Security USA verbannen drei weitere chinesische IoT-Hersteller

Redakteur: Katharina Juschkat

Neben Huawei und ZTE sind jetzt drei weitere chinesische Elektronikhersteller für die Anwendung in US-Behörden verboten. Grund ist die Bedrohung der nationalen Sicherheit. Auch in Deutschland sind diese Hersteller im Einsatz.

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IoT-Geräte wie Sicherheitskameras können als trojanisches Pferd missbraucht werden, warnt das deutsche Unternehmen IoT Inspector. In den USA wurden jüngst drei chinesische Elektronikhersteller deshalb auf eine Verbotsliste gesetzt.
IoT-Geräte wie Sicherheitskameras können als trojanisches Pferd missbraucht werden, warnt das deutsche Unternehmen IoT Inspector. In den USA wurden jüngst drei chinesische Elektronikhersteller deshalb auf eine Verbotsliste gesetzt.
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In den USA wurden drei weitere chinesische Elektronikhersteller gemäß des US-amerikanischen Secure Networks Act von der FCC zur Bedrohung für die nationale Sicherheit erklärt und dürfen nicht mehr in US-Behörden verwendet werden. Neben Huawei und ZTE stehen nun auch Hytera, Hikvision und Dahua auf der Verbotsliste.

Was das Verbot umfasst

Diese Produzenten arbeiten auch als OEM-Hersteller für bekannte Unternehmen, deren Produkte in großer Stückzahl auch in Deutschland und Europa im Einsatz sind. Wie komplex die Lieferkette bei IoT-Geräten ist, beschreibt Rainer Richter, Geschäftsführer von IoT Inspect: „Die jetzt betroffenen chinesischen Firmen zählen zu den größten OEM-Herstellern weltweit, ihre Technologie kommt ‚undercover‘ auch in Produkten namhafter Hersteller wie Abus oder Panasonic zum Einsatz.“ Das deutsche Unternehmen prüft IoT-Devices auf Sicherheitslücken in der enthaltenen Firmware.

Der einzige Weg zur Offenlegung der Supply-Chain und Identifikation des originalen Herstellers ist die Untersuchung der Firmware.

Rainer Richter, Geschäftsführer von IoT Inspect

Das Verbot der US-Behörden umfasst auch „subsidiaries and affiliates of these entities“ sowie „telecommunications or video surveillance services provided by such entities or using such equipment“ – also Subunternehmer, Sicherheitsdienstleister oder Firmen, die Produkte dieser OEM-Zulieferer und Partner mit eigenem Label versehen oder einsetzen.

IoT-Geräte – die stille Gefahr

Richter warnt vor generellen Sicherheitslücken bei IoT-Geräten: Ein Bewusstsein für Security im Internet der Dinge sei längst noch nicht ausreichend ausgeprägt. Es herrsche immense Sorglosigkeit bei der Implementierung dieser Geräte, die in kritischer Infrastruktur und immer mehr Unternehmen und Haushalten eine stille Gefahr darstellen.

„Es muss klar sein, dass jede dieser Einrichtungen in einem IT-Netzwerk eingebunden ist und entsprechend als trojanisches Pferd missbraucht werden kann. IoT sollte nicht als ‚Plug, Play & Forget‘ betrachtet werden“, kritisiert Rainer Richter.

Das Verbot durch die US-Behörden versteht der Geschäftsführer als Warnschuss für die hiesigen Unternehmen – denn Geräte dieser Hersteller wie Sicherheitskameras sind auch in kritischen deutschen Infrastrukturen im Einsatz.

Er rät: Hersteller und Inverkehrbringer sollten die Firmware am besten schon vor der Installation auf Sicherheitslücken zu untersuchen und dann gezielt abzusichern, rät Richter. Aber auch die heimischen Behörden und Netzwerkbetreiber sollten mehr Bewusstsein für das mit IoT-Geräten verbundene Risiko entwickeln und die Infrastruktur und deren Komponenten entsprechend gegen diese Gefahren sichern.

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