Fünf Thesen zum Internet of Things

Vernetzt – aber sicher

| Autor / Redakteur: Sascha Lekic / Redaktion IoT

Mit dem IoT nimmt die digitale Transformation konkrete Gestalt an.
Mit dem IoT nimmt die digitale Transformation konkrete Gestalt an. (Quelle: Samsung Electronics GmbH)

Mit dem Internet of Things (IoT) nimmt die digitale Transformation konkrete Gestalt an – in Form von vernetzten „Dingen“ aller Art. Wichtige Wegbereiter dafür waren technologische Weiterentwicklungen im Hardware-Bereich und Schlüsseltechnologien wie beispielsweise winzige RFID-Chips. Mit der Einführung von 5G kommt auf den mobilen Datenautobahnen zudem schon bald Hochgeschwindigkeit auf. Unternehmen können dadurch nicht nur mehr Agilität bei der Umsetzung von Prozessen erlangen, sondern auf Basis der neuen Infrastruktur auch völlig neue Geschäftsmodelle erarbeiten und umsetzen. Aus meiner Sicht tragen die folgenden fünf Thesen dieser Entwicklung Rechnung.

1. IoT braucht Offenheit und Sicherheit

Das IoT erfordert offene Standards über Branchengrenzen hinweg. Das Fundament dafür bilden transparente und interdisziplinäre Forschungsarbeit sowie offene Plattformen. Partnerschaften zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen oder Gremien wie das Open Interconnect Consortium, das sich für Interoperabilität und die Entwicklung übergreifender Standards für das IoT einsetzt, leisten wichtige Pionierarbeit, um das Potenzial des IoT für ein breites Spektrum an Individuen und Organisationen zugänglich zu machen. Gleichzeitig wissen wir: IoT-Ökosysteme, die auf Interoperabilität und Offenheit basieren, benötigen Sicherheit. Je mehr Geräte in einem Netzwerk angeschlossen sind, desto mehr Angriffspunkte bieten sich für Hacker. Durch die neue EU Datenschutz-Grundverordnung verschärfen sich zudem die Konsequenzen bei Datenschutzverstößen und es drohen – abhängig vom jeweiligen Verstoß – künftig höhere Bußgelder. Daher gehört zu jeder professionellen IoT-Lösung zwingend ein fundiertes Sicherheitskonzept, das proaktive Sicherheitssysteme und robuste Sicherheitsplattformen umfasst

2. Die „Open Economy“ kommt

Der Siegeszug der mobilen Endgeräte und die smarte Vernetzung im Internet der Dinge sind Treiber des Wandels hin zur sogenannten „Open Economy“. Bis 2020 werden 40 Prozent der Arbeitskräfte auf selbstständiger Basis arbeiten – das zeigt ein aktueller Bericht des britische Zukunftsforschungsinstituts The Futures Laboratory, den Samsung in Auftrag gegeben hat. Diese Freelancer und zunehmend autonome Mitarbeiter sicher und effektiv in Geschäftsprozesse einzubinden, ist eine der größten Herausforderungen, denen sich Unternehmen stellen müssen. Starre Bürostrukturen sind ein aussterbendes Modell: In der „Open Economy“ werden flexible zeitliche und räumliche Modelle dominieren. Zudem werden sich neue Formen der Kollaboration entwickeln, die nicht nur die Zusammenarbeit mit Start-Ups, sondern auch mit ehemaligen Wettbewerbern einschließen können. Die Basis für diese neuen Formen der Zusammenarbeit ist die standardmäßige Verankerung einer robusten Sicherheitsarchitektur in alle mobilen Business-Geräte. Das ermöglicht einen schnellen Austausch von Wissen und Informationen, während sensible Unternehmensdaten geschützt sind.

3. IoT ist mehr als Effizienz

Eine aktuelle Bitkom-Studie zur Digitalisierung der Wirtschaft kommt zu dem Ergebnis, dass sich deutsche Unternehmen zwar digital transformieren, jedoch nur 39 Prozent die Digitalisierung bislang nutzen, um neue Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Das ist erstaunlich, bietet die zunehmende Vernetzung im Zuge des IoT Unternehmen doch weitreichende Möglichkeiten, Produktneuheiten, innovative Services und datenbasierte Geschäftsmodelle zu entwickeln.  Damit können sie sich nicht nur völlig neue Märkte, sondern auch neue Zielgruppen erschließen – und diese Chancen gilt es jetzt zu nutzen. Organisationen, die sich in den kommenden Jahren ausschließlich auf Prozessverbesserungen und Effizienzsteigerung fokussieren, laufen Gefahr, das vielfältige Potenzial des IoT zu verkennen. Analysten und Beratungsunternehmen schreiben dem IoT immerhin Geschäftspotenziale in Milliardenhöhe zu. McKinsey beispielsweise taxiert den wirtschaftlichen Mehrwert für 2025 global auf 3,9 bis 11,1 Billionen Dollar jährlich.

4. Kognitives Machine Learning bringt mehr Komfort

Das IoT-Zeitalter kann neuen Komfort und Service für Anwender bringen, wodurch sich die Konsumentenbedürfnisse zukünftig verändern werden. Die smarte Vernetzung von Gebrauchsgegenständen – vom Kühlschrank bis zum Auto – wird zukünftig verstärkt im Alltag Einzug halten, diesen vereinfachen und neue Dienstleistungen hervorbringen, die nicht nur bequem sind, sondern auch Zeit und Kosten sparen und den individuellen Bedürfnissen entsprechen. Bei der Entwicklung von IoT-basierten Produkten und Services wird damit die Interoperabilität der Geräte und Lernfähigkeit der Systeme immer relevanter. Nehmen wir das Beispiel autonomes Fahren: hier eröffnen leistungsstarke Lerntechnologien in Kombination mit den Daten verschiedener vernetzter Alltagsgeräte eine neue Stufe des Komforts, wenn die Cloud des Autos mit der des Anwenders verknüpft wird. So ist es Automobilherstellern möglich, die individuellen Präferenzen des einzelnen Anwenders genauer zu erkennen, sensibel auf sie zu reagieren und so Mehrwert für ihre Kunden zu schaffen.

5. IoT ist permanente Innovation

Sehr viele Organisationen leisten derzeit wichtige Vorarbeit, um das IoT für Unternehmen aller Größen und Branchen zugänglich zu machen. Doch auch, wenn die Vernetzung schon längst zur Normalität geworden ist: Geräte, Komponenten und Software werden weiter ausgebaut und für das IoT optimiert werden. Deshalb ist es so wichtig für Unternehmen, bereits jetzt die notwendigen Maßnahmen für die „IoT-Readiness“ ihrer Geräte auf den Weg zu bringen. In Zukunft wird es für Unternehmen sehr viel wichtiger sein, IoT-Lösungen schnell und agil in-house entwickeln sowie Prototypen kostengünstig selbst bauen zu können und diese schnell in den Markt zu bringen. Vor diesem Hintergrund werden einerseits leistungsfähige IoT-Plattformen, andererseits aber auch Partnerschaften zu zentralen Erfolgskriterien, um IoT-Lösungen Ende-zu-Ende nahtlos bereitstellen zu können. Offene Schnitt stellen wiederum sicher, dass Unternehmen auch von zukünftigen Innovationen profitieren können und kein „Lock-in“ entsteht, der heutige Investitionen in einigen Jahren bereits obsolet macht.

 

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