Informationen – über die Erfassung und Auswertung von Blickbewegungen erfolgt.

Wearables zum Testen

Die Smart-Glasses-Experience-Days werden in 14 Großstädten in Deutschland, Österreich und der Schweiz stattfinden. Die Fraunhofer-Forscher und ihre Partner von Oculavis wollen damit die zahlreichen Möglichkeiten aufzeigen, die sich produzierenden Unternehmen durch den Einsatz der Smart-Devices eröffnen: Die mobilen Endgeräte können beispielsweise dabei helfen, wertschöpfende Prozesse in der Produktion zu beschleunigen und Wissen über Standortgrenzen hinweg in Echtzeit zu teilen. Die Teilnehmer der Veranstaltungen können im Rahmen von interaktiven Technologieforen verschiedene Anwendungen auf den neuesten Smart-Glasses und weiteren Wearables ausgiebig testen und ihre Erfahrungen mit den Experten und anderen Seminarteilnehmern diskutieren. Auch wichtige arbeitsrechtliche und arbeitspsychologische Aspekte kommen dabei nicht zu kurz.

Potenziale für das eigene Unternehmen

Um für das eigene Unternehmen zu bewerten, ob sich der Einsatz der Technologien lohnt, hat das Fraunhofer-IPT auf der Grundlage von Studienergebnissen und Industrieprojekten den Wearable-Potential-Check entwickelt: Mit der Methodik lassen sich vielversprechende Anwendungen in produzierenden Unternehmen systematisch identifizieren und bewerten. Auch die Umsetzung und Einschätzung der erzielten Effekte können im Nachhinein damit überwacht werden. Alle Teilnehmer erhalten im Anschluss an das Seminar einen kostenlosen Zugang zu diesem Tool.

Als Referenten der Veranstaltung treten Experten aus namhaften Forschungseinrichtungen im Umfeld produzierender Unternehmen sowie der Softwareentwicklung für Smart Wearables auf.

Dieser Beitrag ist bei unserem Partnerportal MM MaschinenMarkt erschienen.

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