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Prozessintegration

Vom Markt her denken: Gestaltungsfelder der Digitalisierung

| Autor/ Redakteur: Steffen Michel / Jürgen Schreier

Mit Industrie 4.0 und kundenindividueller Produktion klappt es nur, wenn Wertschöpfung, Lieferkette und IT eng verzahnt werden. Vor der Digitalisierung gilt es zunächst - wie beim Fluidik-Spezialisten Bürkert - die internen Prozesse zu optimieren.

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Ein Blick in die Produktion am Bürkert-Standort Criesbach
Ein Blick in die Produktion am Bürkert-Standort Criesbach
( Bild: Bürkert )

Um den Industrie-4.0-Gedanken in der Praxis umzusetzen, muss sich die gesamte Wertschöpfungs- und Lieferkette eines Unternehmens mit der Informations- und Kommunikationstechnik verzahnen. Ein wichtiges Schlagwort in diesem Zusammenhang lautet „vertikale und horizontale Integration der unternehmensinternen Prozesse“.

Diese umzusetzen ist jedoch keineswegs trivial. Und so stellt sich die Frage, was Unternehmen motiviert, sich dieser Aufgabe zu stellen. Für den Fluidik-Spezialisten Bürkert ist die Antwort klar: Die digitale Transformation ist Voraussetzung dafür, die Wünsche der Kunden auch in Zukunft optimal erfüllen zu können.

Die Anforderungen des Marktes steigen: Kunden wollen beliebige Varianten bestellen und das in ebenfalls beliebigen Stückzahlen - angefangen bei Losgröße 1 bis hin zu großen Auftragsmengen. Gleichzeitig sind kurze Lieferzeiten gefordert, am besten nach dem Motto „heute bestellen, morgen liefern“. Dabei sollte der Hersteller flexibel genug bleiben, um auch nach der Bestellung noch Anpassungen zu ermöglichen. Last but not least muss natürlich die Qualität stimmen. Das Stichwort lautet „0-Fehler-Produktion“.

Kundenbedürfnisse verstehen und umsetzen

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, hat Bürkert mit der Digitalisierung aller unternehmensinternen Prozesse begonnen. Dazu gilt es die Wertschöpfungs- und Lieferketten zu optimieren (horizontale Integration) und gleichzeitig den reibungslosen Informationsfluss bis in die Fertigung und wieder zurück sicherzustellen, um damit eine hohe Prozessautomatisierung zu erreichen (vertikale Integration). Ziel der dazu notwendigen Prozesse ist es, die Kundenbedürfnisse zu verstehen, zu systematisieren, eventuelle Synergieeffekte aufzuspüren, z.B. zwischen unterschiedlichen Anwendungsbereichen mit ähnlichen Anforderungen, und schlussendlich vollumfänglich umzusetzen.

Dazu sind durchgängige Geschäftsprozesse notwendig. Diese beginnen bei der Marktanalyse, reichen über Produktplanung und Produktion bis hin zum Bestellwesen und dem After-Sales-Service. Zusätzlich müssen alle an diesen Prozessen beteiligten Mitarbeiter entsprechend geschult und miteinander vernetzt werden. Nicht nur der Einsatz digitale Tools, sondern auch persönlicher Austausch ist dafür wichtig. Alle relevanten Informationen, die in diesem Zusammenhang anfallen, müssen für jeden greifbar sein, der sie benötigt. Dafür gilt es definierte Prozesse zu generieren und kontinuierlich zu optimieren. Nur so wird es möglich, dem Markt „vorauszudenken“ und zukunftsgerecht zu planen.

Standardisierung und Individualisierung

Auf dieser Basis lässt sich dann Standardisierung und Individualisierung gleichermaßen vorantreiben, z.B. durch Modularisierung, multifunktionale Bauteile, Baukastensysteme oder Plattformen - stets im Blick, dass es sowohl große Stückzahlen als auch Losgröße 1 zu bedienen gilt. Eine smarte Produktentstehung muss verhindern, dass die externe Forderung nach möglichst großer Variantenvielfalt und Individualisierung zu ständig wachsender interner Varianz führt. Intelligente Konzepte steuern solchen negativen Effekten entgegen.

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