Suchen

Industrie 4.0 "at work" Vollautomatisierte Anlage fertigt Schutzmasken

| Redakteur: Jürgen Schreier

Eine automatisierte Spezialanlage zur Maskenfertigung hat der Bosch-Sondermaschinenbau entwickelt. Weltweit sollen fünf dieser Fertigungslinien an vier Bosch-Standorten täglich über einer halben Million Mund-Nasen-Bedeckungen zum Schutz vor Infektionen produzieren.

Firma zum Thema

Bosch-Sondermaschinenbau entwickelt Spezialanlage zur Maskenfertigung.
Bosch-Sondermaschinenbau entwickelt Spezialanlage zur Maskenfertigung.
(Bild: Bosch)

Im Einsatz gegen das Coronavirus hat Bosch jetzt mit der vollautomatisierten Produktion von Atemschutzmasken begonnen. Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, nahm die erste Spezialanlage zur Fertigung von Mund-Nasen-Bedeckungen im Bosch-Werk in Stuttgart-Feuerbach in Betrieb.

„Die Eindämmung des Coronavirus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Indem wir unsere Mitarbeiter mit Masken aus Eigenproduktion ausrüsten, tragen wir dazu bei, den Markt zu entlasten. Zudem schaffen wir Voraussetzungen für ein sicheres Wiederhochfahren der Werke und den Schutz unserer Mitarbeiter“, sagt Denner.

Bildergalerie

Bosch stellt Konstruktionspläne kostenfrei zur Verfügung

Nach dem koordinierten Hochlauf bis Ende Juni 2020 wird das Unternehmen mit fünf Linien an weltweit vier Standorten mehr als eine halbe Million Masken pro Tag fertigen. Entwickelt wurde das Anlagenkonzept vom Bosch-Sondermaschinenbau. Die Konstruktionspläne stellt Bosch interessierten Unternehmen kostenfrei zur Verfügung. Mehr als 30 Unternehmen haben bereits Konstruktionspläne der Spezialanlage bei Bosch angefragt.

Die vom Bosch-Sondermaschinenbau in wenigen Wochen entwickelte vollautomatisierte Anlage zur Produktion der Mund-Nasen-Bedeckungen wird jetzt baugleich an mehreren Standorten des Unternehmens errichtet. N

eben dem Industrie-4.0-Leitwerk in Stuttgart-Feuerbach – hier sind zwei Linien vorgesehen – wird auch an den Bosch-Standorten in Naganathapura, Indien, und Juárez, Mexiko, im Wochentakt die Maskenproduktion hochgefahren. Komplettiert wird der Fertigungsverbund durch eine Anlage im Rexroth-Werk in Erbach (Odenwald). Ende Juni soll dann das Produktionsvolumen der fünf Fertigungslinien insgesamt mehr als zehn Millionen Stück pro Monat betragen.

Eigenproduktion von Bosch wirkt Versorgungsengpässen entgegen

Die Gesichtsmasken vom Typ I/II entsprechen der europäischen Norm DIN EN 14683. Bosch setzt die Mund-Nasen-Bedeckungen vorwiegend zum Schutz der weltweit rund 400.000 Mitarbeiter ein. Etwaige Überkapazitäten will Bosch extern zur Verfügung stellen, länderspezifische Zulassungen und Bedarfslagen vorausgesetzt.

Darüber hinaus ermöglicht Bosch anderen Unternehmen kostenfrei Zugang zu Konstruktionsplänen der Anlagen, technischen Zeichnungen sowie Montageanleitungen und gibt Einblick in die Verpackungssystematik und Distribution der Masken. „Mit dem Einsatz unserer Spezialanlagen verringern wir Abhängigkeiten: Masken lassen sich vor Ort herstellen – dort, wo sie benötigt werden“, sagt Denner.

Bei Bedarf berät der Bosch-Sondermaschinenbau interessierte Unternehmen und liefert fertige Anlagen aus. „Bosch begegnet dem Coronavirus mit Technik. Wir bringen uns mit Innovationskraft und unserer langjährigen Fertigungskompetenz ein“, erklärt Bosch-Geschäftsführer Rolf Najork, zuständig für die Industrietechnik.

Bosch-Sondermaschinenbau stark in die E-Mobilität involviert

Seit 25 Jahren entwickelt die Robert Bosch Manufacturing Solutions GmbH als Teil des Unternehmensbereichs Industrial Technology flexible und skalierbare Montagekonzepte, Prüf- und Prozesstechnik sowie zugehörige Dienstleistungen. So leistet die Tochtergesellschaft beispielsweise einen besonderen Beitrag im Bereich der Elektromobilität, ist unter anderem zuständig für die Endprüfung der eBike-Motoren von Bosch. Mit seinen 2000 Mitarbeitern an weltweit neun Standorten richtet sich der Sondermaschinenbau mit seinem Angebot sowohl an die Bosch-Werke als auch an externe Kunden.

(ID:46586796)