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Zustandsüberwachung 2.0 Waren und Kosten unter Kontrolle mit Condition-Tracking-as-a-Service

| Autor/ Redakteur: Oliver Jäger* / Clara Hartmann

Digitale Lösungen, die die Unversehrtheit von Waren entlang der gesamten Lieferkette überwachen, sind dank Technologien wie NarrowBand-IoT (NB-IoT) längst möglich. In der Praxis finden sich entsprechende Condition-Tracking-Anwendungen aufgrund der hohen Komplexität und Kosten meist jedoch noch nicht. Das Condition-Tracking-as-a-Service (CTaaS) schließt diese Lücke.

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Mit Condition-Tracking-as-a-Service können Güter und deren Zustand überwacht werden.
Mit Condition-Tracking-as-a-Service können Güter und deren Zustand überwacht werden.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Condition-Tracking-Lösungen sind ein optimales Mittel, wenn es darum geht, Güter auf der Warenebene entlang der gesamten Lieferkette lückenlos zu verfolgen und ihren Zustand zu überwachen. Dabei geht es nicht darum, eine kleinteilige Nachverfolgung der Transportwege abzubilden, sondern den tadellosen Zustand von Waren in Bezug auf verschiedene Einflussgrößen zu gewährleisten. Dazu zählen beispielsweise Faktoren wie Licht, Temperatur, CO2-Gehalt oder Vibrationen. Vor diesem Hintergrund sind Condition-Tracking-Lösungen vor allem für Unternehmen interessant, die klar definierte Transportwege haben.

Zustände erfassen – Werte erhalten

Die Grundlage für das Condition-Tracking bilden integrierte Sensoren, die eine Reihe verschiedener Anwendungsfälle ermöglichen. So lässt sich beispielsweise mit Temperatursensoren überprüfen, ob Lieferanten die Kühlkette bei Nahrungsmitteln oder Medikamenten einhalten. Um Sturz- oder Korrosionsschäden erfassen zu können, kommen indes Beschleunigungs- und CO2-Sensoren zum Einsatz. Der Vorteil: Abweichungen sind schon auf dem Transportweg transparent und lassen sich zeitnah beheben.

Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich Tracking-Lösungen aber auch dank des Mobilfunkstandards NB-IoT, dessen flächendeckender Netzausbau bis Ende des Jahres erfolgt. NB-IoT überzeugt nicht nur mit seiner hohen Reichweite und Signalstärke, sondern kann auch mit einer Vielzahl von Geräten im Feld kommunizieren. Auf diese Weise sorgt er selbst bei schlechtem Signal für eine optimale Datenübertragung und ist damit dem 4G-Standard überlegen. Auch für Extremfälle wie Netzverlust ist der Mobilfunkstandard gewappnet, da sich die Daten zwischenspeichern und bei wiederhergestelltem Empfang gebündelt übertragen lassen. Von Vorteil ist dabei auch die individuell definierbare Übertragungsfrequenz zwischen einer Minute und 24 Stunden. Eine IoT-Trackingplattform empfängt und visualisiert die Zustands- und Ortungsinformationen im Anschluss.

Diese Daten lassen sich auch via REST-API in ein ERP-System oder eine App übertragen. Dank der ohnehin vorhandenen Infrastruktur entstehen dabei auch keine zusätzlichen Kosten, und die Implementierung ist ohne großen Aufwand möglich. Ein Nachteil: Die Technologie funktioniert derzeit nur innerhalb nationaler Grenzen, weil entsprechende Roaming-Vereinbarungen zwischen den Staaten fehlen. Doch auch im restlichen Europa und in Asien erfreut sich NB-IoT großer Beliebtheit.

Risiken minimieren

Alle zuvor geschilderten Vorteile des Condition-Trackings kommen allerdings selten in der Praxis an, weil umfassende Lösungen häufig zu teuer und aufwändig sind. So kann ein System mit 1000 eingebundenen Geräten schnell einmal 150.000 Euro kosten. Abhilfe kann das Condition-Tracking-as-a-Service (CTaaS) verschaffen, welches sich als umfassendes Lösungspaket zum monatlichen Festpreis mieten lässt – analog zu Angeboten wie CaaS oder PaaS. Langfristig sind die zu veranschlagenden Kosten aufgrund der Mindestlaufzeiten zwar nicht geringer, doch die hohen Anfangsinvestitionen entfallen.

Darüber hinaus schont CTaaS interne Ressourcen, weil es weniger Geräte zu beschaffen gilt und es möglich ist, die Kosten pro Gerät transparent auf den Kunden umzulegen. Während bei dem erwähnten Kaufmodell von 1000 Geräten plus System 150.000 Euro fällig wären, sind für ein Mietmodell über drei Jahre monatlich sechs Euro pro Gerät anzusetzen – die einzelnen Kostenblöcke kann das Logistikunternehmen seinem Kunden dabei auf den Tag genau in Rechnung stellen.

Fazit

Condition-Tracking-as-a-Service kann für viele Unternehmen eine ideale Lösung sein, die wertvolle Waren und deren Zustand nachhaltig überwachen wollen, ohne dabei hohe Investitionskosten schultern zu müssen. Damit sind CTaaS-Lösungen nicht nur für große Konzerne interessant, sondern auch für kleinere Unternehmen, die maximale Kostentransparenz schaffen wollen.

* Oliver Jäger arbeitet als Leiter Strategie und Business Development bei Q-loud.

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