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IoT-Technologie

Warum Raspberry Pi 3B+ ideal für die Industrie ist

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Ausblick: Raspberry Pi 4.0

Der neue Raspberry Pi 3B+ benötigt auch neue Software – er wird mit NOOBS vor der Version 2.7.0, die am 14.03.2018 erschienen ist, nicht booten. Für Raspbian Jessie wird die Firmware ebenfalls zur Verfügung gestellt (werden). Es wird vermutlich eine Weile dauern, bis andere Distributionen wie LibreELEC und RetroPie nachgezogen haben.

Alle Fans des 40-Pin-GPIO Headers können aufatmen: alles ist wie gehabt, alle heißgeliebten Erweiterungs-HATs werden unterstützt. Wie beim Pi 3B und Pi Zero W ist Bluetooth jedoch über den "guten" UART angebunden (den PL011). Nutzer des UARTs über den GPIO Header sollten die bekannten Einschränkungen des hier zur Verfügung stehenden miniUARTs beachten, bzw. per Overlay die zwei UARTs tauschen oder Bluetooth deaktivieren.

Der RUN Header hatte vorher zwei Pins. Einer davon war Ground - beim Verbinden des "RUN" Pins an GND wurde die CPU zurückgesetzt. Der Header konnte also verwendet werden um einen Reset-Taster einzubauen. Dabei blieb jedoch die Stromzufuhr komplett eingeschaltet, auch bei kontinuierlichem Halten des RUN Pins an GND war die CPU zwar praktisch gesehen aus, aber es wurde trotzdem Strom verbraucht.

Im Pi 3B+ wurde der GND Pin aus dem RUN Header entfernt, und ein neuer Pin "PEN" hinzugefügt. PEN steht dabei für Power ENable. Beim Verbinden des PEN Pins an GND wird dem Board der Strom komplett entzogen – es geht damit in den niedrigsten Stromverbrauchszustand. Sicherlich sinnvoll für batteriebetriebene Lösungen, die das Board dann aus dem Tiefschlaf mit einem kleinen Mikrocontroller aufwecken können. Wo GND holen, wenn nicht stehlen? Auf dem GPIO Port stehen jede Menge GND Pins zur Verfügung, auch ist die äußere Hülle der USB Ports auf Ground. Eine Büroklammer ist vermutlich lang genug.

Ausblick: Raspberry Pi 4

Der Raspberry Pi 3 B+ ist, wie der Name schon sagt, kein Pi 4. Liebevoll entwickelt, bietet er aber noch etwas mehr Leistung als sein Vorgänger in fast jeder Disziplin eines Single-Board-Computers. Ähnlich wie Pi 1B+ vs. 1B handelt es sich hier um kontinuierliche Weiterentwicklung und Liebe zum Detail statt Quantensprung.

Wie bereits erwähnt, ist das Limit auf 1 GB RAM durch den VideoCore IV bedingt, der deutlich fester in einem BCM283x verbacken ist, als die ARM Cores. Uns liegen keine Informationen zu einer höheren Taktung des VideoCore IV oder anderen Veränderungen daran vor. Aus der Erfahrung mit dem Pi 3B wissen wir, dass auch H.265 Video in vielen Fällen flüssig abspielbar sein sollte – in Software hardwarebeschleunigt dekodiert.

Der Raspberry Pi 4 wird vermutlich ein größeres Redesign auch dieser bislang unberührten Teile des SoCs werden. Das wird uns sicher neue Möglichkeiten und zukünftige Upgrade-Pfade eröffnen: mehr RAM, dedizierte USB Ports (USB 3 wäre schick, liebe Foundation!), volle 1000 MBit/s GBit LAN, usw. usf. Dieses Redesign braucht natürlich Zeit, die die Foundation durch den Release des Pi 3B+ für uns überbrücken möchte.

Der Pi 3 B+ wird bis zum Januar 2023 gefertigt werden. Die Foundation versichert uns, dass auch die anderen Modelle (Pi 1B+, 2, 3) bei entsprechender Nachfrage weiter hergestellt werden. Wir können uns demnächst eventuell auf eine neue Variante Raspberry Pi 3A+ (ohne LAN und mit nur einem USB Port), sowie ein Compute Module 3+ freuen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis erschienen.

* Maximilian Batz, PI3G.COM

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