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Expertenbeitrag

 Patrick Hubbard

Patrick Hubbard

Head Geek, SolarWinds EMEA Headquarters

IoT in der Praxis Warum Netzwerksichtbarkeit jenseits der Firewall im IoT-Zeitalter unverzichtbar ist

| Autor/ Redakteur: Patrick Hubbard / Redaktion IoT

Im Zeitalter der hybriden IT dreht sich alles um Komplexität. Patrick Hubbard gibt Tipps, worauf IT-Experten bei der Verwaltung komplexer Strukturen wie etwa hybrider IT oder IoT achten müssen.

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Netzwerksichtbarkeit ist in Zeiten von hybrider IT und IoT wichtiger denn je
Netzwerksichtbarkeit ist in Zeiten von hybrider IT und IoT wichtiger denn je
(www.pixabay.com)

Im Zeitalter der hybriden IT dreht sich alles um Komplexität. In der Tat berichten IT-Experten im letzten SolarWinds IT Trends Report 2017, dass die größte Herausforderung der hybriden IT in der erhöhten Komplexität der Infrastruktur liegt. Die zunehmende Komplexität ist aber nur eine der Herausforderungen, mit der sich die hybride IT auf IT-Abteilungen auswirkt. Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) beispielsweise ist eine weitere unerwartet aufgekommene Technologie, mit der sich IT-Teams seit einiger Zeit befassen müssen.

In der Umfrage kommen die meisten befragten IT-Experten zu dem Schluss, dass die zweitgrößte Herausforderung der hybriden IT der Mangel an Kontrolle und Sichtbarkeit der Arbeitsweise von cloudbasierten Anwendungen und Cloud-Infrastruktur ist. Die meisten IoT-Geräte verbinden sich mit dem Back-End der Cloud oder mit Edge/Fog-verteilten Endgeräten anstatt mit herkömmlichen Rechenzentren. Verteilte Workloads bereiten Administratoren grundsätzlich Schwierigkeiten und die multiplikative Natur von IoT-Geräten verschärft die Herausforderung der Sichtbarkeit sogar noch. Aber das sind nicht nur schlechte Nachrichten. Um diese komplexen Infrastrukturen zu verwalten, muss man wissen wie sich IoT-Anwendungsfälle in verschiedenen Implementierungen verhalten. So können Lösungen für IT-Experten gefunden werden, um die hybride IT und IoT-Konvergenz besser zu verwalten.

IoT in der Praxis

Um zu verstehen wie man am besten komplexe Strukturen verwaltet und Sichtbarkeit über die Firewall hinaus im Zeitalter von IoT erlangt, sollten sich IT-Experten folgende IoT Szenarios in hybriden Unternehmen näher anschauen.

Cloudbasiertes IoT
In diesem Szenario befindet sich das Back-End der IoT-Infrastruktur in der Public Cloud. Möglicherweise senden Millionen von verteilten Geräten und mehrere geclusterte Workload-Systeme Daten zurück an die Cloud, weshalb die Überwachung der Cloud nicht unterschätzt werden sollte. IT-Experten, die diese cloudbasierten IoT-Implementierungen verwalten, müssen in der Lage sein, den gesamten Netzwerkpfad zu überblicken, um die Leistung für den Endanwender oder zumindest die synthetische Anwendungsleistung (wenn der Endanwender ein IoT-Bot ist) sicherzustellen. Dies kann sich als schwierig erweisen, weil der Datenverkehr komplett außerhalb der Firewall liegt. Der Schlüssel zur Fehlerbehebung ist, die End-user Experience für sich zu nutzen, während man gleichzeitig die Cloud-Infrastruktur und Cloud-Komponenten der Anwendungen überwachen muss.

Lokales IoT
Ein ausgezeichnetes Beispiel für dieses Szenario ist ein industrielles IoT, bei dem mehrere IoT-Geräte vorhanden sind, die Produktionsdaten aber im Rechenzentrum des Unternehmens erfasst werden. In diesem Fall erzeugen IoT-Geräte lokal riesige Datenmengen, wodurch die Komplexität der Analyse einer mehrstufigen Big-Data-Anwendung geschaffen wird. Es müssen riesige Datenmengen verarbeitet und gespeichert – vielleicht sind Hadoop® und MapReduce im Spiel – sowie Analysen und Transformationen laufend durchgeführt werden. Und es gibt natürlich Sicherheitsaspekte, Melde- oder rechtliche Vorschriften zu berücksichtigen, da IoT-Geräte mit dem Daten liefernden Netzwerk verbunden werden. Ziehen beispielsweise IT-Experten neue Protokolle wie MQ Telemetry Transport-Protokoll (MQTT) anstatt HTTP und Verwaltung des Transport Layer Security (TLS)-Datenverkehrs durch die Firewall in Erwägung?

All dies kann zu einer großen Belastung für den eingehenden Datenverkehr im lokalen Rechenzentrum werden - eine regelrechte Flutwelle von der externen Welt in die lokalen Systeme über die Firewalls. Knifflig ist außerdem der Einsatz von Open Source. Viele IoT-Lösungen und Basistechnologien basieren auf Open Source, öffentlich verfügbaren Projekten. Viel zu häufig laden Entwickler ein Paket ohne Sicherheitsüberprüfung von GitHub herunter, weil sie unter Zeitdruck stehen und von ihnen erwartet wird schnell ein marktfähiges Produkt bereitzustellen. IT-Experten und IT-Sicherheitsmanager müssen sicherstellen, dass diese neuen Delivery-Stack-Elemente der Anwendung kontrolliert werden und ihre Codebasis mit irgendeiner Methode überwacht wird, um den Code, der auf unsere Netzwerke zugreift, zu schützen.

Edge-basiertes IoT
Ebenfalls bekannt als Fog-basiertes IoT ist die Edge-basierte Datenverarbeitung. Hierbei destillieren verteilte Einrichtungen zur Datensammlung und -verarbeitung Daten vor Ort anstatt sie an lokale Repositorys oder Repositorys in der Cloud zu senden. Zum Beispiel kann eine Stadtverwaltung Sensoren installieren, die Verkehrsmuster zur Optimierung der Ampelschaltung aufzeichnen. Für sie ist die Verarbeitung von IoT-Daten vor Ort preiswerter, selbst wenn dafür verteilte Rechenressourcen erforderlich sind. Diese verteilten Elemente müssen jedoch immer noch verwaltet, ihr Netzwerkdatenverkehr gewährleistet und ihr Funktionieren überwacht werden, so als ob sie sicher im Quartier in einem Rack montiert wären, jedoch mit dem Problem des Remotezugriffs und der Latenz.

Best Practices für die Verwaltung von IoT-Komplexität und IoT-Sichtbarkeit

Gleichgültig ob eine IoT-Implementierung in der Cloud, lokal oder Edge-basiert erfolgt, es gibt gängige Strategien, die zur Beseitigung von Komplexitäts- und Sichtbarkeitsproblemen verfolgt werden sollten:

  1. Das wirksamste Tool für die hybride IT liefert eine zentrale Ansicht.
    Die Fehlerbehebung über die Grenzen von hybrider IT hinweg kann überaus positive Effekte auf die Produktivität haben. Am Ende des Tages erfordert die erfolgreiche IoT-Verwaltung eine bereichsübergreifende Sichtbarkeit.

  2. Schulungen und Kompetenzaufbau sollten fortlaufend erfolgen.
    IT-Abteilungen sollten mit der Geschäftsführung zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass ein Teil des Budgets für Schulungen, persönliche Entwicklung, Konferenzteilnahmen und Zertifizierungen für IT-Fachleute verwendet wird. Eine Investition in das IT-Team macht sich bezahlt, wenn dann die Komplexität besser beherrscht wird; insbesondere wenn man bedenkt, dass beinahe die Hälfte der IT-Experten aktuell angibt, dass neu eingestellte IT-Fachleute derzeit nicht die notwendigen Fähigkeiten mitbringen, hybride IT-Umgebungen zu verwalten. Diese Fähigkeiten müssen jetzt aktiv geschaffen werden, anstatt zu warten, dass sie in Zukunft von alleine entstehen.

  3. Sich Zeit zum Experimentieren nehmen.
    IT-Experten sollten überlegen, wie sie ihren inneren Datenwissenschaftler aus sich herauskitzeln können. Anstatt Daten nur hin und her zu schicken, müssen IT-Experten heutzutage operative und hybride Daten ins Labor mitnehmen und mit ihnen experimentieren. Dadurch entdecken sie wahrscheinlich neue Möglichkeiten für den Umgang mit Funktionsstörungen im IoT.

Es ist gut möglich, dass es eines Tages nur noch die Cloud geben wird - aber das ist ganz sicher nicht schon morgen. Die hybride IT wird - zumindest in den nächsten Jahren - lediglich immer komplexer und schwieriger zu verwalten sein. Zur Motivation kann ein wenig Beunruhigung nicht schaden, solange IT-Experten nicht entmutigt werden und weiterhin ihre Qualifikationen verbessern. IT-Experten, die heute die notwendigen Schritte für eine Verbesserung ihrer Umgebungen ergreifen, können – unabhängig vom IoT-Szenario – vielleicht bald von der vollen Sichtbarkeit über lokale, cloudbasierte und weitere Netzwerke hinweg immens profitieren - oder wo auch immer Workloads dann vorhanden sein mögen.

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