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Data Center Vernetzung von Rechenzentren: Nokias neues Betriebssystem und Werkzeuge

| Redakteur: Sebastian Human

Die fortschreitende Vernetzung steigert den Datenverkehr und mit ihm die Erwartung an Rechenzentren. Nokia will den wachsenden Anforderungen mit einem neuen Netzwerk-Betriebssystem gerecht werden.

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Webscale-Unternehmen, Serviceanbieter und Unternehmen sollen mit einem neuen Network Operating System (NOS) befähigt werden, Netzwerkstrukturen für Rechenzentren mit großer Dimension und kleinem Zeitaufwand zu entwickeln, zu implementieren, anzupassen und zu automatisieren.
Webscale-Unternehmen, Serviceanbieter und Unternehmen sollen mit einem neuen Network Operating System (NOS) befähigt werden, Netzwerkstrukturen für Rechenzentren mit großer Dimension und kleinem Zeitaufwand zu entwickeln, zu implementieren, anzupassen und zu automatisieren.
(Bild: Nokia)

Die digitale Transformation, und mit ihr Schlüsseltechnologien wie maschinelles Lernen und Augmented/Virtual Reality, steigert den Bedarf nach flexiblen und anpassungsfähigen Netzwerkkomponenten, um die sich schnell ausbreitenden Rechenzentren zu betreiben und zu überwachen.

Nokia hat hierzu ein neues Netzwerk-Betriebssystem auf den Markt gebracht, das von einem Automatisierungs- und Operations-Toolkit flankiert wird. Die Lösungen sollen es Cloud- und Rechenzentrumsarchitekten ermöglichen, den Rechenzentrumsbetrieb zu skalieren und anzupassen, um so auf den exponentiell wachsenden Datenverkehr reagieren zu können, wie er unter anderem durch neue Technologien wie 5G oder Industrie 4.0 Anwendungen entsteht.

Der neue Nokia Service Router Linux (SR Linux) NOS und die Fabric Service Platform (FSP) wurden nach Angaben des finnischen Unternehmens gemeinsam mit führenden Webscale-Unternehmen wie Apple entwickelt. Letzteres soll die neue Technologie bereits in seinen Rechenzentren nutzen.

Netzwerk-Betriebssystem soll vollständig auf Microservices basieren

Der Nokia Service Router Linux wirbt mit innovativer Architektur und soll ein gänzlich Mikroservice-basiertes Netzwerk-Betriebssystem darstellen. Zusätzlich will das SR Linux NDK - ein NetOps Entwicklungskit, dass das NOS ergänzt – verschiedene Programmiermöglichkeiten bieten.

Mittels Tools wie gRPC (Remote Procedure Cakk) und Protobuf soll sich Anwendungen mühelos integrieren lassen und das, ohne neu kompilieren zu müssen und Sprachbeschränkungen oder Abhängigkeiten befürchten zu müssen.

Der neue Service Router wurde außerdem mit den Internetprotokollen aus dem Service-Router-Betriebssystem von Nokia versehen, das in den Carrier Routern der Finnen arbeitet.

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Die Fabric Service Platform verfügt über Cloud-Werkzeuge, die einen intent- und richtlinienbasierten Betrieb des Netzwerks ermöglichen wollen. Die Plattformkonzeption sieht vor, das gesamte Datencenter-Netzwerk mit starken Konstrukten auf Netzwerkebene errichten, bereitstellen und überwachen können zu lassen. Sogar ein digitaler Zwilling soll nach Angaben von Nokia in Echtzeit zur Validierung und Fehlerbehebung eingesetzt werden können.

Technische Ergänzungen

Der Nokia SR Linux ist auf der Internet-Protokoll-Suite von Nokias SROS (Service Router Operating System) aufgebaut und verspricht erprobte Skalierbarkeit, Resilienz und Interoperabilität. Weltweit ist es in mehr als einer Million Router für IP-Netzwerke und das Internet eingebaut. Es ist Hardware-agnostisch, läuft auf Standard-Linux und implementiert eine Grundlagen-Architektur rund um ein modellgetriebenes Management. Streaming-Feinkorntelemetrie und moderne Schnittstellen wie gRPC und Protobuf erleichtern die Programmierung und verbessern die Sichtbarkeit sowie die Kontrolle aller Applikationen. Laut Nokia bietet es ein hochmodernes NDK für die NetOps-Teams der Kunden, die damit neue Anwendungen und Betriebs-Tools in einer Sprache ihrer Wahl entwickeln können.

Die Nokia FSP will problemlos in bestehende Betriebssysteme integrierbar sein und einen digitalen Werkzeugkasten für Struktur-Simulationen in Echtzeit bieten, die für Netzwerkdesign, Tests und Fehlerbehebung genutzt werden können. FSP-zertifizierte Designs verringern die Zeit für das Fabric-Design und vereinfachen Day-0-, Day-1- und Day 2-Planung. Diese Fähigkeiten erleichtern die Arbeit von NetOps-Teams bei Large Fabric Deployment und Operations.

Das Switching-Portfolio für Rechenzentren beinhaltet den Nokia 7250 Interconnect Router (IXR), die Nokia 7220 IXR-H series und Nokia 7220 IXR-D Serienplattformen, die eine Auswahl an hochleistungsfähigen Chassis-basierten und Fest-Form-Faktor-Optionen für Datacenter Top of Rack (TOR), Leaf-, Spine- und Super-Spine-Anwendungen bieten. Die Plattformen unterstützen 400GE-, 100GE-, 50GE-, 40GE-, 25GE-, 10GE- und 1GE-Schnittstellen und bieten ein robustes und umfassendes Feature-Set für IP-Routing, Layer-2-Switching, QoS, skalierbare Telemetrie, Sicherheit und modellgetriebenes Management.

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