Konnektivität VDW startet umati als Marke für Standardschnittstelle

Redakteur: Jürgen Schreier

Ein Standard wird konkret: Der Name umati steht für universal machine tool interface. Über die auf dem Kommunikationsprotokoll OPC UA basierende Standardschnittstelle für Werkzeugmaschinen können Maschinen unterschiedlicher Hersteller in einer Produktionslinie miteinander kommunizieren.

Firmen zum Thema

Das internationale Interesse an der Standarschnittstelle umati, die das Vernetzen von Werkzeugmaschinen erheblich vereinfacht, ist beachtlich.
Das internationale Interesse an der Standarschnittstelle umati, die das Vernetzen von Werkzeugmaschinen erheblich vereinfacht, ist beachtlich.
(Bild: VDW)

Auf der AMB 2018 in Stuttgart stellte Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des Werkzeugmaschinen-Herstellerverbandes VDW, die neue Marke umati vor. Sie soll der vor genau einem Jahr anlässlich der EMO Hannover 2017 gestarteten Brancheninitiative Konnektivität für Industrie 4.0 noch mehr Sichtbarkeit verschaffen. Zudem präsentiert die Initiative erste Anwendungen für die künftige Standardschnittstelle.

„Diese Anwendungen zeigen, dass die Konnektivitätsinitiative mittlerweile auf stabilen Füßen steht“, so Prokop. „Deshalb wird es nun höchste Zeit, dem Kind einen Namen zu geben.“

Ein Schnittstellen-Standard wird konkret

Der Name umati steht für universal machine tool interface. „Als Marke ist er offen, zukunftsfähig und international anschlussfähig“, so der VDW-Vorsitzende. Und unter der Adresse www.umati.info lassen sich ab sofort die Projektfortschritte im Internet nachverfolgen.

Die Demoanwendungen, die auf der AMB Stuttgart begutachtet werden konnten, erarbeitete ein Kernteam von acht Werkzeugmaschinenanbietern gemeinsam mit den wichtigsten deutschen Steuerungsherstellern. Sie haben innerhalb eines Jahres über 100 Parameter bestimmt, die als Grundlage für die Erarbeitung der gemeinsamen Schnittstelle dient. Die Arbeitsgruppe konnte zudem 21 Use Cases für die neue, auf dem offenen Kommunikationsprotokoll OPC UA basierende Standardschnittstelle für Werkzeugmaschinen definieren.

Die an der Initiative beteiligten Unternehmen integrierten einen entsprechend konfigurierten OPC-Server in ihre jeweilige Maschinensteuerung und konnten sich „danach in kürzester Zeit mit dem jeweiligen Kommunikationspartner verbinden und Daten austauschen“, freut sich Prokop. Bislang war es eine sehr zeit- und kostenaufwändige Angelegenheit, Maschinen unterschiedlicher Hersteller in einer Produktionslinie miteinander kommunizieren zu lassen.

Auch Japan, China und Südkorea signalisieren Interesse

Als rein deutsche Arbeitsgruppe gestartet, war internationale Kooperation von Anfang an das Ziel der Brancheninitiative. Die Initiative genießt weltweit große Aufmerksamkeit. So laufen Gespräche zum Beispiel mit dem US-amerikanischen Schwesterverband AMT, besonders bezüglich deren offener Schnittstelle MTConnect. Derzeit wird geprüft, inwieweit Teile davon in umati übernommen werden können oder langfristig eine Angleichung beider Standards realisiert werden kann. Auch Japan, China und Südkorea signalisierten bereits Interesse an dem neuen Standard. „In Europa berichten wir regelmäßig bei den Treffen des europäischen Werkzeugmaschinenverbandes Cecimo über den Projektfortschritt und werden interessierte Unternehmen einbeziehen“, teilte Prokop mit.

Nicht zuletzt ist der VDW seit Juni 2018 Mitglied der OPC Foundation, dem Träger von OPC UA. „Um die Jahreswende werden wir für unsere Aktivität eine so genannte Joint Working Group mit der OPC Foundation einrichten“, kündigte Prokop an. „Ab dem Zeitpunkt kann sich die internationale Werkzeugmaschinengemeinde an der Revision und Verbreitung unseres Standards beteiligen. Diese Rückmeldungen zu den Kundenbedürfnissen aus aller Welt wird uns dem Ziel eines einheitlichen, weltweit akzeptierten Konnektivitätsstandards einen weiteren, wichtigen Schritt näherbringen.“

(ID:45509943)