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Expertenbeitrag

 Maximilian Fischer

Maximilian Fischer

Co-Founder, Actyx

Dieser Beitrag ist im Rahmen des Themenspecials "Industrie 4.0" erschienen.

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Digitale Transformation Virus oder Software-Update für die Industrie?

| Autor / Redakteur: Maximilian Fischer / Sebastian Human

Das Coronavirus beschleunigt den Digitalisierungstrend in der deutschen Industrie. Das ist mit Chancen und Risiken verbunden.

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Die Digitalisierung verschiedener Industrieunternehmensbereiche eröffnet eine Fülle neuer Möglichkeiten, muss aber entschlossen angegangen werden.
Die Digitalisierung verschiedener Industrieunternehmensbereiche eröffnet eine Fülle neuer Möglichkeiten, muss aber entschlossen angegangen werden.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Menschen, Maschinen und Material werden durch Computer und Sensorik in der Digitalisierung stärker vernetzt. Neben der klassischen Automatisierungstechnik, die sich im Kern mit der Automatisierung von mechanischen Bewegungen befasst, ermöglicht die Digitalisierung vielmehr die Automatisierung von Entscheidungen und Informationsflüssen: Automatisierung wandelt sich von spezifisch zu holistisch. Dies eröffnet neue Möglichkeiten.

Effizienz und Flexibilität durch flexible Automatisierung

Durch die Verschmelzung von starrer Automatisierung mit flexibler IT können Prozesse durchgängig vernetzt und flexibel automatisiert werden. Menschen und Maschinen kollaborieren über den gesamten Shop-Floor und Prozesse werden optimal orchestriert. Denn die beste Maschine bringt nichts, wenn das Material nicht rechtzeitig gebracht wird.

Auch können Prozesse durchgängig optimiert werden. Stückzahlen pro Produkt und Maschineneinstellungen können beispielsweise analysiert und die optimalen Parameter identifiziert werden. Beim nächsten Lauf werden die optimalen Einstellungen geladen oder dem Mitarbeiter digital kommuniziert. Diese Art der Automatisierung steigert Effizienz und Flexibilität von Fabriken erheblich.

Kürzerer Time-to-Market

Die Corona Krise hat gezeigt, wie starr Produktionen sind. Das Umstellen auf neue Produkte ist schwierig. Im Zweifel ist der Mensch gefordert, Tätigkeiten manuell auszuführen. Automatisierungstechnologie ermöglicht es nicht, Maschinen einfach auszutauschen oder umzukonfigurieren. Dabei erlauben es neue Technologien, wie dezentrales Edge-Computing, bereits, die Starrheit der Automatisierungsebene aufzubrechen.

Die Digitalisierung verschiedener Unternehmensbereiche eröffnet eine Fülle neuer Möglichkeiten, muss aber entschlossen angegangen werden.
Die Digitalisierung verschiedener Unternehmensbereiche eröffnet eine Fülle neuer Möglichkeiten, muss aber entschlossen angegangen werden.
(Bild: Actyx)

Mehr Logik kann in die IT-Ebene gegeben, und neue Komponenten ohne Anpassungen an zentralen Komponenten installiert werden. Dadurch werden Anlagen einfacher ausbaubar. Ist beispielsweise der Ausschuss unerwartet hoch, kann ein Qualitätsmodul in die Produktionsanlage eingebunden und der Prozess um einen Qualitätsschritt erweitert werden. Dies ermöglicht nicht nur Anlagen effizienter zu nutzen, sondern auch schneller auf neue Produkte einzustellen und so den Time-to-Market zu verkürzen.

Neben diesen Chancen bringt die Digitalisierung aber auch Risiken mit sich.

Risiken der Digitalisierung

Ein Risiko bei der Digitalisierung von Fabriken ist die fehlende Entschlossenheit europäischer Unternehmen. Andere Nationen, wie die USA und China, sind grundsätzlich offener, wenn es um die Digitalisierung geht. Damit die europäische Industrie nicht abgehängt wird, müssen Firmen hierzulande mit der Einführung digitaler Lösungen zügig und entschlossen beginnen.

“Not invented here”-Syndrom deutscher Ingenieure

Oftmals besteht das Risiko einer fehlenden Bereitschaft; auf externes Know-How oder Produkte zurückzugreifen. Einige Unternehmen neigen dazu; Lösungen in-house bauen zu wollen. Doch gerade in der IT gibt es bereits viele Bausteine, Bibliotheken oder Plattformen, die die Entwicklung beschleunigen. Zudem wird meist die Wart- und Erweiterbarkeit der eigenen Lösung über den gesamten Lebenszyklus vergessen. Für eine erfolgreiche Digitalisierung muss man auf einen Mix aus eigener IT, externen Dienstleistern, sowie ein Aufsetzen auf bestehenden Software Plattformen in der Edge und in der Cloud setzen.

Mitarbeiterakzeptanz

Die Digitalisierung verändert Berufsbilder. Hier ist es wichtig nicht den Anschluss an die Belegschaft zu verlieren. Geringe Einbindung der Mitarbeiter kann zu Protesten führen. Es braucht Co-Creation mit den Mitarbeitern. Das erfordert viel Feingefühl, gute Kommunikation über das “Warum Digitalisierung” und ein enges Einbinden in die Lösungsfindung. Mensch und Maschine sollen in der Industrie 4.0 kooperieren und nicht nur koexistieren. Nur dann kann das maximale Potenzial einer digitalisierten Produktion ausgeschöpft werden.

Durch einen Mix aus internem und externem Know-how, Implementierungen in kleinen Schritten sowie enge Einbindung der Mitarbeiter können europäische Fabriken definitiv die Digitalisierung als Chance wahrnehmen.

(ID:46661478)

Über den Autor

 Maximilian Fischer

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Co-Founder, Actyx