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Automatisiertes Fahren

Volkswagen testet Level-4-Fahren in Hamburg

| Autor/ Redakteur: Christoph Seyerlein / Svenja Gelowicz

Fünf E-Golfs von VW werden ab sofort im Hamburger Stadtverkehr automatisiertes Fahren bis Level 4 – das Fahrzeug kann vollständig autonom fahren, der Fahrer aber jederzeit eingreifen - testen. Damit das funktioniert, sind die Autos mit allerhand Sensorik bestückt.

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Durch Hamburg fährt ab sofort eine E-Golf-Flotte.
Durch Hamburg fährt ab sofort eine E-Golf-Flotte.
( Bild: Volkswagen )

Ab sofort sind fünf VW E-Golfs vollautomatisiert im Hamburger Stadtverkehr unterwegs. Wie der Hersteller am Mittwoch (3. April) mitteilte, fahren die Autos auf einem drei Kilometer langen Teilabschnitt der Teststrecke für automatisiertes und vernetztes Fahren (TAVF) in der Hansestadt. Die Teststrecke soll im Jahr 2020 vollständig ausgebaut sein. Die Stadt rüstet dafür sukzessive Ampelanlagen für die Infrastruktur-zu-Fahrzeug (I2V) und Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation (V2I) auf.Sie erreichen dabei Level 4 und damit die zweithöchste Stufe in Sachen autonomes Fahren.

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Die Ergebnisse der Fahrten will die Volkswagen-Konzernforschung kontinuierlich auswerten und für weitere Forschungsprojekte nutzen. Ziel des Autobauers ist es nach eigenen Angaben, Kunden in einigen Jahren den autonomen Transport von Gütern und Personen im öffentlichen Raum anbieten zu können. „Dies wird nachhaltig zur Verbesserung des Verkehrsflusses und der Sicherheit im Straßenverkehr beitragen“, heißt es in einer Mitteilung der Wolfsburger. Ohne Fahrer wird das allerdings nur dann möglich sein, wenn der rechtliche Rahmen verändert werden sollte.

Die speziell ausgestatteten E-Golfs in Hamburg verfügen über elf Laser-Scanner, sieben Radare und 14 Kameras. Der Datenaustausch beträgt bis zu fünf Gigabyte pro Minute, die Testfahrten dauern mehrere Stunden. Dafür steckt die Rechenleistung von rund 15 Laptops im Kofferraum des E-Golf. Fußgänger, Fahrradfahrer, andere Autos, Kreuzungen, Vorfahrtsregeln, parkende Fahrzeuge und Fahrstreifenwechsel im fließenden Verkehr sollen auf kürzesten Distanzen und in Millisekunden erfasst werden.

Trotz der Vielfalt und Komplexität der Informationen muss die künstliche Intelligenz der Fahrzeug-Software alle relevanten Objekte wahrnehmen und reagieren, darf aber keine falschen Alarme auslösen. Dabei arbeitet VW mit unterschiedlichen Ansätzen für künstliche Intelligenz: unter anderem mit Deep Learning, neuronalen Netzwerken und Mustererkennungsverfahren.

Sicherheitsfahrer am Steuer der E-Golfs

Aus Sicherheitsgründen sitzt bei den Testfahrten in Hamburg durchgehend ein besonders geschulter Testfahrer am Lenkrad, der alle Fahrfunktionen ständig überprüft und im Notfall eingreifen kann. Auch alle Datenschutzbestimmungen werden laut VW berücksichtigt.

Axel Heinrich, Leiter der Volkswagen Konzernforschung, sagte: „Bei den Tests stehen sowohl die technischen Möglichkeiten als auch die Anforderungen an die städtische Infrastruktur im Mittelpunkt.“ Er verwies darauf, dass aber nicht nur die Fahrzeuge intelligenter werden müssten. „Auch die Städte müssen ein digitales Ökosystem bieten, in dem Autos mit Ampeln und Verkehrsleitsystemen sowie untereinander kommunizieren können“, so Heinrich.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal Automobil Industrie erschienen.

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