Industrie 4.0 in der Praxis

Von einfach bis komplex: Wie Sie digitale Helfer für die Instandhaltung nutzen können

| Autor / Redakteur: Christopher Bouveret / Redaktion IoT

Wie Sie digitale Helfer für die Instandhaltung nutzen können.
Wie Sie digitale Helfer für die Instandhaltung nutzen können. (Bühler AG)

In der Instandhaltung zeigen mobile Endgeräte und entsprechende Anwendungen zur Prozessoptimierung Potenziale auf, die in der Industrie nicht mehr ignoriert werden können. Wie können Datenbrillen, Smartwatch und andere Endgeräte dabei helfen?

Noch vor wenigen Jahren war es vollkommen undenkbar, Maschinendaten auf einem Smartphone zu visualisieren oder ein Tablet zu verwenden, um Produktionsanlagen aus der Ferne zu steuern.

Doch inzwischen wirkt sich der digitale Wandel auf alle Unternehmensbereiche aus und besonders in der Instandhaltung zeigen mobile Endgeräte und entsprechende Anwendungen zur Prozessoptimierung Potenziale auf, die in der Industrie schlicht nicht mehr ignoriert werden können.

Seit Jahren bereits produzieren Maschinen Daten und Informationen, doch die Mehrwert bringende und besonders wirtschaftliche Nutzung solcher Daten ist erst mit zunehmender Verbreitung von digitaler Unterstützung möglich.

Was hat denn ein Verantwortlicher für die Instandhaltung davon, wenn die Erstellung und Analyse sämtlicher relevanter Daten eines Ausfalls zwei Wochen in Anspruch nimmt? Bis dahin hat ein kleiner Defekt in einem Bauteil möglicherweise schon zum Ausfall einer ganzen Anlage und Kosten geführt, die dem Management die Schweißperlen auf die Stirn treiben.

Maschinendaten müssen heute zum Glück nicht mehr an die Örtlichkeit der Maschine oder das Büro des Schichtleiters gebunden, sondern können von überall und zu jederzeit nutzbar gemacht werden. Das bedeutet: Ausnahmefälle können schneller erkannt und entsprechend bekämpft werden.

Wo fange ich an und wohin geht die Reise?  

Die Möglichkeiten sind so vielseitig wie die Industrie selbst und die Lösungen gestalten sich ebenso einfach oder komplex, je nach Anwendungsfall.

Das reicht von Alarmen als Push-Benachrichtigung auf Smartwatches bei der Erreichung festgesetzter Schwellenwerte über Remote Service mit Datenbrillen bis hin zu Anwendungen im Bereich Predictive Maintenance.

Diese neue mobile Datenverfügbarkeit sorgt dafür, dass Maschinendaten schneller zur Verfügung gestellt werden können, damit reduzieren sich Reaktionszeiten im Falle eines Defektes. Am Beispiel des Unternehmens Bosch zeigt sich, dass sich Smartwatches für solche Benachrichtigungen besonders eignen, denn hier können Statusinformationen in aller Kürze bereitgestellt werden und jede Arbeitsroutine ermöglicht einen kurzen Blick von Zeit zu Zeit, damit bei Nachrichten schnell reagiert werden kann.

Andere Anwendungsbeispiele beinhalten geführte Inspektionsprozesse mit Foto und Videoanleitung, automatisierte Dokumentation oder auch Anbindung von Lagerverwaltungssystemen oder Ersatzteilshops. Auch die Möglichkeit, großen Datenmengen schnell zu analysieren und selbstlernende Algorithmen aufzustellen, beeinflusst die Instandhaltung maßgeblich.

Durch die Digitalisierung werden unter anderem:

    • Reaktionszeiten drastisch verkürzt
    • Reisezeiten und -kosten minimiert, da vieles durch die richtigen Anwendungen aus der Ferne erledigt werden kann
    • Ersatzteilkosten gespart, da zustandsbasiert statt vorausbestimmt gewartet wird
    • Stillstände vermieden, da eine kontinuierliche Überwachung stattfindet und nicht für Routinewartungen unterbrochen werden muss
    • Personelle Ressourcen geschont, da Anwendungen Hilfestellung leisten, wo sonst Kollegen gefragt wurden
    • Fehler vermieden
    • Effizienz gesteigert

und natürlich die papierbasierte Arbeitsweise reduziert oder abgelöst. Denn wer möchte nicht den Regenwald retten?

Wo liegen heute die größten Fallstricke?

Trotz der momentanen Popularität von Digitalisierung, Vernetzung und Industrie 4.0 wissen viele Unternehmen noch nicht so genau, wo sie mit ihrer digitale Transformation anfangen sollen.

Doch nicht anzufangen ist der größte Fehler, den Unternehmen machen können, auch wenn die Verunsicherung verständlich ist. Da werden Daten im Sinne von Big Data gesammelt, ohne wirklich zu wissen, wozu man die Informationen nutzen möchte. Andere digitalisieren planlos drauflos und wundern sich, dass die IT-Landschaft komplexer und komplexer wird und irgendwann nicht mehr verwaltbar ist. Wieder andere Softwarehäuser bieten Kunden abstruseste digitale Lösungen zur Wartung ihrer Maschinenparks an, die nur unter immensen Anstrengungen technologisch umsetzbar sind.

Kleiner Tipp am Rande: seien Sie ehrlich zu sich selbst und zu ihren Kunden und starten Sie in die Digitalisierung, wenn auch nur mit kleinen Schritten. Eine nahtlose Digitalisierung Ihrer kompletten Wertschöpfungskette werden Sie ohnehin nicht innerhalb kurzer Zeit realisieren können.

Wie fange ich richtig an?

Suchen Sie sich einen Teilprozess ihres Wartungsgeschäfts, z.B. wie Ihre Kunden Ihnen Fehler an Maschinen melden oder wie Sie Wartungsaufträge an Ihre Servicemannschaft verteilen. Digitalisieren Sie zunächst nur diesen Prozess, so können Sie telefonische Fehlermeldungen durch eine Benachrichtigung auf einer Smartwatch ablösen oder die Auftragsvergabe per Mail direkt aus einem Ticketsystem abbilden.

Sukzessive lassen sich diese ersten Anwendungen ausbauen, z.B. über Integration eines ERP oder Issue-Tracking-Systems. Dabei sind Ihrer Phantasie kaum Grenzen gesetzt.

Um Ihre Anwendungen schnell zu erstellen und sie im Nachhinein einfach verändern zu können, bietet sich eine Plattform wie der Simplifier an. Über eine grafische Konfigurationsoberfläche erstellen und erweitern Sie Anwendungen für die nahtlose Digitalisierung Ihrer Instandhaltung.

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