Mensch-Maschine-Interaktion

Wärtsilä und DHL erproben autonome Mobil-Roboter

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die intelligenten Roboter erkennen ihren Standort und ihre Umgebung. Weil sie außerdem zwischen dynamischen und statischen Hindernissen unterscheiden können, wählen sie das jeweils angebrachte Ausweichmanöver, um die Sicherheit der Menschen nicht zu gefährden.
Die intelligenten Roboter erkennen ihren Standort und ihre Umgebung. Weil sie außerdem zwischen dynamischen und statischen Hindernissen unterscheiden können, wählen sie das jeweils angebrachte Ausweichmanöver, um die Sicherheit der Menschen nicht zu gefährden. (Bild: DHL)

Wärtsilä und DHL haben ein gemeinsames Pilotprojekt zur Erprobung mobiler Roboter von Fetch Robotics abgeschlossen. Durchgeführt wurde das Pilotprojekt im Ersatzteil-Zentrallager von Wärtsilä im niederländischen Kampen. DHL ist als Partner von Wärtsilä für den Betrieb des Lagers verantwortlich.

Ziel des Projekts war es, Möglichkeiten zum Einsatz neuer Technologien im Tagesbetrieb auszuloten. Zudem wollten Wärtsilä und DHL den Nutzen des Robotereinsatzes in Lagerumgebungen untersuchen und sich Einblicke in die Funktionsweise der Mensch-Maschine-Schnittstelle zwischen Mitarbeitern und Robotern verschaffen.

Das mobile Robotersystem vereinfacht den Punkt-zu-Punkt-Materialumschlag. Da sich die Anforderungen im heutigen Lagerbetrieb ständig ändern, lassen sich die Arbeitsabläufe im Wärtsilä-Lager sehr schnell konfigurieren und anpassen. Die Mitarbeiter interagieren mit den Robotern über Touchscreens und schicken sie per Knopfdruck auf ihre Runde durch das Lager.

Roboter sorgen für mehr Produktivität und Arbeitssicherheit im Lager

"Unsere Kolleginnen und Kollegen spielten während der Tests eine entscheidende Rolle. Die Roboter unterstützen sie bei ihrer Arbeit und übernehmen körperlich besonders anstrengende Aufgaben. So haben sie den Arbeitskräften täglich mehr als 30 km an Wegstrecke abgenommen. Das fördert die Produktivität und die Arbeitssicherheit im Lager", erklärt Denis Niezgoda, Robotics Accelerator Lead bei DHL Customer Solutions & Innovation.

Die autonomen mobilen Roboter können jeweils Lasten von 78 kg transportieren. Sie bewegen sich mit bis zu zwei Metern pro Sekunde fort. Wenn die Akkuladung nach maximal neun Stunden zur Neige geht, begibt sich der Frachtroboter automatisch zur Ladestation. Die intelligenten Roboter erkennen ihren Standort und ihre Umgebung. Weil sie außerdem zwischen dynamischen und statischen Hindernissen unterscheiden können, wählen sie das jeweils angebrachte Ausweichmanöver, um die Sicherheit der Menschen, in deren Nähe sie arbeiten, nicht zu gefährden.

Wärtsilä will mit Partnern das Potenzial mobiler Roboter weiterentwickeln

"Unsere Partnerschaft mit DHL ist ein großer Fortschritt", betont Melonee Wise, Geschäftsführerin von Fetch Robotics. "Innerhalb weniger Tage hatten wir unsere Roboter in dem Lagergebäude einsatzbereit. Sie haben die Produktivität sehr schnell gesteigert und zugleich die Sicherheit der Lagermitarbeiter erhöht."

Weitere Einsatzbereiche werden erkundet

Anne Träskbäck, General Manager Parts Delivery bei Wärtsilä Services, ergänzt: "Das Pilotprojekt war ein Erfolg. Deshalb haben wir uns entschlossen, weitere Einsatzbereiche für intelligente mobile Roboter zu erkunden und zu entwickeln. In den kommenden Monaten werden wir gemeinsam mit unseren Partnern erneut verschiedene Robotertypen und Technologien testen, um die Produktivität, Qualität und Sicherheit unseres Lagerbetriebs weiter zu verbessern. Die Aussichten sind vielversprechend. Die Arbeit mit Robotern ist ein Aufbruch in eine veränderte Arbeitswelt mit neuen, produktiveren Formen der Zusammenarbeit."

Der finnische Wärtsilä-Konzern produziert Schiffsmotoren und Lösungen für die Energietechnik. Fetch Robotics mit Sitz in San Jose (USA) baut mobile autonome Roboter.

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