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Expertenbeitrag

Felix Raab

Felix Raab

IoT Expert | New Business & Strategy, connyun GmbH

IoT Forum CE in Wien

Vernetzung von IoT-Plattformen: Wer hat das Nachsehen?

| Autor/ Redakteur: Felix Raab / Redaktion IoT

Der Markt der IoT-Plattform-Anbieter vernebelt sich mit stetig steigender Anzahl der Teilnehmer. Abhilfe schafft die Konkretisierung des Angebotes – und die Zusammenarbeit von starken horizontalen Plattformen mit Nischenanbietern.

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Auf dem IoT Forum CE in Wien war ein breites Feld an IoT und M2M Anbietern vertreten.
Auf dem IoT Forum CE in Wien war ein breites Feld an IoT und M2M Anbietern vertreten.
(www.pixabay.com)

Ging man durch die Hallen des Kongress Centers Wien am 16. Mai wurde man direkt drei Wochen zurückversetzt, obwohl man durch die technischen Innovationen immer weiter in die Zukunft getrieben wird. Stände, Aussteller, vieles erinnert an die vergangene Hannover Messe - zugegebenermaßen, etwas kleiner. Vom 16. bis 17. Mai 2018 stellten Vertreter aus dem Industriesektor unter dem Motto Industrie 6.0 gemeinsam mit einem breiten Feld von IoT & M2M Anbietern im IoT Forum CE in Wien aus. 

Vielfältige Vorträge

In Vorträgen während des IoT Forum CE wurden durch die Bank Themen behandelt, die die Tragweite der neuen Technologien abermals aufdeckten. Von Smart Grit über 5G hin zu Mixed Reality, kaum ein Themenbereich fand keinen Platz im Veranstaltungsprogramm. Blockchain und AI durften natürlich auch nicht fehlen. Viele der Teilnehmer waren von der Vielfalt angetan. Use Cases beeindruckten und förderten den aufkommenden Diskurs, was eine IoT-Plattform alles leisten muss. 

Weit davon entfernt sah sich der deutsche Maschinenbau. Nicht AI oder Augmented Reality beschäftigten ihn, viel mehr die Frage, welcher Anbieter ist der richtige für eine langfristige vertrauensvolle Partnerschaft, um technologisch nicht abgehängt zu werden.

IoT-Plattform-Anbieter agieren nicht nahe genug am Kunden

Diese Tage stellte sich erneut heraus, wie bereits vor drei Wochen beobachtet, dass wenige große IoT-Plattform-Anbieter nahe genug an der Domäne des Kunden ansetzen können oder wollen. Beginnend bei der Kommunikation verhalten sie sich sehr schwammig um jeden, für den Fall der Fälle, willkommen zu heißen. Dies zieht sich wie eine rote Linie bis hin zu ihrem Offering, das weder für das eine noch das andere Vertical angepasst ist. Ein großer Blumenstrauß ohne sich im Speziellen mit den täglichen Problemen von Produktionsbetreibern und Maschinenbauern in dieser Subindustrie oder Segment ausschlaggebend beschäftigt zu haben. 

Ganz anders agieren Software Konzerne im IoT Segment. Stets bemüht, technologisch in Führung zu liegen, nicht zuletzt mit enormen Investments, bewerben sie Plattformanbieter, die Nutzer ihrer Infrastruktur sind, für die verschiedenen Verticals. Sie schließen diese Lücke zur schnellen Problemanalyse und -lösung der Unternehmen durch subindustrielle, teilweise sogar durch segmentspezifische Plattformanbieter. Vorteile entstehen dadurch für alle in diesem Szenario. Und sie können in Zukunft wohl weiter ausgebaut werden, denn Use Cases, die standardisiert für eine Subindustrie funktionieren, sind die Grundlage um kosteneffizient in Ökosystemen agieren zu können. Darüber hinaus können neueste Technologien beschleunigt in diesen Nischen zum Einsatz kommen, ohne den langen Weg über den breiten Marktansatz mit Nischensuche durch Use Cases nehmen zu müssen.

Marktplatzierung bleibt Priorität

Entsprechend momentaner Entwicklungen werden Anbieter von IoT-Plattformen auch zukünftig versuchen, ein möglichst großes Spektrum des Marktes abdecken zu können. Marktplatzierung als Priorisierung, ein durchaus gefährliches Spiel. Die Kundenschnittstelle steht für Stabilität, auch und gerade im IoT Markt. Wer diese durch schnelle, spezifische Use Cases und Applikationen besetzt, wird Transaktionskosten erzeugen können, die einen Wechsel der Plattform sehr teuer machen. Demnach empfiehlt es sich für horizontale Plattformanbieter (über mehrere Verticals oder gar nur eine Industrie hinweg) Nischenplattformen als Partner zu nutzen um das Ökosystem zu stärken. Die Software Konzerne machen es vor - immer den Kundennutzen im Vordergrund!

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