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VR in der Bauindustrie Virtual Reality & BIM: eine perfekte Ergänzung

| Autor / Redakteur: Vanessa Ludwig* / Sebastian Human

Die Bauindustrie entwickelt sich stetig weiter. Immer mehr Projekte werden mit der vernetzten Planungsmethode Building Information Modeling umgesetzt. Ähnlich bliebt ist hier auch Virtual Reality. Beides kombiniert erleichtert die Projektdurchführung spürbar.

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Auch im Baugewerbe können Planungsphasen von den Möglichkeiten eines Virtual-Reality-Erlebnisses profitieren.
Auch im Baugewerbe können Planungsphasen von den Möglichkeiten eines Virtual-Reality-Erlebnisses profitieren.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die vernetzte Arbeitsmethode Building Information Modeling, man spricht auch von Bauwerksdatenmodellierung, ermöglicht eine einheitliche, kollaborative Zusammenarbeit in Projekten. Das hilft nicht nur, Zeit und Kosten zu sparen, sondern unterstütz auch die Bauausführung. Das zentrale Werkzeug der Methode ist ein dreidimensionales BIM-Modell, welches aus einzelnen Fachmodellen zusammengesetzt wird. Die Fachgewerke werden über dieses BIM Modell koordiniert, sodass Planungsunstimmigkeiten frühzeitig erkannt und behoben werden.
Mithilfe von Virtual Reality kann dieser Prozess erweitert und optimiert werden. Denn die durch VR erzeugte künstliche Wirklichkeit ermöglicht es, Objekte realitätsgetreu abzubilden. Wie sieht es also aus, wenn beide Trends kombiniert werden?

Virtual Reality in der Bauindustrie

Bisher konnten 3D-Modelle in BIM-Projekten in verschiedenen Viewern am Computer betrachtet werden. Die dreidimensionale Darstellung der Planung und Kollaboration über das BIM-Modell haben ganz neue Möglichkeiten in der Projektdurchführung aufgezeigt. Doch die tatsächliche Wirkung des Gebäudes oder Raumes konnte bis dahin noch nicht umgesetzt werden. Mittlerweile wurden Softwarelösungen entwickelt, die es ermöglichen, ein 3D-Modell auch wirklich dreidimensional betrachten zu können. Durch den Zusatz der VR-Technologie gewinnen Planer und Ingenieure eine ganz neue Perspektive auf Dinge, die zuvor so nicht sichtbar waren.

Virtual Reality ermöglicht es, das entworfene Gebäude in der Planung, also schon vor dem Baubeginn, virtuell zu betreten und zu erleben. Der Einsatz von VR im Projekt vereinfacht den Planungsprozess, da alle Beteiligten mithilfe dieser Technologie Situationen und auch Unstimmigkeiten deutlich besser erkennen und Alternativen schneller entwickelt werden können. Auch Herausforderungen in der Bauphase können frühzeitig erkannt werden, wenn das Bauunternehmen mit eingebunden wird.

Neben der Kollisionskontrolle in der Koordinationssoftware können Unstimmigkeiten in der Modellbegehung erkannt und mit den Beteiligten besprochen werden. Der Bauherr kann sein zukünftiges Gebäude virtuell begehen und Planungsänderungen frühzeitig anmerken. VR bietet auch die Möglichkeit während des virtuellen Rundgangs mögliche Probleme und Anmerkungen im Modell festzuhalten. Virtual Reality ermöglicht also allen Projektbeteiligten einen noch besseren Eindruck über die Planung und ergänzt so das BIM-Modell.

Barrieren der Kommunikation werden verringert

Architekten haben eine sehr gute räumliche Vorstellungskraft, um sich ein Bild von dem fertigen Gebäude zu machen und auf dieser Basis Entscheidungen zu treffen. Trotz allem bleibt die Frage, wie es in Wirklichkeit aussehen wird.

Für Bauherren, die mit Architekten zusammenarbeiten, ist es womöglich schwieriger, sich das vorzustellen. Oftmals ergeben sich Änderungswünsche des Bauherrn erst in der Ausführungsphase, da nun das Gebäude real begehbar ist. Mithilfe von BIM-Modellen ist eine Visualisierung des geplanten Gebäudes möglich und der Bauherr bekommt einen deutlich besseren Eindruck des Bauvorhabens. Wird dieser Prozess mit Virtual Reality unterstützt, kann der Bauherr sein Gebäude virtuell begehen und frühzeitig vorgeben, welche Änderungen erfolgen sollten. Mit dem virtuellen Rundgang durch das BIM-Modell erzielen die Beteiligten eine einheitliche Verständnisbasis, wodurch die Kommunikation deutlich vereinfacht wird. Sie können in einen gleichberechtigten Dialog treten, der es in diesem Beispiel ermöglicht, dass der Bauherr schon vor der Bauphase konkrete Gedanken äußern kann. Die Kommunikation wird durch die Visualisierung vereinfacht, da bessere Entscheidungen getroffen werden können, die wiederum zu weniger Missverständnissen und somit zu weniger Komplikationen im späteren Projektverlauf führen.

Die Technik

Mit Virtual Reality kann sich der Nutzer frei im virtuellen Raum bewegen. Dafür wird eine professionelle VR-Brille und ein leistungsfähiger Computer benötigt. Mittlerweile gibt es ebenfalls sogenannte Stand-Alone Headsets. So ist es möglich das 3D-Modell komplett frei und kabellos zu begehen. Die Qualität geht durch diese Technik jedoch etwas verloren.

Mit der Zusammenführung von VR und BIM können Bauwerke nachhaltiger geplant und koordiniert werden. Da das digitale Abbild schon vor dem Baubeginn existiert und auch virtuell begehbar ist, können alle Beteiligten optimal über das Modell kommunizieren und sowohl Fehler vermeiden als auch Planungsänderungen frühzeitig umsetzen.

Die Nutzung von VR und BIM kann sich über den gesamten Lebenszyklus erstrecken - in der virtuellen Begehung der Planung, der Besichtigung für Eigentümer, Investoren oder Mietern, der Vermarktung während der Bauphase sowie im Betrieb und bei Instandhaltungen und Umbaumaßnahmen. In jeder Phase können durch den Einsatz von Virtual Reality verschiedenste Anwendungsfälle umgesetzt werden. Letztendlich unterstützt diese Technologie das Verständnis der Projektbeteiligten und trägt dazu bei Fehler zu reduzieren und Kosten einzusparen.

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