Expertenbeitrag

Dr. André Schmiljun

Dr. André Schmiljun

Mitarbeiter Presse & Öffentlichkeitsarbeit, InSystems Automation GmbH

Robotik Warum wollen wir Roboter – und wo wollen wir sie?

Autor / Redakteur: Dr. André Schmiljun & Janina Samuel* / Sebastian Human

In der Industrie sind Roboter nicht mehr wegzudenken. Sie assistieren ihren menschlichen Kollegen als Transportroboter oder Cobot bei verschiedensten Aufgaben. Dadurch werden sie schnell zum Teammitglied, was besonderes Kommunikationsgeschick verlangt.

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Transportroboter und Cobots bringen durch ihre autonomen Handlungen auch eine soziale Komponente in die Zusammenarbeit mit dem Menschen.
Transportroboter und Cobots bringen durch ihre autonomen Handlungen auch eine soziale Komponente in die Zusammenarbeit mit dem Menschen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Besonders für die Industrie sind Roboter aufgrund ihrer immer gleichbleibenden Performance interessant. Industrieroboter sind traditionell getrennt von menschlichen Arbeitern, da sie Aufgaben erfüllen, die oft mit viel Kraft einhergehen, zum Beispiel das Handling oder Zusammenschweißen schwerer Metallteile. Es sind Tätigkeiten, die für Menschen beschwerlich und manchmal auch gefährlich sein können.

Transportroboter oder Fahrerlose Transportfahrzeuge kommen daher inzwischen in unterschiedlichen Industriezweigen zum Einsatz. Sie assistieren ihren menschlichen Kollegen, indem sie dafür sorgen, dass diese ihren Arbeitsplatz nicht für Transportaufgaben verlassen müssen. Diese Roboter können unter anderem Aufzugssysteme nutzen, automatische Türen öffnen oder in Außenbereichen fahren. So erledigen speziell Transportroboter nicht-wertschöpfende Tätigkeiten, was sie für die Erhaltung von Produktion in Hochlohn-Ländern sehr interessant macht.

Doch so gut geeignet Roboter für monotone Arbeiten auch sind, so fehlt ihnen aber die menschliche Intuition, Anpassungsfähigkeit und Kreativität.

Cobots – von der Maschine zum Mitarbeiter

Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine soll durch Cobots ermöglicht werden. Cobots erhalten ihren Namen aus der Wortkombination von „Collaboration“ und „Robot“ und sind definiert als „robotic device(s) which manipulate objects in collaboration with a human operator”. Ihr Konzept wurde schon in den 1990ern diskutiert und wird durch die Erkenntnis, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Roboter-Kraft/-Präzision und menschlicher Kreativität, Expertise und Reaktionsvermögen besonders effektives Arbeiten ermöglichen kann, angetrieben. Die Cobots sollen also Seite an Seite mit Menschen operieren, in dem gleichem Arbeitsraum ohne klare Trennung.

Die Hürden dabei sind offensichtlich. Die Stärke der Roboter ist noch immer ein Sicherheitsrisiko, eines, das bei diesen kollaborativen Robotern noch wichtiger als bei getrennt vom Menschen arbeitenden Robotern ist, da ihr Design darauf basiert, dass der Mensch ständig eng mit ihnen zu tun hat. Logischerweise gibt es darum strenge Richtlinien, denen ihre Programmierung und Konstruktion folgen muss (wer sich diese im Detail ansehen möchte, kann das zum Beispiel in dem EU Product Safety Framework for Advanced Robots & Autonomous Systems tun). Diese sorgen dafür, dass die Roboter zum Beispiel nicht nur mit Sensoren ausgestattet sind, die Objekte in möglichen Gefährdungsbereichen erkennen können, sondern zusätzlich auch über Einschränkungen verfügen, wie schnell sie sich bewegen können, damit ein Mensch im Notfall genug Zeit dazu hat, ihnen aus dem Weg zu gehen.

Wenn Roboter zum Teammitglied werden

Generell sind Transportroboter und Cobots sicher, zum Teil sogar sicherer als Maschinen, die von Menschen operiert werden, da sie nie abgelenkt oder müde werden. Das an die Belegschaft zu kommunizieren, ist bei der Einführung von Robotern in eine neue Arbeitsumgebung wichtig. Die Arbeiterinnen und Arbeiter wissen, dass Roboter in der Theorie gefährlich sein können; das ist unschwer zu erkennen. Gute Kommunikation über diese neue Technik ist daher unumgänglich, um für Akzeptanz zu sorgen. Fragen, die beantwortet werden müssen, sind zum Beispiel: wie die Roboter funktionieren, wie die Kolleginnen und Kollegen mit ihnen umgehen können und was die Sicherheitseinrichtungen sind.

Bei der Integration von Robotern ist also nicht nur die technische Seite zu beachten. Roboter haben durch die enge Einbindung in menschliche Teams ebenso eine soziale Komponente. Sie sind Maschinen, aber durch ihr autonomes Handeln wirken sie manchmal wie etwas, das mehr als nur ein Werkzeug ist. Wenn sie erfolgreich in einen Prozess integriert und von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen angenommen werden, kann man oft beobachten, wie die Roboter vermenschlicht werden. So bekommen sie zum Beispiel oft Namen – diese rangieren dabei von dem pragmatischen „Robo“ über das niedliche „Fritzchen“ zu dem doch sehr menschlichen „Jürgen“. Entsprechende Unternehmen vermarkten ihre Roboter daher nicht nur als technisch hochentwickelte Tools, sondern betrachten sie auch aus dem Blickwinkel, in dem sie von einer einfachen Maschine zu einem Teammitglied werden.

* Janina Samuel studiert im Master Msc Data Science (for Business), ihr Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Roboterpsychologie.

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