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Was ist Virtual, Augmented und Mixed Reality?

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AR funktioniert grundsätzlich auch ohne Brille, sondern auch mit jedem Smartphone oder Tablet. Pokemon Go ist ein Beispiel für ein Spiel mit AR-Elementen. Apple beschreitet mit dem im September 2017 präsentierten AR-Kit diesen Weg. Googles Tango funktioniert ähnlich, benötigt aber Smartphones oder Tablets mit speziellen Kameras. Allerdings bleibt bei derartigen Lösungen immer das Problem der Handhabung, die mit AR-Brillen nicht besteht. Denn hier hat man die Hände frei.

Die meisten AR-Brillen wie AirScouter von Brother oder die Moverio-Modelle von Epson sind allerdings für professionelle Anwendungen in vertikalen Märkten bestimmt. Das ergibt sich schon durch den hohen Preis für die Brillen. Einsatzbereiche sind etwa die Unterstützung von von Monteuren beim Arbeiten durch zusätzliche Informationen oder das Fliegen von Drohnen mit dem Einspiegeln des Livebilds der Drohnenkamera. Auch in Museen werden AR-Brillen verwendet. Sie können beispielsweise zusätzliche Informationen zu Ausstellungsobjekten liefern und auch Videos abspielen.

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Auch Google hat sich nach dem Misserfolg von Google Glass als Consumer-Produkt auf den professionellen Bereich verlegt. Google hatte die von Foxconn hergestellte Brille Mitte 2012 vorgestellt und Anfang 2013 eine Entwickler-Version auf den Markt gebracht. 2014 folgte der Verkauf der Brille im Rahmen eines offenen Beta-Programms. In der Brille war ein kleiner Rechner mit Android-Betriebssystem integriert, der mit Sprachkommandos und einem Mini-Trackpad im rechten Brillenbügel gesteuert wurde. Der dort ebenfalls integrierte Mini-Projektor mit einer Auflösung von 640 x 360 Pixel deckte nur einen kleinen Teil des Blickfelds ab. Für Kontroversen und die Einstellung des Projekts sorgte die in der Brille integrierte Kamera, die bei vielen Menschen die Sorge auslöste, ohne Wissen und Zustimmung gefilmt zu werden.

AR-Systeme kommen mit internen Rechnern

Die Träger der Brille sahen sich daher Beschimpfungen („Glassholes") und teilweise auch körperlicher Gewalt ausgesetzt. Etliche Bars verboten Google-Glass-Trägern den Zutritt. Die Befürchtungen hinsichtlich der Google Glass nimmt auch der 2016 ausgestrahlte Spielfilm „Operation Naked" auf, den der Journalist und Dokumentarfilmer Mario Sixtus für das ZDF produziert hat. Ein weiteres Motiv für die Einstellung der Brille waren der zu schwache Prozessor, die kurze Akkulaufzeit und letztlich auch der zu hohe Preis.

Da anders als bei VR keine aufwändigen Szenerien gerendert werden und auch kein so exaktes Tracking notwendig ist, kommen AR-Systeme wie die Moverio-Modelle mit internen Rechnern aus. Die AirScouter von Brother wird dagegen über HDMI an einen Rechner angeschlossen. Allen AR-Brillen ist gemeinsam, dass sich das in die Brille gespiegelte Bild nicht in die Umgebung einfügt, sondern mit der Kopfbewegung mitbewegt. Sie sind damit nicht immersiv. Zudem nimmt das eingespiegelte Bild nur einen sehr kleinen Teil des Blickfelds ein.

Mixed Reality: Microsofts Doppelstrategie

Mit der Hololens hat Microsoft 2016 ein deutlich leistungsfähigeres AR-System vorgestellt, das virtuelle Objekte über ein halbtransparentes Display in reale Szenen einfügt. Dabei erfasst der in der Brille integrierte Windows-10-Rechner mit leistungsfähigen Sensoren seine Umwelt und ermöglicht so eine sehr genaue Positionierung und eine Interaktion zwischen virtuellen und realen Objekten. Microsoft prägte dafür den Begriff Mixed Reality (MR). Die Steuerung erfolgt durch Spracherkennung und eine Gestenerkennung mittels des integrierten Kamerasystems, das ein Weiterentwicklung der Kinect-Technik darstellt.

Der für die Hololens entwickelte Rechner basiert auf einem Intel Atom x5-Z8100 und einem Holographic Processing Unit (HPU), den Microsoft speziell für die Brille entwickelt hat. Als Display dienen zwei transparente LCOS-Screens, eines vor jedem Auge. Sie decken nur einen Teil des Blickfelds ab, allerdings ist der Bereich, in dem die computergenerierten Animationen zu sehen sind, größer als bei AR-Brillen.

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