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MEMS & Sensors Summit

Vernetzte Sensoren als Grundsteine einer intelligenten Zukunft

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Die Stückzahl steht in den Sternen

Keine Einigkeit gab es bei den Referenten über die vermutete Anzahl der im Jahr 2020 verbauten Sensoren und Aktuatoren. So reichten die Schätzungen von 22 Milliarden Bauelementen bis hin zu 140 Milliarden und teilweise darüber hinaus, wobei der Endverbrauchermarkt mit 70% seine beherrschende Position behalten wird. Ebenso große Abweichungen gab es bei der Schätzung des Marktvolumens in US-Dollar. Einig war man sich lediglich darin, dass der Preis vieler MEMS-Bauelemente auf unter einen US-Dollar sinken wird und auf längere Sicht wohl bei 20 US-Cent ankommen wird.

Lebhaft diskutiert wurde die Frage, welche und wie viele Sensoren für das autonome Fahren notwendig sind. Ultraschallbasierte Lösungen und Radar werden dabei als selbstverständlich angesehen, ebenso ist der Einsatz von Flash- und Scanning-LiDAR weitgehend unstrittig. Ob allerdings auch weiterhin Inertialsensoren notwendig sind, wurde von einigen ebenso lebhaft bestritten, wie von anderen zur Bewältigung bestimmter Fahrsituationen wie dem Kreisverkehr gefordert.

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Dass diese Sensoren bei schlechtem GPS-Empfang und langsamen Geschwindigkeiten durchaus ihre Berechtigung haben, erläuterte Tommi Vilenius von Murata in seinem Vortrag. Bei Fahrversuchen mit selbstentwickelten Inertialsensoren erreichte Murata eine Ortsgenauigkeit von 30 bis 50 cm auch bei kurzzeitigem Ausfall des GPS-Systems.

Sicherheit und Privatsphäre sind kritisch

Ebenso breiten Raum bei den Diskussionen nahmen die Themen Datensicherheit und Privatsphäre ein. Speziell werden Geräte kritisch gesehen, welche grundsätzlich mithören, wie manche digitale Assistenten. Denn bei diesen werden die Daten vielfach zur Analyse zum Anbieter gesandt und dort auch gespeichert. Hier sind laut Peter Cooney von SAR Insight & Consulting nicht nur die Hersteller gefordert, Lösungen wie beispielsweise die Möglichkeit zum Löschen alter Aufzeichnungen zu entwickeln und anzubieten, sondern auch der Verbraucher, der für sich selbst entscheiden muss, wo er die Grenze zwischen Komfort und Privatleben zieht.

Dass für einen erfolgreichen Sensoreinsatz keine eigenen Entwicklungen notwendig sind, zeigte unter anderem Sandra Prodila von Libelium. Deren Plug & Sense Plattform Waspmote ist für den Einsatz von über 120 Sensoren verschiedener Hersteller vorbereitet und mit über 40 verschiedenen Cloud-Diensten verknüpfbar. Die bereits erfolgte Verwendung dieses Systems in mehreren Ländern unterstreicht die Bedeutung dieses Trends zu Fertiglösungen.

Sensoren besitzen eine glänzende Zukunft

Insgesamt kamen alle Teilnehmer zu dem Schluss, dass den MEMS-Sensoren und Aktuatoren eine strahlende Zukunft bevorsteht. Durch die Miniaturisierung der Sensoren werden neue Anwendungsgebiete erschlossen und die Anzahl der Sensoren in bisherigen Applikationen weiter zunehmen. So zeigte Bosch Sensortec beispielsweise einen integrierten Sensor zur Messung von Luftdruck, -Qualität und-Feuchte und der Temperatur in einem nur 3 x 3 mm großen Gehäuse. Steigenden Stückzahlen kompensieren dabei die Umsatzrückgänge durch den Preisverfall.

Beide Trends werden sich fortsetzen und durch neue Prozesstechnologien sogar noch beschleunigt. Für die nächsten Summit im Jahr 2018 ist also wieder mit spannenden Vorträgen zu rechnen.

Dieser Beitrag ist bei unserem Partnerportal ELEKTRONIKPRAXIS erschienen.

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