Vom Bergbau in die Textilfabrik

Warum Equipment-as-a-Service sinnvoll ist

| Autor / Redakteur: Josef Brunner / Lisa Marie Waschbusch

Nicht jedes Unternehmen muss in Besitz jedes Werkzeugs sein.
Nicht jedes Unternehmen muss in Besitz jedes Werkzeugs sein. (Bild: Pexels / CC0)

Die Industrie 4.0 wird oftmals als die nächste industrielle Revolution bezeichnet. Eine digitale Strategie ist jedoch nicht für jedes Unternehmen sofort offensichtlich oder umsetzbar. Der Wechsel zu einem EaaS-Vertriebsmodell kann für Unternehmen aller Größen zur Wunderwaffe in der digitalen Zukunft sein.

Equipment-as-a-Service (EaaS) beschreibt das Verfahren, bei dem Produktionssysteme oder Maschinen nicht gekauft, sondern von einem Anbieter gegen eine Gebühr bereitgestellt werden. Der EaaS-Anbieter bleibt verantwortlich für Wartung, Service, Reparaturen und Ersatzteile – er kann sogar Verfügbarkeit garantieren. Der Endkunde spart erhebliche Investitionsausgaben und gibt Teile des operativen Risikos an den Anbieter weiter.

Ein großer Vorteil des EaaS-Modells besteht darin, dass Kunden keine großen Summen in Vermögenswerte investieren müssen, die ab Kaufdatum konstant an Wert verlieren. Anstelle von hohen Investitionsausgaben (Capital Expenditures, CAPEX) fallen mittel- oder langfristige Subskriptionen oder ein Pay-Per-Use-Vertriebsmodell als Betriebskosten (Operating Expenses, OPEX) an. Das reduziert die Geschäftsrisiken, verbessert den Cashflow und steigert die Produktivität. Da Wartung und Service vollständig durch den EaaS-Anbieter abgedeckt sind, werden die Betriebsabläufe effizienter. Kunden vermeiden Löcher im Budget, die durch Reparaturkosten, Produktionsausfallzeiten und mögliche Verzögerungen bei der Auslieferung entstehen.

Durch EaaS kann die Uptime verschiedener Assets garantiert werden. Für die Unternehmen bedeutet das, Betriebsrisiken an den Anbieter durchzureichen. Statt sich Gedanken über die Uptime oder entsprechende Ausfälle machen zu müssen, können sich die Unternehmen auf andere Herausforderungen konzentrieren: Die passende Digitalstrategie zu planen, Legacy Infrastrukturen zu erneuern oder die nötige Unterstützung der Führungsebene zu sichern.

EaaS in diversen Branchen

EaaS-Vertriebsmodelle können in vielen Industriebranchen eingesetzt werden, auch in der maschinellen Produktion. Anlagen und Maschinen in der Automobilindustrie ermöglichen durch IIoT-Technologie kürzere Lieferzeiten: Kleine und mittelgroße Zulieferer der Automobilindustrie profitieren zum Beispiel von vollständig vernetzten modularen Produktionseinheiten. Mit diesen können sie die Anfragen der Automobilhersteller bewältigen, ohne große Summen in neue oder spezialisierte Anlagen investieren zu müssen.

Josef Brunner ist CEO von Relayr.
Josef Brunner ist CEO von Relayr. (Bild: Relayr)

Auch für die Verpackungsindustrie bringt es große Vorteile, EaaS-Dienstleistungen ins IIoT zu implementieren, etwa besseres Datenmanagement und höhere Effizienz. Die intelligente Produktion von Verpackungen kann die Rückverfolgbarkeit, Verfügbarkeit sowie Qualität verbessern und zugleich Betriebskosten senken.

Klar ist: EaaS ist mehr als ein Modewort, weil EaaS-Konzepte für Unternehmen vieler Branche handfeste Vorteile bieten. Das gilt nicht nur mit Blick auf rein finanzielle Aspekte, sondern auch für betriebliche Effizienz und straffere Abläufe. Wer den Weg in Richtung EaaS einschlagen möchte, sollte sich jedoch einen spezialisierten Partner suchen, der von ersten Beratungen bis zur ganzheitlichen Umsetzung unterstützt. Dann steht dem eigenen Erfolg während der nächsten industriellen Revolution nichts mehr im Weg.

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