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World Economic Forum (WEF)

VDMA sieht durch Industrie 4.0 keine Bedrohung für den Arbeitsmarkt

| Redakteur: Sariana Kunze

Eine aktuelle Studie des World Economic Forum (WEF) zur Zukunft der Arbeit nimmt Veränderungen des Arbeitsmarktes bis zum Jahre 2020 ins Visier. Nach Ansicht des VDMA stellt die Automatisierung keine Bedrohung für den Arbeitsmarkt dar. Industrie 4.0 rückt nach VDMA-Ansicht vielmehr die Fähigkeiten des Menschen in den Mittelpunkt.

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Leere Räume wird es durch die Industrie 4.0 laut VDMA nicht geben.
Leere Räume wird es durch die Industrie 4.0 laut VDMA nicht geben.
(pixabay)

Laut der WEF-Studie werden unter dem Strich aufgrund rapider technologischer Fortschritte weltweit 5,1 Millionen Arbeitsplätze wegfallen, lautet der Schluss der Autoren. Deutschland ist jedoch ein Gegenbeispiel für diese These: Die deutsche Volkswirtschaft besitzt die dritthöchste Roboterdichte der Welt und hat dennoch einen neuen Beschäftigungsrekord aufgestellt. „Die düstere Vision, die in dieser Studie beschrieben wird, können wir überhaupt nicht teilen“, sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Große Automationswellen in den vergangenen Jahrzehnten haben weder zur Auslöschung von Berufen geführt noch die Beschäftigung insgesamt verringert. Steigende Produktivität führt zu mehr Wohlstand und damit zu einer erhöhten Nachfrage nach Arbeitskräften.“

Exponentiell wachsende Prozessorleistungen und Fortschritte in der künstlichen Intelligenz werden diesen Zusammenhang nicht beenden. Professor David Autor, Arbeitsmarktforscher am MIT, kommt zum Schluss, dass Substitutionseffekte von Experten regelmäßig überbewertet, komplementäre Effekte hingegen unterbewertet werden. Weiter sagt er: „Menschen können durch Computer ersetzt werden, wenn es um Routineaufgaben geht, die sich in Programmiercode beschreiben lassen. Gleichzeitig verstärkt sich der komparative Vorteil der Arbeiter und Angestellten, die Problemlösungskompetenz, Anpassungsfähigkeit und Kreativität zu bieten haben.“

Der kleine Unterschied: Es werden nur Tätigkeiten automatisiert

Neue Automatisierungsansätze der Industrie 4.0 setzen auf die Kombination spezifisch menschlicher und maschineller Stärken. Deutlich wird dies im Trend der Mensch-Roboter-Kollaboration, bei der beide Partner Hand in Hand arbeiten. Während der Roboter schwere Teile hält und präzise positioniert, konzentriert sich der Mensch auf Aufgaben, die besonderes Geschick, Feingefühl und Flexibilität erfordern. Menschliche Arbeit wird dabei nicht ersetzt, sondern unterstützt.

Zahlreiche Analysen beschäftigen sich mit der Substituierbarkeit von Berufen durch Automatisierung und Computerisierung. So geben Osborne und Frey in ihrer viel zitierten Studie die Automatisierungswahrscheinlichkeit von Hunderten von Berufen an. Genau genommen werden allerdings nicht Berufe automatisiert, sondern Tätigkeiten. Die meisten Berufe enthalten somit automatisierbare und nicht automatisierbare Anteile. Durch die fortschreitende Automatisierung entfallen diese Berufe in der Regel nicht; sie verändern sich. Automatisierungstechnik übernimmt Routinetätigkeiten und macht den Menschen produktiver.

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