Sensorik Verschüttete Personen mit Sensorsystem retten

Redakteur: Julia Bender

Mithilfe von modularen Sensorpaketen, die an einer Drohne befestigt werden und beispielsweise die Stabilität von Trümmern erfassen können, sollen Einsatzkräfte bei der Bergung von verschütteten Personen unterstützt werden.

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Bei der Rettung von Verschütteten nach einem Erdbeben kommt es auf jede Sekunde an – mit einem an einer Drohne angebrachten Sensorsystem soll diese nun schneller und effizienter erfolgen.
Bei der Rettung von Verschütteten nach einem Erdbeben kommt es auf jede Sekunde an – mit einem an einer Drohne angebrachten Sensorsystem soll diese nun schneller und effizienter erfolgen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Wenn Menschen verschüttet werden, entscheidet meist die Schnelligkeit der Rettung über Leben und Tod. Oftmals ist die Suche nach den Opfern jedoch schwierig und riskant aufgrund des instabilen Schutts, weshalb die Such- und Rettungsmannschaften auf zeitnahe, umfangreiche und präzise Informationen über den Einsatzort angewiesen sind. Im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts Sensorsysteme zur Lokalisierung von verschütteten Personen in eingestürzten Gebäuden (SORTIE) entwickelt deshalb ein Konsortium ein modulares Sensorsystem für eine Drohne, mit dessen Hilfe die benötigten Informationen zukünftig noch schneller und sicherer geliefert werden sollen.

Vier Module kommen zum Einsatz

Das System umfasst vier verschiedene Sensorpakete für eine Drohne: Neben dem Modul „Handyortung“ sollen auch die Module „Bioradar“, das die Atembewegungen von verschütteten Personen erkennt, „Laser-Gasmessung“ zur Ferndetektion von explosiven Atmosphären und „Trümmerstrukturanalyse“, mit dem die Stabilität von Trümmern bewertet wird, an die Drohne angebracht werden können. Damit diese aber nicht zu viel Gewicht tragen muss und länger in der Luft bleiben kann, werden die Sensorpakete lediglich einzeln eingesetzt. Die Forscherinnen und Forscher erhoffen sich von dem Sensorsystem, dass umfangreiche Gebiete in Zukunft effizienter und sicherer abgesucht werden können und folglich Einsatzkräfte entlastet werden. Bis Ende des Jahres 2022 soll das modulare System fertiggestellt sein.

Untersuchung ist noch in vollem Gange

Als ein Partner des Projekts kümmert sich das Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der Technischen Hochschule Köln um die Ermittlung der funktionalen und technischen Anforderungen, die Einbindung in bestehende Einsatzkonzepte und um die operative sowie einsatztaktische Umsetzung. Mit der Unterstützung des Technischen Hilfswerks hat das Forschungsteam außerdem eine Endanwenderbefragung durchgeführt und kürzlich abgeschlossen.

„Wir haben in enger Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk ermittelt, was das System hinsichtlich der Flugzeit und anderer Parameter leisten muss und in welcher Reihenfolge die Module am besten zum Einsatz kommen. Dazu haben wir verschiedene repräsentative und realistische Szenarien erstellt, anhand derer Einsatzkräfte im Rahmen von Interviews und Umfragen auf die Anforderungen an ein solches System eingehen konnten“, erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter Lennart Landsberg. In einem nächsten Schritt soll untersucht werden, ob die von den Einsatzkräften geforderte Flugzeit von 30 bis 45 Minuten und ein Modultausch in unter fünf Minuten umsetzbar sind. Außerdem wird evaluiert, ob ein gleichzeitiger Einsatz von anderen Ortungsmethoden möglich ist, ohne dass sich die Geräte gegenseitig stören.

Aufgrund der Tatsache, dass sich Erdbeben vor allem außerhalb Deutschlands ereignen, arbeitet das Projektkonsortium auch mit Partnern aus Indien zusammen, um einen gewinnbringenden Erfahrungs- und Wissenstransfer anzustoßen.

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