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Was ist Virtual, Augmented und Mixed Reality?

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Auf der Hololens läuft als Betriebssystem eine spezielle Version von Windows 10. Neben speziellen 3D-Hololens-Apps und Spielen kann sie auch herkömmliche 2D-Apps ausführen, die dann in virtuellen Windows-Fenstern im Raum schweben. Gedacht ist die Hololens allerdings primär für den professionellen Einsatz beispielsweise in der Wartung oder im Showroom. So kann ein Wartungstechniker mittels Sprachsteuerung Informationen abrufen oder Geräten virtuell „unter die Haube” blicken. Auch auf der internationalen Raumstation ISS ist eine Hololens im Einsatz.

Eine neue Hololens-Generation wird frühestens Ende 2018 kommen. Neben einem größeren Sichtfeld und einer stärkeren CPU soll eine neue HPU mit AI-Coprozessor zu den Neuerungen gehören. Er soll die Erkennung von Objekten und Gesten durch Machine-Learning-Verfahren verbessern.

Mit Magic Leap gibt es eine weitere Firma, die an einer Brille arbeitet, die ähnlich wie die Hololens virtuelle Objekte in die Wahrnehmung der Realität einfügen kann. Allerdings ist über den Entwicklungsstand der Brille wenig bekannt. Intel hatte mit dem Project Alloy eine autonome Brille mit „Merged Reality"-Technik vorgestellt, die VR-Technik mit Realsense-Kameras kombiniert, um eine gemischte Realität zu schaffen. Eingebaut ist hier ein Rechner mit Core-Prozessor mit Windows 10 als Betriebssystem. Allerdings hat Intel das Projekt im September 2017 eingestellt.

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Mixed Reality mit VR-Brillen

Als Produkt für Consumer ist die Hololens mit einem Preis von 3.000 Euro schlicht zu teuer. Daher entwickelte man in Redmond Spezifikationen für eine deutlich günstigere VR-Brille, die unter der Bezeichnung Windows Mixed Reality Headset an den Start geht. Diese auch als Head Mounted Displays (HMD) bezeichneten Brillen sind im Prinzip VR-Brillen, die an einen PC oder ein Notebook mit Windows 10 Fall Creators Update. Produziert wird sie von PC-Herstellern als OEM-Partnern. Die Headsets nach Microsoft-Spezifikation verwenden zwei spezielle Kameras auf der Brille für die Orientierung im Raum. Sie kommen damit ohne externe Komponenten wie Kamera oder Laserlichtquellen aus, die man erst aufstellen und justieren muss. Das erlaubt ein sehr schnelles Setup der Brillen. Praktisch ist auch, dass der Visor mit den beiden LCDs einfach hochgeklappt werden kann, ohne dass die Brille abgenommen werden muss. Kopfhörer sind im Gegensatz zu den VR-Brillen von Oculus und HTC nicht eingebaut.

Die ersten MR-Brillen nach diesem Muster stammen von Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo. Sie nutzen keine OLEDs, sondern LCDs mit einer Auflösung von 1.440 x 1.440 Pixel und einer Refresh-Rate von bis zu 90 Hz. Einen eigenständigeren Weg geht Samsung mit der MR-Brille HMD Odyssey. Die Koreaner setzen AMOLEDs mit einer Auflösung von 1.440 x 1.600 Bildpunkten ein. Zudem ist in der Brille ein Kopfhörer eingebaut. Allerdings ist die Samsung-Brille schwerer und sie lässt sich nicht hochklappen. Die in den Brillen integrierten Tracking-Kameras erfassen auch die mit LEDs ausgestatteten Controller für die beiden Hände.

VR- und MR-Brillen sind (noch) zu schwer und unbequem

Für Microsoft ist das Label „Mixed Reality” für die neuen Brillen zutreffend, auch wenn es sich eigentlich um reine VR-Headsets handelt. Greg Sullivan, Microsofts Director of Communications for Mixed Reality, erklärte das auf der IFA 2017 im Gespräch mit IT-BUSINESS damit, dass seine Firma die Plattform in den Vordergrund stelle. Alle MR-Geräte nutzen dieselbe Software, nur eben in unterschiedlicher Weise. Zudem werde es in Zukunft weitere Headsets geben, die eine Position zwischen AR und VR einnehmen.

So wäre die Integration einer zusätzlichen Kamera für die Außensicht grundsätzlich möglich. Das virtuelle „Cliff House”, das als eine Art Startmenü für MR-Anwendungen dient, enthält auch Elemente, die von der Hololense bekannt sind. So lassen sich herkömmliche Windows-Anwendungen wie Bilder an virtuelle Wände hängen und ganz normal nutzen. Auch die im Raum positionierbaren 3D-Objekte werden im Cliff House geboten.

Ein weiterer Vorteil der MP-Plattform liegt laut Sullivan auch im sehr effizienten Tracking, das mit weniger Rechenleistung auskomme, als bei anderen Konzepten.

Derzeit sind VR- und MR-Brillen noch zu schwer und zu unbequem, um sie längere Zeit zu tragen. Aber es ist durchaus eine Zukunft möglich, in der wir keine PCs oder Notebooks mit Display verwenden, sondern ein leichtes und günstiges Gerät wie die Hololens, mit dem das eigene Heim oder Büro zu einer Light-Version des Holodecks wird, von dem wir seit Star Trek Next Generation träumen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal IT-BUSINESS erschienen.

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