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Herabstufung durch Consumer Reports Verbraucherschützer watschen Tesla ab

| Autor: Christoph Seyerlein

Wegen Software-Problemen kann Tesla seit rund einem halben Jahr keinen automatischen Notbremsassistenten zur Verfügung stellen. Auslöser ist das „Autopilot“-System. Die Quittung dafür kommt nun von der einflussreichen Organisation „Consumer Reports“.

Teslas „Autopilot“-Technologie sorgt für Software-Probleme bei Sicherheits-Features.
Teslas „Autopilot“-Technologie sorgt für Software-Probleme bei Sicherheits-Features.
(Bild: Tesla)

Die weltgrößte Verbraucherschutzorganisation „Consumer Reports“ hat sowohl das Model S als auch das Model X in seiner Bewertung herabgestuft. Die Verbraucherschützer kritisieren, dass beide Modelle in ihren jüngsten Versionen über keinen automatischen Notbremsassistenten verfügen. Dabei geht es um alle Fahrzeuge, die Tesla seit Ende Oktober 2016 gebaut hat. Früher produzierte Autos hatten das Sicherheitsfeature dagegen an Bord.

Auch für die aktuelle Generation der beiden Modelle hatte Tesla den Notbremsassistenten eigentlich als Serienausstattung angekündigt. Allerdings macht dem E-Autobauer dabei bis heute die eigene Technik einen Strich durch die Rechnung. Seit vergangenem Herbst bietet Tesla seinen Kunden eine erweiterte Version der „Autopilot“-Technologie an, also Funktionen zum teilautonomen Fahren. Das hat allerdings auf anderer Ebene ein Software-Problem ausgelöst, das Tesla bislang nicht lösen konnte. Dadurch werden Funktionen wie eben der Notbremsassistent blockiert.

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Die in den USA durchaus einflussreiche Organisation Consumer Reports reagierte nun darauf, dass die jüngsten Tesla-Autos seit rund einem halben Jahr ohne Notbremsassistent unterwegs sind. Das Model S verlor in der Bewertung der Verbraucherschützer zwei Punkte und steht nun bei einer Punktzahl von 85 (von maximal 100). Damit fiel das Modell in der Kategorie „Ultraluxuriöse Autos“ hinter den Lexus LS und den BMW 7er zurück. Zuvor hatte das Model S den Spitzenplatz belegt. Das Model X verlor ebenfalls zwei Punkte und liegt mit einer Wertung von 56 nur im unteren Mittelfeld der „Mittelgroßen Luxus-SUVs“.

In die Bewertung von Consumer Reports fließen Parameter wie ein Eindruck bei einem Straßentest, Kundenbewertungen oder eben Sicherheitsfeatures ein. Jake Fisher, Direktor des Auto Test Centers der Verbraucherschützer begründete die Herabstufung damit, dass man nun lang genug auf die wichtige Sicherheitsausstattung gewartet habe, „die in wesentlich günstigeren Autos serienmäßig vorhanden ist.“

„Sicherheitsausstattung hat höchste Priorität“

Tesla selbst reagierte in einer Mail auf das neue Ranking und sprach davon, den Notbremsassistenten per Software-Update baldmöglichst wieder in Betrieb nehmen zu wollen. Sicherheitsausstattung habe bei Tesla höchste Priorität, so Tesla. Und weiter: „Wir sind der Ansicht, dass es moralisch verwerflich und für unser Ziel, die Sicherheit unserer Kunden zu verbessern, kontraproduktiv wäre, einige Features bereitzustellen, bevor diese ausgereift sind. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Kunden das begrüßen.“

Auf die Frage von Consumer Reports, ob betroffene Kunden, die seit einem halben Jahr ohne den versprochenen Notbremsassistenten unterwegs sind, auf Ausgleichszahlungen hoffen könnten, ging Tesla nicht ein. Erst letzte Woche hatten drei Tesla-Fahrer den Autobauer verklagt, weil das Autopilot-System in ihren Augen ein Sicherheitsrisiko darstellt. Tesla bezeichnete die Vorwürfe als „falsch und Sensationshascherei“.

Dieser Beitrag ist bei unserem Partnerportal kfz betrieb erschienen.

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