IoT-Analytics Warum Low Code der beste Code ist

Von Johan Jonzon*

Laut Schätzungen von Gartner werden über 50 Prozent aller mittelgroßen bis großen Unternehmen bis zum Jahr 2023 Low-Code- oder No-Code-Plattformen als Teil ihrer IT-Gesamtstrategie einführen. Wieso immer mehr Unternehmen auf Low Code setzen und wie sie die Technologie nutzen.

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Laut aktuellen Studien sind viele IT-Abteilungen mit Projekten überlastet, weswegen immer mehr Unternehmen Low-Code-Tools anwenden.
Laut aktuellen Studien sind viele IT-Abteilungen mit Projekten überlastet, weswegen immer mehr Unternehmen Low-Code-Tools anwenden.
(Bild: Crosser)

Low Code-Plattformen werden zunehmend beliebter, da sie Unternehmen helfen, Funktionen schneller bereitzustellen. Sie können auch die Abhängigkeit von sowie den Druck auf Programmierer verringern, und sind einfacher zu verstehen. Das Implementieren einer IoT-Strategie ist keine einfache Aufgabe, aber Low Code-Plattformen helfen, die Grundlage für einen robusten Datenmanagementprozess zu schaffen. Im Artikel wird erläutert, wie industrielle Hersteller das Potenzial von Low Code nutzen können.

Wie die Industrie von eine schwedischen Kinderserie lernen kann

‚Fünf Ameisen sind mehr als vier Elefanten‘ ist eine bekannte schwedische Kinderfernsehserie aus den 1970er Jahren. Es handelt sich dabei um ein Schulprogramm, das zu seiner Zeit als die beste Kinderserie galt, die jemals in Schweden produziert wurde.

Obwohl dies auf den ersten Blick nichts mit dem industriellen Internet of Things (IIoT) zu tun hat, sah Crosser einen Zusammenhang, da wir der Überzeugung sind, dass Elefanten in kleinen Stücken gegessen werden müssen. In IIoT-Anwendungen bedeutet dies, mit kleinen Projekten zu beginnen, die einfach zu implementieren und abzuschließen sind, und dann schrittweise auf fortgeschrittenere Anwendungsfälle hinzuarbeiten. Einfach ausgedrückt: Iss deinen Elefanten in kleinen, ameisenfreundlichen Bissen und versuche nicht, ihn auf einmal herunterzuschlucken.

Abläufe in der Fertigung sind komplex und Werksleiter haben eine Vielzahl von Daten verfügbar. Doch ihr Problem liegt darin, dass sie nicht wissen, wie sie die von ihrer Anlage generierten Daten effektiv verwalten können. Das macht das Implementieren von IIoT-Anwendungsfällen schwierig. Mit den richtigen Tools ist es einfach, im kleineren Maßstab zu beginnen und Dinge zu vereinfachen, da die Implementierung nur wenig Aufwand erfordert. Im Laufe der Zeit können dann erweiterte Funktionen hinzugefügt werden.

Low-Code-Fakten (Quellen siehe Text):

  • Seit 2017 müssen IT-Abteilungen jedes Jahr min. 30 Prozent mehr Projekte durchführen
  • Etwa 84 Prozent der Unternehmen haben Low-Code-Tools zur Entlastungerworben
  • 2021 konnten weniger als 40 Prozent der IT-Abteilungen ihre Verpflichtungen erfüllen
  • Knapp 50 Prozent können ihre Kosten durch Low-Code-Plattformen senken

Warum Low Code der beste Code ist

Eine der einfachsten, aber höchst effektiven Technologien, die industrielle Hersteller implementieren können, ist eine Low-Code-Analyseplattform. Anstatt komplexe Programmiersprachen einzusetzen, verwenden Low Code-Plattformen visuelle Schnittstellen mit einfacher Logik und Drag-&-Drop-Funktionen, sodass Benutzer nur mit einem einzigen System vertraut sein müssen, nicht mit vielen verschiedenen.

Dies bedeutet, dass die Plattform einfacher zu bedienen ist und dass alle Mitarbeiter in einer Anlage sie nutzen können. Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Cloud Computing-Unternehmens Appian haben 84 Prozent der befragten Unternehmen Low Code-Tools erworben, um die Belastung ihrer IT-Abteilungen zu reduzieren. Die resultierende Aufgabenteilung bedeutet, dass IT-Probleme auf das gesamte Unternehmen verteilt werden, was den Druck auf einzelne Teams und Abteilungen verringert, die Mitarbeitereffizienz verbessert und Kosten spart.

Low-Code-Plattformen wurden sogar von der weltbekannten Zeitschrift Time übernommen, um repetitive manuelle Prozesse in ihren Anbietermanagementabläufen anzugehen. Mit Hilfe verschiedener Low Code-Anwendungen konnte Time den Zeitraum zwischen Rechnungsstellung und Zahlung von Monaten auf Tage reduzieren und darüber hinaus die Kommunikation mit ihren Anbietern straffen. Aber wie können diese Arten von Plattform in industriellen Umgebungen eingesetzt werden?

Anwendung in der Fertigung

Natürlich ist es schwierig, immer mit Branchentrends Schritt zu halten. Aber wenn Firmen zurückfallen, gerät die Belegschaft unter Druck. In der heutigen Ära von Industrie 4.0 ist Digitalisierung von entscheidender Bedeutung, um wertvolle Daten zu erfassen und Arbeitsabläufe zu optimieren. Folglich hat sich der Arbeitsaufwand für IT-Abteilungen deutlich erhöht. So hat der Connectivity Benchmark Report 2021 von Mulesoft festgestellt, dass die Anzahl der Projekte, die IT-Teams durchführen müssen, seit 2017 jedes Jahr um mindestens 30 Prozent angestiegen ist.

Dies macht es problematisch für IT-Abteilungen, die Nachfrage abzudecken, da in der Branche insgesamt nicht genügend Entwickler verfügbar sind. Es kommt daher zu einer IT-Lieferlücke, der Differenz zwischen Nachfrage und Lieferkapazität. Der Bericht von Mulesoft weist auch darauf hin, dass im vergangenen Jahr weniger als vier von zehn IT-Teams in der Lage waren, allen ihren Projektverpflichtungen im Unternehmen nachzukommen.

Low-Code-Plattformen verringern die Abhängigkeit von Entwicklern und IT-Spezialisten, was zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Angesichts der Tatsache, dass gegenwärtig mehr als die Hälfte aller IT-Projekte verspätet abgeschlossen werden, kann Low Code die Projektdauer durch vorgefertigte und einfach zu verwendende Integrationen reduzieren. Dies bedeutet, dass keine Programmierer oder Entwickler benötigt werden, um Input oder Feedback zu IT-Projekten zu geben, die von anderen Mitarbeitern abgewickelt werden.

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Kostenminimierung wird immer wichtiger

Darüber hinaus werden sich Hersteller in der gesamten Branche einig sein, dass die Notwendigkeit, Kosten zu minimieren, oberste Priorität hat. Durch die Verwendung von Edge Analytics können Geräteausfälle reduziert werden, was zu niedrigeren Wartungskosten und weniger Ausfallzeit führt. So schaffen die Daten, die eine Maschine generiert, im Fertigungssektor die Gelegenheit, Modelle zur vorbeugenden Instandhaltung umzusetzen. Produktionsanlagen generieren kontinuierlich Warnmeldungen, um Unternehmenssysteme über Inkonsistenzen oder Fehler in den Maschinen zu informieren, sodass potenzielle Probleme korrigiert werden können, bevor es zu ungeplanten Ausfallzeiten kommt. Tatsächlich ergab der Bericht von Appian auch, dass fast 50 Prozent der befragten Unternehmen eine Kostensenkung durch die Verwendung von Low Code-Plattformen berichteten.

Komplexität mit Einfachheit bekämpfen

Obwohl die Implementierung von Low Code-IIoT-Technologien der erste Schritt zu einer effektiveren und produktiveren Anlage ist, muss dies mit einem Verständnis der Daten und deren Bedeutung gekoppelt sein. Wie können Hersteller diese Daten also in wertvolle Erkenntnisse verwandeln, die zur Verbesserung des Betriebs beitragen?

Um echte Einblicke zu gewinnen, müssen Unternehmen die gesammelten Daten analysieren. Dies geschieht zuerst durch das Berechnen von KPIs (Key Performance Indicators) – messbare Kennzahlen, anhand derer Unternehmen ermitteln, was wichtig ist, Ineffizienzen identifizieren und zukünftige Prozessabläufe verbessern.

Obwohl diesbezüglich von Unternehmen zu Unternehmen Unterschiede bestehen werden, ist der wichtigste KPI, den alle Hersteller messen sollten, die Gesamtanlageneffizienz (Overall Equipment Efficiency, OEE), die drei einzelne KPIs sich vereint: Verfügbarkeit (Availability, A), Leistung (Performance, P) und Qualität (Q).

  • Verfügbarkeit: Ist ein Maß dafür, wie lange eine Maschine innerhalb der insgesamt verfügbaren Zeit arbeitet. Nehmen wir zum Beispiel eine Maschine, die acht Stunden pro Tag laufen sollte, aber tatsächlich nur eine Stunde lang betrieben wurde. Der Grund dafür könnten Wartungsaktivitäten und die daraus resultierenden Ausfallzeiten sein.
  • Leistung: Die Leistung einer Maschine wird in der Anzahl der Einheiten gemessen, die sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums produziert, verglichen mit der Anzahl von Einheiten, die sie in dieser Zeit produzieren sollte.
  • Qualität: Der letzte Teil der Gleichung, die Qualität, misst den Ertrag einer Maschine. Diese wird über den Anteil produzierter Produkte berechnet, die ohne Nacharbeit oder Verschrottung verwendet werden können.

Daten mit einer Low-Code-Plattform verarbeiten

Nachdem die KPIs identifiziert wurden, ist der nächste Schritt, ein System auszuwählen, das diese Ergebnisse analysiert und verarbeitet. Eine Low-Code-Edge-Analytics-Plattform wie Crosser ermöglicht die Vorverarbeitung der Daten, die von sensorintensiven Maschinen und Geräten generiert werden, in Echtzeit und nahe am Erstellungsort – dem Edge.

Die geringere Entfernung zwischen Server und Endbenutzer ermöglicht eine schnellere Analyse und eine verbesserte Entscheidungsfindung. Durch die Verarbeitung in Echtzeit am Edge können KPIs generiert werden, die auf Ineffizienzen unter den Maschinen hinweisen und Herstellern ermöglichen, eine konsistente Produktivität zu erreichen.

Drag-&-Drop-Funktionen vereinfachen Prozesse

Teil der Plattform ist eine Bibliothek vorgefertigter Module und Konnektoren zum Entwickeln intelligenter Datenworkflows. Diese Workflows werden anhand einfacher Drag-&-Drop-Funktionalität zusammengestellt, um Komplexität mit Einfachheit zu bekämpfen. Die Modulbibliothek wurde entwickelt, um allgemeine Funktionalitäten für Anwendungsfälle in der Fertigung bereitzustellen, von Verbindungen bis hin zu technischen Protokollen für die Integration von Daten in beliebige industrielle Systeme. Und dabei gibt es auch Module, die speziell auf KPI-Berechnungen ausgerichtet sind.

Wenn diese mit Datenaggregationsmodulen von Maschinen verbunden werden, um Ergebnisse für verschiedene standortbasierte und Cloud-Systeme bereitzustellen, können sie die einfache Implementierung einer umfassenden KPI-basierten Analysepipeline unterstützen. Die Module gestatten Herstellern, Workflows und Komplexitäten in ihrem individuellen Tempo umzusetzen – und sie unterstützen damit die Theorie, dass Elefanten Stück für Stück gegessen werden müssen.

Neben der direkten Unterstützung für Hersteller haben die Low Code-Funktionen der Crosser-Lösung auch bei Unternehmen für industrielle Automatisierung Anklang gefunden. Im Jahr 2021 trat Crosser in eine Partnerschaft mit Paessler ein, einem Anbieter von Automatisierungssoftware und Netzwerküberwachung, um Kunden die Überwachung ihrer IT- und OT-Umgebungen zu ermöglichen. Durch die Vorverarbeitung von OT-Daten wird das Netzwerküberwachungssystem von Paessler unterstützt, um OT-Umgebungen und -Geräte in die globale Überwachung zu integrieren.

Es gibt keine Wunderwaffen für digitale Transformation

Die Notwendigkeit der digitalen Transformation ist offensichtlich, aber Hersteller müssen erkennen, dass es dabei keine Wunderwaffe gibt. Low Code bietet Herstellern zusätzliche Flexibilität durch Echtzeit-Streaming und Datenumwandlung für wertvolle Einblicke in die Produktivität und die KPIs des Unternehmens. Neben den direkten Vorteilen von Low Code für die Leistung einer Anlage unterstützt es auch die Belegschaft, indem es die Abhängigkeit von externen Softwareentwicklern verringert und dadurch die IT-Lieferlücke schließt.

Und obwohl die Nutzung von Low Code auf dem Vormarsch ist, sollte man bei der Implementierung einer IIoT-Strategie immer daran denken, den Elefanten in mundgerechte Stücke zu zerteilen. Versuchen Sie nicht, ihn ganz herunterzuschlucken.