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Expertenbeitrag

 Nicole Segerer

Nicole Segerer

Head of IoT Deutschland, Österreich und Schweiz bei Flexera, Flexera

Trend-Dossier 2020 Von neuen Technologien zu neuen IoT-Geschäftsmodellen

| Autor/ Redakteur: Nicole Segerer / Elisa Mundt

In den letzten zehn Jahren hat es an neuen Technologien wahrlich nicht gefehlt. Kein Wunder, dass in 2020 vor allem die Weiterentwicklung von Technologien und der Ausbau des IoTs im Mittelpunkt stehen. KI, Maschine Learning, Blockchain, Edge-Computing und Distributed Cloud spielen hier weiter eine zentrale Rolle.

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Auch 2020 wird sich die IoT-Branche weiterentwickeln.
Auch 2020 wird sich die IoT-Branche weiterentwickeln.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Trend Edge Computing

Edge Computing gehört zu den Top IoT-Trends und wird im nächsten Jahr auch in der Industrie eine weite Verbreitung finden. Statt Daten von IoT-Systemen in der Cloud zu speichern und von dort abzufragen, werden Informationen zunächst dort gesammelt und ausgewertet, wo sie entstehen – in den Maschinen und Anlagen selbst. Nur ein Teil der Daten geht später auch in die Cloud. Das reduziert den Datenverkehr in Industrie 4.0 Umgebungen, verbessert die Anlagenperformance und unterstützt die Datensicherheit.

KI und Machine Learning

Dinge werden autonom und die Zahl der autonomen Dinge wird wachsen. In der Industrie wird der Automationsgrad weiter steigen und mit der Hyperautomatisierung ein neues Level erreichen. Insbesondere KI und Machine Learning werden über den gesamten IoT Stack hinweg genutzt, um in einem stetigen Kreislauf aus Analyse und Anpassung die Systeme an ihre maximale Performance zu bringen.

Das hat spürbare Folgen nicht nur für die Expansion des IoTs, sondern auch für die strategische Ausrichtung von Unternehmen. Hersteller entwickeln sich immer mehr zu Serviceanbietern, die neben dem eigentlichen Produkt softwaregetriebene Dienstleistungen rund um Datenaggregation, Analytik, automatische Steuerung und intelligente Entscheidungsfindung anbieten.

Neue Geschäftsmodelle

Innovative Geschäftsmodelle wiederum verändern radikal die Art und Weise, wie Produkte designt, produziert, verkauft und eingesetzt werden und strukturieren die Wertschöpfungskette komplett um. Dazu müssen Hersteller allerdings die Nutzung ihrer Produkte sehr gut verstehen. Während die Prozessdaten von Geräten in der Regel sehr gut erfasst werden, da sie einen direkten Mehrwert für den Kunden versprechen, tappen viele Hersteller bei den Nutzungsdaten ihrer Systeme weiterhin im Dunkeln. Das wird sich ab 2020 ändern. Der Grund: IoT-Lösungen werden erwachsen, der Konkurrenzdruck steigt und Anbieter müssen genau verstehen, was an ihren Lösungen wichtig für bezahlende Kunden ist, und welche Services von Kunden mehr oder weniger nachgefragt werden. Das versetzt Anbieter in die Lage, ihre Produkte und Services genauer an die Kundenerwartung anzupassen und erfolgreich am Markt zu platzieren. Darüber hinaus ermöglicht eine detaillierte Analyse der Nutzung selbstverständlich auch Änderungen bei der Preisgestaltung.

Zu den dringlichsten Aufgaben von Unternehmen wird es daher gehören, eine ganzheitliche IoT-Governance aufzustellen und diese durchzusetzen. IoT-Plattformen entwickeln sich 2020 zum Dreh- und Angelpunkt der digitalen Transformation. Die Lösungen führen Daten und Prozesse zusammenlaufen, die für die Implementierung neuer software- und datengetriebener IoT-Geschäftsmodelle nötig sind. Neben rein technischen Aufgaben wie Audits und Firmware-Updates von vernetzten Geräten, ermöglichen sie es, die von ihnen erzeugten Daten zu nutzen, und Produkte und Services den Bedürfnissen der Kunden wie auch veränderten Marktbedingungen anzupassen.

Datenschutz und Sicherheit

Bei allem Potential von IoT und den damit verbundenen Technologien, sind noch immer wichtige Fragen offen. Das Thema Sicherheit und Datenschutz bleibt und gewinnt mit KI-gesteuerten Geräten und Maschinen an neuer Relevanz. Gleichzeitig warten alle auf den 5G-Netzausbau, ohne den umfassende IoT-Projekte nur schwer umzusetzen sind. Die allgemeine Verfügbarkeit der 5G Frequenzen, soll noch in diesem Jahr kommen. Was uns sonst noch 2020 erwartet, bleibt spannend.

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