User Experience

User Experience in Zeiten von Industrie 4.0

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Ein Bedienkonzept für alle

Ein gutes Bedienkonzept für Bearbeitungsanlagen ist kein schmückendes Beiwerk mehr. Diese Erfahrung hat Homag gemacht. Der Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen aus Schopfloch führte eine neue Bedienphilosophie mit einem Multi-Touchdisplay schrittweise ein. Der Erfolg der ergonomisch optimierten Handhabung war groß. Nutzer bestellten die Option auch gegen Extrakosten. Inzwischen ist die Bedienung bei praktisch allen Maschinen vereinheitlicht und integriert.

„Speziell aufgrund der Kombination unterschiedlicher Maschinen zu Anlagen ist die einheitliche Bedienung enorm wichtig“, betont Franz Schneider, Senior Manager Sw-Controls bei der Homag GmbH. „Erfreulich war die große Zustimmung für Powertouch.“ Die vor fünf Jahren eingeführte Touch-zentrierte Bedienung setzt auf ein großes Display ohne Tastatur oder zusätzliche Bedienelemente. Die Zustimmung korrespondiert mit der Alltagserfahrung der Nutzer mit ihren privaten Smartphones. „Das war uns vorher nicht bewusst gewesen“, ergänzt Schneider. Der „I-Phone-Effekt“ hatte den Ausschlag gegeben, auch im Maschinenbau modern zu sein.

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Es geht um das „Gesamterlebnis mit der Maschine“, sagt Schneider. Wenn die Arbeit auf Anhieb funktioniert, erwächst daraus ein Mehrwert. Denn der Bediener beherrscht die Maschine besser und arbeitet effizienter. Gute Usability führt zu zielorientiertem Arbeiten. „Arbeiten mit der Maschine muss Spaß machen“, fordert Schneider, „und eine gewisse Modernität vermitteln.“ Damit wird die Maschine zu einem attraktiven Arbeitsplatz, was in Zeiten des Fachkräftemangels zunehmend Bedeutung erhält.

Die ISO-Norm 9241-210 definiert die Begriffe. Sie beschreibt Usability als das Ausmaß, in dem ein Produkt genutzt werden kann, um Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen. „Wir beschäftigen uns anders mit dem Thema, indem wir auf die positive User Experience zielen“, erläutert Michel Burmester, Professor für Ergonomie und Usability an der Hochschule der Medien Stuttgart. Dann benötigt man anderes Gestaltungswissen und andere Methoden. „Positive UX tritt ein, wenn psychologische Bedürfnisse wie Kompetenz, Verbundenheit oder Stimulation erfüllt werden“, schildert er die Ausgangslage.

Der schnelle Wandel in den Technologien erfordert eine Veränderung des Denkens. Nicht nur Produkte, sondern das ganze Unternehmen muss neu gestaltet werden. Daran arbeitet beispielsweise das Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Usability im Rahmen des Schwerpunkts Mittelstand-Digital, der vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Die Zukunft der Arbeit sieht Konsortialleiter Burmester in der engen Verzahnung von Künstlicher Intelligenz, von Vernetzung des Mittelstands und von Usability sowie User Experience. Dafür rückt er den Menschen in den Mittelpunkt der Gestaltung.

Die Arbeitsplätze ändern sich infolge der vierten industriellen Revolution enorm. „Das ist unsere Chance“, betont Burmester, „wir können die Arbeit so umgestalten, wie wir sie für sinnvoll halten.“ Dann kann sie nicht nur effizienter werden, sondern erfüllender. Darin sieht er einen entscheidenden Faktor, wie die Digitalisierung zum Erfolg geführt werden kann.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal MM Maschinenmarkt erschienen.

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